Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 17.12.2014

KISS - KISS KRUISE IV: No Sleep ´til Düsseldorf

Das Rock Hard präsentierte auch die diesjährige, erneut ausverkaufte KISS Kruise. Zum vierten Mal versammelten sich über 2.400 KISSaholics, schipperten unter dem Motto „Dressed To Kruise“ durch die Karibik und ließen sich von ihren Helden ein paar unvergessliche Tage bescheren. Wir packten Sonnencreme, Tankini und ´ne Kiste Tabletten gegen Seekrankheit ins Gepäck und sprangen an Bord.

Tag 1

Die danach antretende Achtziger-Jahre-Cover-Kapelle BIG ROCK SHOW gehört zu den Dauergästen der KISS Kruises. Schiefgehen kann hier nix. Songs von Bon Jovi, Whitesnake und Konsorten werden mit Elan in ein feierfreudiges Publikum gezockt.

Kein Wunder, dass ELLIOT ROOT ziemlich in die Röhre gucken und in der Spinnaker Lounge (´ner großen Bar mit viel zu gemütlichen Sitzgelegenheiten, um die Passagiere aus der Reserve zu locken) auf gerade mal ein Dutzend Schaulustige treffen. Die Gang aus Nashville ist erst kurz vor der Kruise als letzter Live-Act bestätigt worden, so dass sie kaum jemand auf dem Schirm hat. Schade eigentlich. Man kann ELLIOT ROOT getrost als musikalisch anspruchsvollste Band der gesamten Reise bezeichnen. Die instrumentale Basis sind oftmals nahezu fragile Soundscapes, die von emotionalem Weltklassegesang garniert werden. Nix, bei dem der Normal-Rocker begeistert mitwippt, aber definitiv eine Gruppe, von der wir noch hören werden.
Die Allgirl-KISS-Coverband PRISS aus Los Angeles gab´s bereits auf der dritten Kruise zu sehen. Heute sind sie im 1.300 Fans fassenden, bequem bestuhlten („besesselten“ passt noch besser) Stardust Theater mit einem smarten Konzept am Start. Passend zur Devise „Dressed To Kruise“, erscheinen sie wie KISS auf dem 1975er „Dressed To Kill“-Cover in Anzügen, Demon-Darstellerin Andrea Zermeno alias Jean Simone sogar wie Gene damals in Hochwasserhosen und Clogs. An ihrem Punisher-Bass hat die Kleene allerdings schwer zu schleppen. Vielleicht besorgt sie sich doch lieber die pinke Mädchen-Version der Simmons-Axt. Moa Henriksson alias Doll Stanley ist zwar ein bisschen schüchtern, überzeugt aber durch deutlich mehr Tattoos als ihr Vorbild. Die Damen rocken durch das komplette „Dressed To Kill“-Album (Jean hat an Schwanzrocktexten à la ´Ladies In Waiting´ sichtlich Spaß) und ein paar Bonusklassiker wie ´Calling Dr. Love´, ´Black Diamond´ und ´Detroit Rock City´. Das Zusammenspiel der Vier ist manchmal etwas holprig, was aber durch den niedlichen Charme und viel gute Laune ausgeglichen wird.
Schmerzgeile Fans können sich heute außerdem für KISS-Tattoos anmelden. Die Motive reichen von den bekannten KISS-Icons bis zu Entgleisungen wie einem Delfin mit Stanley-Stern und kosten 50 bis 200 Dollar. Man darf auch schon das offizielle Merchandise beschnuppern, vorausgesetzt, man reiht sich in die locker 100 (!) Meter lange Schlange ein. Angeboten werden die üblichen Event-Shirts und anderes passendes Zeug wie Flipflops und Sonnenbrillen. Ein von KISS signiertes Poster und Kruise-Dogtags bekommt sogar jeder Gast geschenkt. Wer sich mit solchen Peanuts gar nicht erst abgibt, geht gleich weiter zum Sortiment für Besserverdiener. Auf der vorletzten Reise konnte man das 4.000 Dollar teure „Monster“-Buch begutachten und bei Bedarf kaufen (die Gesamtauflage des Schmökers ist bestimmt nach wie vor zweistellig). Diesmal gibt´s den ironisch betitelten „Axe Bass Petting Zoo“, also einen Streichelzoo für die Signature-Viersaiter von Gene Simmons. Natürlich kann man die Dinger nicht nur liebkosen, sondern auch erwerben. Gene bietet an Bord Meet & Greets inklusive Bassübergabe für bis zu, ähem, 13.500 Dollar an. KISS-Gitarrist/Sänger Paul Stanley steht dem natürlich nicht nach, verlangt für Sechssaiter oder auf der Bühne benutzte Mikros inklusive Händedruck, Autogramm und Foto allerdings höchstens sparsame 8.500 Dollar. Grundsätzlich ist die Kruise aber auch für kleinere Brieftaschen erschwinglich. Wer sich zu viert in eine Innenkabine quetscht, ist pro Kopf ab 575 Dollar dabei. Zwar kommen zu diesem Basispreis noch 225 Dollar Steuern und Gebühren und ein tägliches Zwangstrinkgeld von 12 Dollar on top, allerdings es ist dennoch ein fairer Kurs, wenn man sich die 1.000 Euro vor Augen führt, die KISS auf einer regulären Tour für ein Treffen mit der Band aufrufen, bei dem es weitaus weniger value for money gibt. Die luxuriöseren Kabinen bieten Bullauge, Fenster oder gar einen Balkon, bei einer Viererbelegung geht´s dort ab 700 Dollar los. Wer von allen guten Geistern verlassen ist, zieht in eine „Owners Suite“ und legt dafür 4.000 Steine auf den Tisch, wohlgemerkt pro Person. Die Pre-Party kostet 88 bis 225 Dollar extra. Da die meisten Europäer aber eh einen Tag vor dem regulären Start in Miami sind, lohnt sich der Spaß sogar, weil man dadurch um Hotel- und Verpflegungskosten an Land herumkommt. Letztendlich ist man ohnehin überwiegend zum Schlafen in den Kojen und genießt ansonsten die diversen, fast ausschließlich kostenlosen Unterhaltungsmöglichkeiten.

Das Partymotto des Abends lautet „KISS Around The World“. Die Fans sollen anhand der Kleidung ihr jeweiliges Herkunftsland repräsentieren. Es gibt wieder massig selbstgemachte KISS-Shirts in diversen Nationalfarben, darunter eine Menge Rotweiß, was in einem Aufwasch Kanada, Japan, die Schweiz und Österreich abdeckt, und natürlich wie immer Horden besoffener Skandinavier, für die selbst die horrenden Alk-Preise an Bord gegenüber denen zu Hause noch moderat wirken.

Tag 2
Heute geht´s offiziell auf die Reise. Die restlichen Mitfahrer checken ein, inspizieren das Schiff, treffen alte Bekannte oder rennen schnurstracks zum Buffet. Dort sieht man auch wieder die niedlichen Mädels (fast die gesamte Crew besteht aus AsiatInnen), die einen mit einem charmant gelächelten „Washy, Washy, happy, happy, smiley, smiley“ bitten, sich vor dem Betreten der Essensräume die Hände zu desinfizieren. Wenn man keine übertriebenen Gourmet-Ansprüche hat, kann man sich an Bord ohne einen einzigen Extra-Cent rund um die Uhr vollfuttern. Es gibt ein RIESIGES Buffet, über das nicht mal das dickste Volk der Welt (die Amis) und das zweitdickste (die Deutschen) allzu viel meckern können. Wer´s etwas entspannter und à la carte mag, wird – teils gegen zusätzliche Kosten – in mehr als einem Dutzend Restaurants fündig. Zur Auswahl stehen u.a. japanisch, italienisch und ein Steakhaus. Und wer seinen Hintern gar nicht mehr hochbekommt, ruft den Roomservice. Bei den Getränken ist Nichtalkoholisches ohne Kohlensäure kostenlos. Für den Rest zahlt man gesondert.

Als die „Norwegian Pearl“ am Nachmittag ablegt, spielen KISS erstmals keinen Sail-away-Akustik-Gig, begrüßen aber auf dem Pooldeck bei nicht gerade unangenehmen 30 Grad die Fans. Anschließend covern diverse Support-Acts KISS-Songs. Als BIG ROCK SHOW durch ´I Stole Your Love´ donnern, steht Paul Stanley begeistert am Bühnenrand und springt plötzlich ans Mikro, um ein paar Zeilen mitzusingen. Ebenfalls cool: Die Bands ziehen einige Tracks aus dem Hut, die man im Leben nicht mehr von KISS live hören wird (´Let´s Put The X In Sex´!!!). PRISS sind auch wieder dabei. Selbst eine Schunkelkamelle wie ´Lick It Up´ klingt bei ihnen superfrisch. Der überraschende Höhepunkt ist jedoch PAT TRAVERS mit seiner Band. Der alte Haudegen spielt eine dermaßen tighte, durch den rauen Gesang leicht bluesige Version von ´Detroit Rock City´, dass man echt Gänsehaut bekommt.

In die erste Runde geht heute der „Almost Famous“-Wettbewerb, bei dem aus diversen mehr oder minder begabten Kruisern einige KISS-Coverbands zusammengestellt werden. Wer meint, in ihm schlummere ein verkanntes KISS-Double, schickte im Vorfeld ein kurzes Video an eine Auswahlkommission, die die besten Kandidaten herauspickte. Ziel ist es, die ultimative KISS-Kopie zu finden. Die Aktion bezieht sich offiziell nur auf die Kreuzfahrt, aber man kann natürlich mutmaßen, dass auch ein Zusammenhang zu den ominösen KISS 2.0 besteht, also dem von Gene Simmons und Paul Stanley schon mehrfach angekündigten KISS-Nachfolgeprojekt ohne Originalmitglieder. Wo kann man dafür schließlich besser casten als auf einem Schiff mit Tausenden KISS-Verrückten? Also stellt sich ein Haufen Fans der Jury, manche in Zivil, manche in voller Kostümierung, und zeigt entweder zu Halbplayback-Begleitung oder komplett solo eine Minute lang sein Können. Manche der Typen sollten noch mal üben gehen, andere sind beängstigend gut.

Ganz besonders fachkundige KISSaholics battlen sich derweil beim KISS-Quiz und beantworten kniffelige Fragen wie „Welche Songs werden von dem legendären KISS-Flipper beim Spielen gedudelt?“. Ganz besonders übel ist es, den Teilnehmern einige Sekunden lang zwei KISS-Tracks parallel (!) vorzuspielen, die sie dann erkennen sollen. Aber irgendwelche Supernerds, die wirklich ALLES wissen, gibt´s immer.

Die PAT TRAVERS BAND geht abends im nicht wirklich doll gefüllten Stardust Theater für ihren ersten eigenen Set auf die Bühne. Pat sieht mittlerweile aus wie ´ne Mischung aus Andy Scott von The Sweet und Ace Frehley in seinen aufgedunsenen Zeiten, führt aber mit Herz und Seele durch ein Programm, bei dem besonders das ´Black Betty´-Cover Bewegung in die müden Knochen bringt.

Von der PAT TRAVERS BAND und CHEAP TRICK abgesehen, können KISS es sich leisten, bei den Support-Gruppen auf große Namen zu verzichten. Nur Eingeweihte kennen beispielsweise THE DEAD DAISIES, SNAKEBITE und NEEDEEP, die heute auf mehr oder minder zurückhaltende Resonanz stoßen.
THE DEAD DAISIES sind ´ne echt seltsame Kombination. Frontmann Jon Stevens war nach dem Dahinscheiden von Autoerotiker Michael Hutchence Sänger von INXS und scheint die Kontaktdateien von irgendeinem Superpromi-Smartphone gehackt zu haben. Irgendwie schafft er es jedenfalls, seine Band mit den Guns N´Roses Richard Fortus und Dizzy Reed sowie Marco Mendoza (u.a. Ted Nugent) und Brian Tichy (Billy Idol, Ozzy Osbourne) zu pimpen. Auf der 2014er Tour von KISS und Def Leppard tauchte man ebenfalls auf. THE DEAD DAISIES stehen für typischen Ami-Rock, der zugleich um Coolness, Authentizität, Radio-Airplay und Platinplatten buhlt. Fortus ist der Hingucker der Truppe. Was der großnasige Typ mit Fingerfertigkeit, einer Armada von Effektgeräten und unglaublicher Spielfreude hinzaubert, ist absolute Weltklasse. Abgesehen von einigen gelungenen Eigenkompositionen, überzeugt eine schweinefette Version von KISS´ ´Parasite´ (inklusive Hammondorgel!).

SNAKEBITE sollte man sich ebenfalls merken. Die „Original Heavy Vinyl Rocker“ beweisen mit Tracks wie ´Loud And Proud´ Ohrwurmpotenzial, der Drummer mag sein Doppel-Fußpedal, und die männlichen Zuschauer haben bei Bassistin Crystalline Entity (anscheinend ein Pseudonym aus dem „Rockstar für Dummies“-Handbuch) was zu gucken.

NEEDEEP aus Atlanta waren schon auf der dritten Kruise dabei. Sie spielen eine unspannende Mixtur aus Tough-Guy-Metal und Mainstream. Ein Großteil der Songs klingt, als ob eine aus Emo/Metalcore-Bubis bestehende Pantera-Coverband zusammen mit ´ner gerade vorbeilaufenden und im Achtelfinale irgendeiner Pop-Casting-Show ausgeschiedenen Passantin ´Bring Me To Life´ von Evanescence ´ne Aggrokur verpasst. Die Slipknot-Gedächtnis-Overalls der männlichen Bandmitglieder sind ebenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss.
Über einige weitere Acts entschieden im Vorfeld die Fans. Der bekannteste Name sind die TIGERTAILZ. Die ollen Glamrocker waren allerdings noch nie in den USA und agieren seit ihrer Reunion vor knapp zehn Jahren überwiegend unter dem Radar der Szene, so dass sich der Hype in Grenzen hält. Der harte Sleaze-Sound gefällt, auch wenn es immer ein bisschen traurig aussieht, wenn ältere Herren wie Mittzwanziger rüberkommen wollen.

Nicht wirklich nötig ist der Soloset von CHEAP TRICKs Robin Zander. Verstromt klingt seine Band schon etwas nach Seniorenheim, unplugged wird´s völlig arschlos.

Doch was treiben eigentlich gerade die Gastgeber? Da sich KISS abseits ihrer drei Gigs und der Frage/Antwort-Stunde ziemlich rarmachen und man sich jemanden wie Paul Stanley auch kaum mit einem lockeren „How ya doin´?“ auf den Lippen am Frühstücksbuffet vorstellen kann, nehmen sich die vier Musiker immerhin Zeit für persönlich betreute Fan-Aktionen. Gitarrist Tommy Thayer lässt sich als Erster blicken und mimt mit manchmal etwas gequält wirkendem Dauerlächeln den Juror beim „Kostume Kontest“, der sich gut in die heute Abend stattfindende Halloween-Party einfügt. Der „Trick or treat“-Tag ist in den USA natürlich ´ne ganz andere Nummer als bei uns, und entsprechend rund geht´s auch auf der „Norwegian Pearl“. Eine Lounge wurde zu einem Spukhaus umgebaut, und überall steht aufwendig geschnitzte Kürbis-Deko herum. Am schärfsten sind aber die Gäste selbst, die auch abseits der üblichen KISS-Kostüme alle Register ziehen. Sehr beliebt sind dieses Jahr Zombies, Comicfiguren und aus irgendeinem Grund die „Muppet Show“. Die Feier tobt bis spät in die Nacht, doch wenn man zwischendurch kurz an Deck geht, merkt man, dass sich das Wetter rapide verschlechtert hat. Es wird windig und beginnt zu regnen. Erste Gerüchte kommen auf, dass wir am nächsten Tag nicht in Great Stirrup Cay anlegen können.

Tag 3
Genau das passiert dann auch. Frühmorgens probiert unser Schiff, an der Insel haltzumachen, bricht den Vorgang aber wegen der rauen See ab. Schade, denn auf dem Privateiland der „Norwegian Cruise Line“ hätten KISS ihre Unplugged-Show spielen sollen. Die findet nun wie in den letzten Jahren auf dem plötzlich doch wieder ziemlich sonnigen Pooldeck statt. Die Band unmaskiert durch einen Haufen Hits und ein paar Überraschungstracks ackern zu sehen, ist ohnehin in jeder Umgebung ein Erlebnis. Wobei sich das mit den Überraschungstracks in engen Grenzen hält. Außer ´Firehouse´ (die dazugehörigen Sirenen werden recht witzig von Gene und Drummer Eric Singer gequiekt) und ´Shock Me´ hat man alles schon mal in solchen Arrangements gehört. Das gleicht Zeremonienmeister Stanley aber durch eine souveräne Performance aus. Wie immer ist Tommy der beste Handwerker auf der Bühne und Eric als Trommler und Backup-Sänger ein souveräner Rückhalt, aber bei Paul und Gene hat sich das Verhältnis in den letzten Jahren spürbar verschoben. Stanley mimt nicht nur auf der „Norwegian Pearl“ trotz seiner ziemlich hässlichen Oma-Wollmütze den Kapitän und lässt inzwischen keine Zweifel mehr aufkommen, dass er bei KISS der Alleinherrscher ist. Gene stellt sich ohne Widerspruch ins zweite Glied. Auch die Fans hat Stanley problemlos im Griff. „Ruft nicht nach Songs, die wir nicht spielen können. Wir wollen schließlich nicht scheiße klingen!“, fordert er die wild durcheinander brüllende Meute auf, die nach irgendwelchen Obskuritäten verlangt. Da Paul heute nicht gegen den üblichen KISS-Soundwall anschreien muss, wirkt er auch stimmlich überzeugender als bei diversen Shows der letzten Jahre, was dem gesamten Auftritt eine angenehme Lockerheit verschafft. Bei einem normalen Gig würde Mr. Starchild zum Beispiel nicht unbedingt über Genes gelegentliche Text- und Tonlagenkapriolen witzeln. Amüsanterweise vergeigt Gene heute jedoch so gut wie nix (dem Teleprompter sei Dank), wohingegen ausgerechnet Paul bei ´Do You Love Me?´ textlich ins Schwimmen gerät. Neben der nicht wahnsinnig originellen Songauswahl ist nur zu beklagen, dass KISS nach weniger als 90 Minuten und ohne Zugaben verschwinden. Stanley zertrümmert noch schnell seine Klampfe, ein Roadie gibt Bescheid, dass die im Vorfeld festgelegten Käufer der Gitarrenreste und von Pauls Live-Mikro ihre Ware jetzt abholen dürfen, und es herrscht Ruhe im Karton.

Schon kurz darauf laden KISS allerdings zur Frage/Antwort-Runde. Natürlich sind die Fragen im Vorfeld abgestimmt, um etwaiges Genörgel („Wo issn Ace?“, „Gene, erzähl mal was über dein Sexvideo“ und so) rauszufiltern, aber die Antworten wirken dennoch spontan und machen der Band meist unübersehbar Spaß. Und darum geht es hier letztendlich. Im Akkord gibt´s Anekdoten aus 40 Jahren KISStory, die man teils noch gar nicht kennt, teils immer wieder gern hört. Darunter ist Witziges (die Band hatte in ihrer Frühphase pro Kopf nur ein Bühnenoutfit, das daher auf Tour nie Zeit zum Trocknen hatte, so dass irgendwann Pilzkulturen in den Stiefeln wuchsen und einem der Gestank Tränen in die Augen trieb). Anderes ist selbstironisch (Gene hat jeden Tag einen bad hair day und wäscht sich relativ selten). Eher ernst wird es, als KISS ihre Bewunderung für das US-Militär betonen und für Tommys erkrankten Vater – einen Army-Veteran, der bereits im Zweiten Weltkrieg kämpfte – um einige Schweigesekunden bitten. Stänkereien gegen Ex-Mitglieder bleiben komplett außen vor. Pauls Spruch, dass das aktuelle KISS-Line-up für ihn der absolute Rock´n´Roll-Himmel sei, sollte jedenfalls nicht in diese Richtung gedreht werden. Nach über einer Stunde geben KISS noch Autogramme, bevor sie in ihren Gemächern verschwinden.

Dann ist wieder Zeit für Musik. Robin Zander, BIG ROCK SHOW und NEEDEEP dürfen erneut ran. Die PAT TRAVERS BAND bekommt bei einer Jam-Session Unterstützung von Eric Singer, einem imposanten Tommy Thayer, der hier zeigen kann, dass viel mehr in ihm steckt als die aktuelle Spaceman-Inkarnation, und Paul Stanleys Sohn Evan, der ein echt guter Blues/Classic-Rock-Gitarrero ist. Auch der stolze Papa guckt kurz vorbei.

CRÜED entpuppen sich bei ihrem Schiffsdebüt als – Überraschung! – Mötley-Crüe-Coverband. Die Kanadier machen ihren Job ziemlich gut – der Nikki-Sixx-Ersatz sieht seinem Vorbild irritierend ähnlich – und erfüllen den Zweck, die Leute ´ne Weile anständig zu unterhalten. Vor der Bühne wird es brutal voll. Unser Jens Peters hätte bestimmt ´ne Dauerlatte in den Schiffsrumpf gerammt.
PRISS erscheinen heute in nachgeschneiderten Mittsiebziger-KISS-Outfits und sind noch einen Zacken geiler als bei ihrer „Dressed To Kill“-Show.
V sehen hingegen ziemlich idiotisch aus. Optisch irgendwo zwischen Karnevals-Black-Metal und der Resterampe des XtraX-Katalogs, spielen die Herr- und Frauschaften um Gitarrist Nikki Sinn (ächz), Drummer The Thunder (doppelächz) und Sängerin The Dark Siren (verzweifel) überraschenderweise ruppigen und richtig guten Heavy Rock, der seine Finger sogar gen Power Metal ausstreckt. Miss Siren ist optisch und stimmlich relativ umfangreich und röhrt das gesamte Boot in Grund und Boden. Eine Band, die man sich merken sollte.
Die EngländerInnen PURSON gehören zum erweiterten Umfeld des Okkult-Retro-Rock-Hypes. Hier an Bord sind sie völlige Exoten, da speziell der gewöhnliche Ami-Fan außer Ghost aus dem Bereich eh nix hört. Im Vorfeld meckerten bereits einige Passagiere, dass PURSON lieber auf ´ne Pink-Floyd-Kreuzfahrt gehen sollten. Dennoch: Wenn sie straight geradeaus spielen, machen sie ´ne gute Figur (Frontelfe Rosalie Cunningham natürlich generell bei JEDEM Song). Zu melancholische Stücke oder die verdrogten Evil-Flower-Power-Exkurse scheitern an der short attention span vieler Kruise-Gäste, aber vor der Bühne versammelt sich immerhin eine Die-hard-Fanbase, die den Höllen-Hippies aus der Hand frisst. Das spricht sich in Windeseile herum, so dass einen Tag später beim zweiten Gig auch Tommy Thayer und Eric Singer interessiert im Publikum stehen.

Der Abend läuft unter dem Motto „Dress As Your Favorite KISS Song“. Nur mit ´ner Windel bekleidet auf einem Dreirad zum Event zu fahren (Welches Lied das sein soll? Natürlich ´Baby Driver´!), traue ich mich dann doch nicht. Die anderen Gäste haben ohnehin genügend grandiose Ideen. Seien es ein paar Typen, die mit Zwangsjacke und Ritterrüstung auflaufen (das steht dann für ´Crazy Crazy (K)nights´), diverse „Dr. Loves“ in Ärztetracht oder eine Frau, die in europäische Landesflaggen und ein EU-Banner gehüllt ist (´She´s So European´). Die Nacht wird erneut lang, und man trifft auch den einen oder anderen Kruiser, der nicht nur auf KISS beschränkt ist (Kommentar zu meinem Motörhead-Shirt: „Die kenne ich, das sind doch die mit ´Ace Of Base´“).


Tag 4
Frühmorgens erreichen wir die Bahamas-Hauptstadt Nassau. Neben uns haben noch zwei weitere Kreuzfahrtschiffe angelegt. Eins davon ist so groß wie ´ne Kleinstadt und spuckt Tausende von Leuten auf die Hafenpromenade. Nassau präsentiert alle Strand- und Palmenklischees und natürlich den üblichen Touri-Nepp (sogar betreutes Juwelen-Shopping für verwöhnte Reiche). Wer das zu blöd findet, relaxt an Bord und geht zur Vorführung des leidlich unterhaltsamen Jack-Black-Streifens „School Of Rock“.

Danach steht die erste Fotosession mit KISS an. Jede Kabinenbesatzung bekommt einen Schnappschuss mit den Musikern. Da das Schiff mal wieder ausgebucht ist, werden die Passagiere in zwei Gruppen geteilt und sind entweder heute oder morgen am Zug. Genauso verhält sich´s auch mit den KISS-Indoor-Shows. Jeder kommt nur einmal in den Genuss. Das Boot ist dermaßen voll, dass alle, die freiwillig auf den Gig verzichten (desinteressierte Kids, mitgeschleifte LebensabschnittsgefährtInnen), sogar einen 250-Dollar-Gutschein erhalten. Sie können sich die Auftritte dann aber immerhin auf großen Videoscreens ansehen. Weitgehend in die Röhre gucken hingegen die parallel zu oder kurz nach KISS spielenden THE DEAD DAISIES, DIEMONDS, TIGERTAILZ und PRISS, denn den Hauptact will sich so gut wie niemand entgehen lassen, und sei es nur als Live-Übertragung. Um 21 Uhr entern Paul Stanley, Gene Simmons, Tommy Thayer und Eric Singer die Bühne des Stardust Theater, ohne Intro, dafür dem Reisemotto entsprechend in schicken Anzügen. „We are dressed to kruise, let´s get the party started!“, grinst Paul. Der brillante Stanley-Doppelschlag ´Creatures Of The Night´/´Psycho Circus´ eröffnet die Show. Gene, der in seinem Dreiteiler richtig gut aussieht, legt ´War Machine´ nach (Tommy fängt das legendäre Vinnie-Vincent-Solo hervorragend ein), bevor mit ´Plaster Caster´ schon fast überraschend spät erstmals auf die Siebziger zurückgeblickt wird und ´Tears Are Falling´ die unmaskierte Hair-Metal-Phase abarbeitet. Angesichts der Songauswahl kann man bereits jetzt vermuten, dass das Programm eng an der Setlist der kurz zuvor absolvierten Show in Mexiko kleben wird, was später im Internet zu den üblichen Shitstorms führt. Doch natürlich hat man zwar insgeheim gehofft, dass KISS auf der Kruise mehr rare Leckerli auspacken, andererseits war von uns aber eh niemand mal eben in Mexiko, und das ganze Drumherum des Abends ist so einzigartig, dass er sogar geil wäre, wenn die Setlist nur aus „Carnival Of Souls“- und „Monster“-Songs bestehen würde. KISS stehen heute in ihrer pursten Form vor einem: kein Graben, keine Pyros, kein Feuer, keine ausufernden Soli. Gene sabbert als Blutersatz ein bisschen Wasser in die ersten Reihen. Doch außer den Hintergrund-Screens, etwas Trockeneis und Konfetti verzichten KISS auf sämtlichen Schnickschnack. Die Fans nutzen die fehlenden Absperrungen und die eher gemütliche Security weidlich aus und grabschen immer wieder Plektren von Genes Bass. „Ich fühle mich in meinem Anzug wie auf einer Rock´n´Roll-Bar-Mizwa“, lacht Paul, der blendender Laune und ziemlich gut bei Stimme ist. Auf YouTube klingen die Mitschnitte mal wieder reichlich kacke, aber wenn man livehaftig vor der Bühne steht, stört einen der eine oder andere Aussetzer beim Gesang absolut nicht. In den Gesichtern um einen herum sieht man entsprechend nichts als Begeisterung. Nach ´ner Weile werden auch die Sitten on stage etwas lockerer. Paul legt erst Schlips und Sakko ab, dann fällt ein Hemdknopf nach dem anderen und schlussendlich das gesamte Oberteil. Bei ´I Love It Loud´ und ´Detroit Rock City´ sorgen die zahlreichen SüdamerikanerInnen mit ihren Schlachtengesängen für Fankurvenstimmung. „Eric, I love you!“, brüllt ein Typ. „Eric wird heute Abend nicht einsam sein“, flachst Paul zurück. „Dich kenne ich doch“, ruft er einem anderen Fan zu. „Ich habe dich mal aus der Halle werfen lassen!“ Gene schießt derweil mit einem Passagier Smartphone-Selfies. Es ist genau diese Clubshow-Atmosphäre, die den Gig so einzigartig macht. Da stört es nicht weiter, dass mit dem „The Elder“-Kracher ´The Oath´ nur ein Song im Set ist, der KISS-Spezialisten zumindest halbwegs überrascht (er war allerdings schon auf der dritten Kruise im Programm). Mit dem obligatorischen ´Rock And Roll All Nite´ geht im Konfettiregen ein verdammt imposanter Auftritt zu Ende.

Anschließend stehen noch einige Aftershow-Partys auf der Agenda. Unter dem Motto „I Was There“ soll man die Mitreisenden mit möglichst alten und seltenen KISS-Tourshirts neidisch machen. Krass, was manche Freaks der Altkleidersammlung oder – unfairerweise – ´ner eBay-Auktion entrissen haben. Wer früh mit dem KISS-Irrsinn begonnen hat, hat oftmals Pech. In mein ´79er Shirt – eigentlich nur ein Bügelbild, das Mutti auf ein Kinderleibchen gepresst hat – komme ich jedenfalls aus irgendeinem Grund nicht mehr rein. Man ist halt nicht mehr zwölf, obwohl man heute Bock hat, sich so zu benehmen. Auch dieser Abend wird nicht so schnell zu Ende gehen...

Tag 5
Die drei KISSer, die sich bislang nicht unters Publikum gemischt haben, müssen heute ran: Gene entscheidet sich mal wieder für das Plektrum-Zielwerfen. Es geht darum, das Plastik in diverse, verschieden weit entfernt stehende Eimer zu werfen/schnipsen. Simmons besitzt darin über 40 Jahre Erfahrung, aber diverse KISSologen haben scheinbar geübt. Denn auch wenn Gene sich ziemlich engagiert zeigt („This is war!“), schafft es einer tatsächlich, den Demon zu schlagen.

„Was? Gene hat verloren?“, kann es Eric Singer kaum glauben. „DAS hätte ich gern gesehen.“ Der Drummer stellt mittags die Gewinner des „Almost Famous“-Wettbewerbs vor. Die sind recht unterhaltsam, eine wirkliche Konkurrenz für Gene, Paul & Co. findet sich allerdings nicht. Dafür gibt´s ein paar schöne Dialoge zwischen Eric und dem Publikum. Auf Singers Frage, mit welchem der „Almost Famous“-Musiker sie am liebsten in die Kiste springen würde, antwortet eine schlagfertige Dame: „Mit dir!“ Das freut den „little drummer boy“ (Zitat: Paul Stanley) natürlich.

Paul macht sich´s richtig einfach. Er stellt im knackvollen Stardust Theater seine Biografie „Hinter der Maske“ vor und beantwortet einige Fragen aus dem Publikum. Der KISS-Kreativkopf redet offen über seine Psychotherapie und sein deformiertes Ohr („Das ist alles nicht sehr Rock´n´Roll“, lacht er angesichts dieser sehr persönlichen Themen), kramt alte Band-Erlebnisse hervor und gibt sich gewohnt selbstbewusst und latent blasiert („“Alive!“ ist das beste Live-Album aller Zeiten!“). Dann plauscht er noch über sein liebstes Rosenkohlrezept und bekommt als Überraschung vom Schiffschefkoch eine Kostprobe seiner eigenen Kreation serviert. Leider ist sich Stanley zu schade, den Fans, die teilweise stundenlang vor der Bühne auf ihn gewartet haben, abschließend ein paar Autogramme zu gönnen.

Später gibt´s die zweiten beziehungsweise dritten Gigs von BIG ROCK SHOW, PURSON, NEEDEEP, SNAKEBITE, V und CHEAP TRICKs Robin Zander, der auch mit etwas Unterstützung von Tommy Thayer nicht spannender wird. KISS entern abends wieder das Stardust Theater und liefern eine phänomenale Show ab, die man für immer im Gedächtnis behalten wird. „Let´s mix it up a little“, ruft Paul zur Begrüßung, und tatsächlich haben KISS nur wenige Minuten vor Beginn noch mal die Setlist durcheinandergewürfelt. Direkt nach der ´Creatures Of The Night´/´Psycho Circus´-Attacke dröhnt das schädelspaltende ´Parasite´-Riff durch die randvolle Venue und sorgt bei ca. drei Leuten tatsächlich für Headbang-Aktivitäten, während es sich gefühlte 50 Prozent der Zuschauer partout nicht nehmen lassen, den Gig durchs Smartphone/Fotoapparat/Kamera-Objektiv zu verfolgen. Wer in so einem intimen Rahmen das Second-Hand-Erlebnis am heimischen Computer relevanter findet, als hier und jetzt jede Minute in Echtzeit zu genießen, ist wirklich nicht ganz dicht. Zumal wie schon auf den vorangegangenen Kruises die zweite Show der Maskenmänner noch geiler ist als die am Abend zuvor. ´Makin´ Love´ serviert ein weiteres Jahrhundertriff, die Jam am Ende von ´She´ mit einem formidablen Thayer sorgt für ohrenbetäubenden Szenenapplaus. Paul grinst ständig wie ein Honigkuchenpferd, hüpft ohne den Ballast seiner Plateauboots wie ein höchstens 40-Jähriger über die Bühne, flirtet die Frauen in den ersten Reihen an, fragt, ob jemand aus – warum auch immer – Düsseldorf im Publikum sei, und wirkt kein bisschen anbiedernd, wenn er mehrfach betont, wie besonders für ihn die KISS Kruises sind. Kurz vor Schluss wird noch ´Do You Love Me?´ spontan ins Programm gehievt, bevor eine richtig fette Version von ´Love Gun´ folgt. Man muss es erneut betonen: Natürlich ist Paul stimmlich heutzutage eingeschränkt, aber er macht das Beste draus, und das ist definitiv nach wie vor ´ne Menge. Nach ´The Oath´ (hier schielen Stanley und Simmons dann doch öfter auf ihre Teleprompter) probiert er sich sogar an einer Strophe der „The Elder“-Schmachtnummer ´Just A Boy´ und staunt nicht schlecht, als sich das Auditorium selbst bei dieser Gurke textsicher zeigt. Ein brillanter Gig einer Band, die definitiv noch ein paar gute Jahre vor sich hat.

Wer jetzt einen Absacker braucht, lässt sich´s von DIEMONDS besorgen. Die KanadierInnen setzen unübersehbar auf den Sexappeal ihrer Frontbraut Priya Panda, die laut Homepage für – yeah! – „Sweet Squealin´ & High Heelin´“ zuständig ist. Gitarrist C.C. Diemond und Bassist Tommy Cee haben bei ihrer Namenswahl ebenso tief in die ironische Achtziger-Mottenkiste gegriffen. Der wuchtige Arena-Rock mit harter Sleaze-Kante ist auf jeden Fall gelungen, auch wenn man in Gedanken noch beim Verdauen der umwerfenden KISS-Show ist. Checkt online den coolen Clip ´Get The Fuck Outta Here´.

Der Abend nennt sich passend zum Slogan der gesamten Reise „Dressed To Kill“. Man soll sich schick machen und dazu in KISS-Make-up erscheinen, was einige Kruiser zu finalen kreativen Höchstleistungen anstachelt.
Wer immer noch Kondition hat, gibt beim Karaoke letztmalig sein mehr oder minder Bestes. Die Beiträge pendeln zwischen echt gut und echt lustig.
Das war´s dann leider für dieses Jahr. 2015 werden sich KISS wieder in Europa blicken lassen. Auch eine weitere Kruise wird es definitiv geben. Die Rockerrente kann warten …


www.kissonline.com
www.thekisskruise.com



Und sonst?
Wer zwischendurch von der Mucke die Schnauze voll hat, bekommt eine Menge weitere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Die ohnehin nicht wirklich nötige Bibliothek ist zwar zum KISS-Merchandise-Laden umgebaut worden, es bleiben aber diverse Swimming- und Whirlpools, eine Joggingstrecke, eine Bowlingbahn und ein Fitnessraum, der ein ganz besonderes Unterhaltungsprogramm bietet: Auf den Monitoren der Cardiogeräte läuft der ´78er Reinfall „KISS Meets The Phantom Of The Park“ sowie Werbung für Seniorenkatheter, und als ich mich aufm Rad abstrampele, marschiert mit Shannon und Sophie die attraktivere Hälfte der Simmons-Familie ins Gym und platziert ihre ansehnlichen, äh, Basecaps auf den Laufbändern. Kostenpflichtig sind das Spa und – logo – das Casino, es sei denn, man begibt sich in Letzteres nur zum Gucken oder Rauchen. Gucken kann man auch bei der Singles-Party. Da geht´s nicht um rares 7“-Vinyl, sondern um alleinstehende KISS-Fans. Finde also raus, „who was made for lovin´ you“ und ob jemand Bock auf deine „Love Gun“ oder deinen „Tunnel Of Love“ hat. Männerüberschuss und die Schüchternheit der Anwesenden begrenzen den Erfolg allerdings. Wer schon jemanden gefunden hat, kann sein Ehegelöbnis nachts unter dem Sternenhimmel auf den neuesten Stand bringen. Dafür ist ein über zwei Meter großes, Bodybuilding-gestähltes Paul-Stanley-Double aus der „Hotter Than Hell“-Kapelle in Las Vegas an Bord und hört sich die Liebesschwüre der Pärchen an. Witzig ist ein Spiel namens „Boozical Chairs“, ´ne Art „Reise nach Jerusalem“ mit Alk: Es gibt immer einen Stuhl weniger als Mitspieler. Diese rennen mit musikalischer Untermalung um die Sitzgelegenheiten, kippen Tequila und probieren, wenn die Musik ausgeschaltet wird, einen der Plätze zu ergattern. Wer übrig bleibt, fliegt raus. Dann geht´s mit einem Stuhl weniger von vorn los, bis sich zwei angetrunkene Finalisten um den Sieg balgen. Ebenfalls eher schräg: „Buds, Bacon And Bingo“, also Bingo mit Bier und Speck. Eine originelle Idee ist auch die Headphone Disco, bei der alle Anwesenden zum Mitsingen animiert werden, allerdings über die Kopfhörer verschiedene Songs eingespeist bekommen, so dass die Parteien zum Beispiel gleichzeitig Twisted Sisters ´We´re Not Gonna Take It´ und ´Rebel Rebel´ von David Bowie mitgrölen und sich auch nicht sonderlich synchron bewegen. Das sorgt bei den Umstehenden für diverse Lacher.


KISS Setlist Show 1
Creatures Of The Night
Psycho Circus
War Machine
Plaster Caster
Tears Are Falling
Let Me Go Rock´n´Roll
Lick It Up
Calling Dr. Love
Hell Or Hallelujah
I Love It Loud
Detroit Rock City
Love Gun
Black Diamond
Shout It Out Loud
The Oath
Rock And Roll All Nite

KISS Setlist Show 2

Creatures Of The Night
Psycho Circus
Parasite
Plaster Caster
Tears Are Falling
War Machine
Makin´ Love
She
Hell Or Hallelujah
Watchin´ You
Detroit Rock City
Do You Love Me?
Love Gun
Black Diamond
Shout It Out Loud
The Oath
Rock And Roll All Nite


KISS Setlist Unplugged-Show
Comin´ Home
Plaster Caster
Got To Choose
Hide Your Heart
Christine Sixteen
Nothin´ To Lose
Love Her All I Can
See You Tonite
Hard Luck Woman
All The Way
Shock Me
Hotter Than Hell
Firehouse
C´mon And Love Me
Cold Gin
Do You Love Me?

Pics: Katherina Heinrichs

Pic Jan & Katherina mit KISS: Will Byington

Bands:
KISS
Autor:
Jan Jaedike

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