Festivals & Live Reviews

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NIGHT IN GALES , WARBRINGER , KATAKLYSM - Kataklysm, Warbringer, Night In Gales - Essen, Turock

Ein hochkarätiges und wirklich vielseitiges Dreierpack, das uns heute Abend für knapp 20 Schleifen im Essener Turock erwartet. Draußen herrscht bestes Biergartenwetter, aber wer heute hier ist, um sich eine ordentliche Packung Death und Thrash Metal abzuholen, muss sich in den Club vor die Bühne bewegen. Dort ist gegen halb acht noch nicht viel los und auch am Merch-Stand gibt's heute nicht viel Interessantes abzugreifen. Und die Musik?

Die ist umso besser. Der Opener NIGHT IN GALES betritt um Punkt 20 Uhr die Bühne und präsentiert vor inzwischen knapp 100 Leuten ein saftiges Vorprogramm. Der abwechslungsreiche Melo-Death der Westfalen (inklusive kräftigem Cleangesang und eingestreuten ruhigen Momenten) überzeugt das applaudierende und teils headbangende Publikum. Dabei greift man sowohl auf altes Material von 1995, als auch Songs vom aktuellen Album "Five Scars" zurück. Mit zunehmender Spielzeit schleichen sich dann aber doch ein paar Längen ein, die sich mit einem Gang zur Theke überbrücken lassen. Nach 40 Minuten geht's in die erste Umbaupause.

Nach einem etwas langwierigen Soundcheck starten WARBRINGER mit ihrem musikalischen Kontrastprogramm. Die California-Boys schmettern von Beginn an ruppigen Old-School-Achtziger-Thrash in die Menge und zeigen allen, was echte Spielfreude ist. Die Songs kommen meist im Uptempo in Manier der ersten Slayer-Scheiben daher und werden immer wieder mit groovigen Parts und schrägen, virtuosen Soli beider Gitarristen aufgelockert. Ab dem dritten Song sind auch die Fans vor der Bühne warm geworden und moshen was das Zeug hält. Im Laufe des energiegeladenen Auftritts schafft Fronter John Kevill sogar, sie zum Circle Pit zu motivieren. Die Zweifel, ob Warbringer mit ihrer Mucke heute fehl am Platze sein könnten, haben sich nach überzeugenden 45 Minuten jedenfalls zerstreut.

Kurz vor halb elf gehen dann erneut die Lichter aus und es ist Zeit für die neben Bolt Thrower größte Death-Metal-Dampfwalze der Gegenwart. Mit 'To Reign Again' gehen KATAKLYSM vor einem riesigen Backdrop-Banner direkt in die Vollen. Der Bass pumpt, die Doublebass rollt, die kellertief gestimmte Gitarre groovt und Shouter Maurizio zeigt sich während des Auftritts gut gelaunt und sympathisch. Er bedankt sich bei den Fans, die heute abend trotz des parallel laufenden Wacken Open Airs angereist sind, für die 20 Jahre währende Treue. Die Setlist gestaltet sich erfreulich variabel, wobei der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf den letzten drei Alben liegt. Davon überzeugen besonders die Midtempo-Hymne 'Taking The World By Storm' und die brachial fetten 'Crippled And Broken' sowie 'As I Slither'. Aber auch Freunde der älteren, schnelleren Werke des Quartetts aus Montreal kommen mit 'The Awakener' vom 96er Output "The Temple Of Knowledge" oder 'Face The Face Of War' von "Shadows & Dust" auf ihre Kosten. Aus meinem persönlichen Album-Favoriten "Serenity In Fire" gibt's unter anderem das knüppelige 'The Night They Returned' auf die Ohren, welches von Maurizio sarkastisch mit "this is a song about zombies. Usually we don't sing about zombies, but we like 'em" angesagt wird. Man mag Kataklysm vorwerfen, in den letzten Jahren auf den Alben etwas eintönig geworden zu sein, aber live präsentieren sie sich nach wie vor als absolut umwerfend und headbangertauglich. Es hätten statt diverser Songs von "Heaven's Venom" eine Handvoll älterer Perlen wie 'Ambassador Of Pain' oder 'Manipulator Of Souls' sein dürfen, was wiederum jedoch Kritik auf hohem Niveau ist. Cooler Abend, aber beim nächsten mal darf's gern etwas mehr Auswahl in Sachen CDs, Vinyls und Merch zu erstehen geben!

SETLIST KATAKYLSM

To Reign Again
The Resurrected
The Soulless God
Prevail
Iron Will
Face The Face Of War
Taking The World By Storm
The Awakener
The Night, They Returned
Where The Enemy Sleeps
At The Edge Of The World
Bound In Chains
Crippled And Broken
As I Slither
Push The Venom
Blind Saviour

Bands:
NIGHT IN GALES
WARBRINGER
KATAKLYSM
Autor:
Meredith Schmiedeskamp

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