Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 27.06.2012

DELAIN , HALCYON WAY , TRILLIUM - Köln, Luxor

Scheinbar haben sich die (Live-)Qualitäten von Delain zumindest hierzulande noch nicht allzu weit herumgesprochen, denn anders ist es kaum zu erklären, dass das heutige Konzert wegen schlechter Vorverkaufszahlen vom altehrwürdigen Kölner Gloria ins wesentlich kleinere Luxor verlegt werden muss. Letzten Endes ist auch dieser Laden bestenfalls halb gefüllt, die Laune verdirbt das jedoch niemandem.

Um Viertel nach sieben eröffnen HALCYON WAY den Abend, wollen mit ihrem zumindest heute ziemlich rumpelig und zudem schlecht gemischt klingenden Progressive Metal jedoch nicht so recht zum übrigen Billing passen und ernten somit eher gemischte Reaktionen.

Ganz anders sieht die Sache bei TRILLIUM aus: Die international besetzte Band um Amanda Somerville passt stilistisch hervorragend zum Headliner, hat eine unglaublich starke und gut gelaunte Frontlady am Start und dementsprechend das Publikum im Nu in der Tasche. Zwischen den Songs versucht sich die sympathische Amerikanerin schelmisch kichernd an erstaunlich akzentfrei vorgetragenen deutschen Ansagen („Deine Mutter hat dicke Titten!“) und steht ganz klar im Vordergrund ihrer ansonsten eher blass agierenden Musikertruppe.

Nachdem das Publikum durch Trillium hervorragend in Stimmung gebracht wurde, starten DELAIN um halb zehn mit ´Mother Machine´ von ihrem kurz vor der Veröffentlichung stehenden Album „We Are The Others“ in eine gut 90-minütige Show. Die Entscheidung, fast die Hälfte des Sets mit Songs einer Platte zu füllen, die zum Zeitpunkt des Konzerts noch nicht in den Läden steht, ist ohne Frage mutig, geht aber problemlos auf. Die Fans feiern das neue Material genauso ab wie die bereits bekannten Hits, was sicherlich nicht zuletzt an der durchweg sympathischen Art ihrer Frontfrau Charlotte liegen dürfte: Nach der Show in München wurde der gebürtigen Niederländerin von zwei weiblichen Fans offenbar empfohlen, auf ihren Konzerten in Deutschland mehr Ansagen auf Deutsch zu machen - ein Vorschlag, der sogleich mutig in die Tat umgesetzt wird, während Charlotte die Besucher bittet, ihre Ansage für die beiden Mädels später auf YouTube zu posten. In der Ansage zu ´Standing In The Shadows´ werden die Besucher anschließend aufgefordert, näher zusammenzurücken, um auf Kuschelkurs mit Nebenmann/-frau zu gehen, bevor die Band einen kurzen Augenblick später revidiert: „Nicht SO nah, das lenkt uns sonst vom Spielen ab.“ Zum obligatorischen ´The Gathering´ am Ende des Sets zündet die Band schließlich ein paar winzige Kanönchen, die eine Ladung Lametta ins Publikum feuern. Insgesamt bieten Delain eine Show, mit der sie sich vor vielen Genregrößen keineswegs verstecken müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Touren der Niederländer besser besucht sein werden.

Setlist DELAIN:

Mother Machine
Stay Forever
We Are The Others
Go Away
Sever
Virtue And Vice
Generation Me
Invidia
April Rain
See Me In Shadow
Are You Done With Me
Get The Devil Out Of Me
Shattered
Babylon
Sleepwalkers Dream
Electricity
Not Enough
---------------------------------
Control The Storm
The Gathering

Pic: Axel Jusseit

Bands:
TRILLIUM
HALCYON WAY
DELAIN
Autor:
Jens Peters

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