Festivals & Live Reviews

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IGNITE , MANDO DIAO , DROPKICK MURPHYS , JENNIFER ROSTOCK - Impressionen vom Deichbrand-Festival 2009

Deichbrand 5.0: Die Drei-Tages-Veranstaltung in Cuxhaven hat sich mittlerweile zu einer festen Festival-Institution in Norddeutschland gemausert. Zwar gestaltet sich das Programm von Jahr zu Jahr unmetallischer, doch für Rockfans ist auch 2009 wieder einiges dabei.

Dabei sah es 2008 gar nicht so rosig für das Deichbrandteam aus. Cuxhaven zeigte sich im vergangenen Jahr schon am ersten Festivaltag wettertechnisch von seiner schlechtesten Seite. Der Dauerregen sorgte dafür, dass das Gelände einer riesigen Schlammpfütze glich und die Konzerte von mehreren Stromausfällen unterbrochen wurden. Nun wurde für 2009 mit dem Seeflugplatz in Nordholz ein passendes Gelände gefunden, dass mit einigen geteerten Wegen den Schlamm-Supergau zu verhinden weiß. Die Cuxhavener müssen zwar eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, dafür freuen sich Besucher aus dem Umland über einen kürzeren Weg.

Am Freitag sind JENNIFER ROSTOCK die erste bekanntere Band, die am frühen Abend mit rockigen Klängen und knapp-bekleideter Frontlady für Stimmung sorgen. Danach legen 4LYN los, denen das Wetter im letzten Jahr ganz besonders übel mitgespielt hat. Mehrere Stromausfälle zwangen die Band irgendwann zur Aufgabe. Schön, dass der Band in diesem Jahr erneut Gelegenheit geboten wird, das Publikum von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Denn man kann zu dem New Metal der Band stehen wie man will: live räumen 4LYN jedes Mal ziemlich ab. Ironischerweise kommt der einzig fette Regenschauer an diesem Tage direkt während des 4LYN-Gigs vom Himmel. Fronter Ron lobt die Fans, die sich vom Wettergott nicht beirren lassen und zu dem Bandklassiker 'Whoo' nochmal richtig Gas geben.

Der Gig von Polarkreis 18 bietet erstmal genug Zeit, um sich mit einem trockenem Shirt und frischem Bier zu versorgen. Interessant wird es bei LOTTO KING KARL, der im Norden eh Kultstatus besitzt. Das heiß ersehnte 'Hamburg, meine Perle' wird dann auch aus tausenden Bier-geschwängerten Kehlen mitgegröhlt. Die MONSTERS OF LIEDERMACHING sorgen im Anschluss dafür, dass die gute Stimmung nicht abebbt. Die Musiker verzichten auf sämtlichen Firlefanz und unterhalten das Publikum mit ihren Songs, deren Texte vor Wortwitz nur so strotzen. Dennoch stolpern schon viele Besucher während des Gigs vom Gelände, um entweder die immer noch nassen Klamotten zu wechseln oder die Kraftreserven für die nächsten beiden Tage zu schonen.

Nachdem am Samstag nur BLACK SHEEP, EMIL BULLS und SMOKE BLOW die Fans der härteren Klänge begeistern, ist die Freude am Sonntag umso größer, als die Hardcore-Punk-Institution IGNITE die Bühne entert. Musikalisch gibt es nix zu meckern, die melodisch erstklassigen Kompositionen sorgen wieder für reichlich Bewegung im Publikum. Allerdings nervt das Gelaber von Sänger Zoli, der die Fans nach jedem Song (!) politisch aufklärt und davon überzeugen will, sich politisch/sozial/ökologisch zu engagieren – man kann es auch übertreiben. In der Hinsicht sind vielen Besuchern die DROPKICK MURPHYS lieber. Kein Wunder, zu der Musik lässt sich wunderbar feiern und trinken, auch wenn die Band den Einsatz des Dudelsacks meiner Meinung nach deutlich überstrapaziert. Die meisten Tageskarten dürften heute wegen MANDO DIAO verkauft worden sein. Das Gelände füllt sich vor dem Gig der Schweden auf jeden Fall merklich. Allerdings spaltet die Band das Publikum. Direkt vor der Bühne begeistern sich kreischende Mädels für den poppigen Rock, dem Großteil des männlichen Publikums fehlt der Performance und der Musik die Durchschlagskraft. Allerdings zieht sich die Band im hinteren Drittel ihres Sets mit den allseits bekannten Hits der Marke 'Dance With Somebody' noch passabel aus der Affäre und stimmt die Besucher vorfreudig auf das Deichbrand 2010 ein. Dann vielleicht auch wieder mit der ein oder anderen Metalband.

Bands:
MANDO DIAO
DROPKICK MURPHYS
IGNITE
JENNIFER ROSTOCK
Autor:
Ronny Bittner

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