Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 25.05.2016

DEAD TO A DYING WORLD , ABYSMAL GRIEF , NIGHT VIPER , THE SKULL , NEUROSIS , CULT OF OCCULT , HEXVESSEL , LYCHGATE , REPULSION , THE BODY , DEATH ALLEY , BLOOD CEREMONY , CULT OF LUNA , BLIKSEM , JUCIFER , ORANSSI PAZUZU , PENTAGRAM , KENN NARDI , PETER PAN SPEEDROCK , TAU CROSS , MISTHYRMING , PARADISE LOST - Hip auf Highheels

Langjährige Roadburn-Gänger mussten sich dieses Jahr erst mal umgewöhnen, denn man fand das 013 im niederländischen Tilburg umgebaut vor. Dabei wurde nicht nur das Fassungsvermögen der Haupthalle und des kleineren Green Room erweitert, sondern auch die Anlage aufgestockt, die so manchen Gig zu einem physisch fühlbaren Erlebnis sondergleichen macht. Neben den gewohnten Zusatz-Locations Cul de Sac (eine gemütliche Kneipe) und Het Patronaat (eine ehemalige Kirche) war außerdem noch der Club ums Eck namens Extase neu, in den die eine oder andere Band ausgelagert wurde. Wie immer gab´s ein langes Wochenende mit Familien-Charakter lang Doom Metal, Psychedelic Rock und Avantgarde-Gelärme verschiedener Facetten auf die Ohren, wie man es eben nur beim Roadburn so geballt serviert bekommt.

DONNERSTAG

So was erlebt man eben auch nicht bei jedem Festival: Bei der ersten Band um 15:30 Uhr ist die Halle der Main Stage bereits zum Bersten gefüllt. Dabei haben früh Angereiste wie ich noch den bierseligen Warm-up vom Mittwochabend in den Knochen, bei dem JUCIFER zu später Stunde das Cul de Sac rabiat zerlegten. CULT OF LUNA spielen jedenfalls mit „Somewhere Along The Highway“ noch nicht mal eines ihrer zwingenderen Alben am Stück. Mehr als achtsam aus der Affäre ziehen sich die souverän mit zwei Schlagzeugen und drei Gitarren auflaufenden Schweden aber natürlich dennoch. Ihr stimmungsvoller Post Metal samt unwirklicher Lightshow stellt passend die Weichen für die nächsten Tage.
Im Het Patronaat kann man derweil mit DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND die Nachfolgeband eines kontroversen Neofolk-Projekts begutachten, deren tight-verspielter Psychedelic Rock mit fliegenpilzbenebelter Aura so einen Spaß macht, dass auch Kollege Kaiser angetan mitwippt. Es geht aber schon bald zurück zur Hauptbühne, auf der der Trouble-Ableger THE SKULL eine Mischung aus Songs des eigenen Albums „For Those Which Are Asleep“ und Trouble-Classics aus der Neunziger-Phase spielt. Der Sound drückt laut, und spielerisch sitzt´s - dass sich der allgemeine Andrang beim in die Jahre kommenden Frontmann Eric Wagner & Co. in Grenzen hält, verwundert wegen der eher unspektakulären Performance allerdings auch nicht wirklich.
Bei CULT OF OCCULT ist die Schlange vorm Het Patronaat so groß, dass ich sie durchs Raster fallen lassen muss. In der großen Halle geht das Kontrastprogramm mit HEXVESSEL weiter. Was vor wenigen Monaten beim Leafmeal in Dortmund in kleiner Club-Atmosphäre als psychedelische Folk-Show gut funktionierte, gefällt auch heute auf der riesigen Hauptbühne. Mainman Mat McNerney setzt zwischenzeitlich zu einer Lobes- und Dankesrede über die besondere Natur des Festivals von und für Musikwertschätzer an und erklärt, dass der nächste Song ´Cosmic Truth´ von „wahrer Liebe und Raumschiffen“ handelt. Keine schlechte Überleitung für den erneuten Wechsel ins Het Patronaat, wo ORANSSI PAZUZU auch etwas Außerweltliches ausstrahlen - allerdings eher auf krawallige Art und Weise. Der zwischen hypnotischen Jams und krachigen Gewaltausbrüchen pendelnde Avantgarde Black Metal der wilden Finnen kommt live einen ganzen Ticken schroffer als auf Konserve rüber und macht damit noch mehr Bock als erhofft. Für mich eines der Festival-Highlights!
Zurück in der Haupthalle geben CONVERGE zum 15-jährigen Jubiläum das Album „Jane Doe“ am Stück zum Besten und machen damit überhaupt zum ersten Mal etwas Derartiges. Und man muss hier auch kein Fan oder Genre-Freund sein, um beeindruckt anzuerkennen, wie das Material besagten Meilensteins des avantgardistischen Hardcore bis heute nichts von seiner Eigenständigkeit verloren hat. Zudem wird es von der Band, zu der sich dem Anlass entsprechend Ex-Mitglied Stephen Brodsky (Cave In, Mutoid Man) gesellt, auf einem beachtlichen Energielevel dargeboten.
Im Green Room geht´s ähnlich krass weiter, denn THE BODY sind ebenfalls ein Unikat, das nichts für Zartbesaitete auffährt. Die Duoformation von bärig-nerdiger Erscheinung spielt eine Variante des ultrawuchtigen Sludge Metal, die - begleitet von heiser-verzweifeltem Geschrei - die Noise-Schrauben bis ins Industrielle und Lärmige dreht. Was sie auf ihren facettenreicheren Konserven sonst noch so können, streifen sie live nur minimal, aber beeindruckend ist der massive Berg aus Lärm, der hier aufgetürmt wird, auch so.  
Für die danach auf der Main Stage etwas konventioneller tönenden PARADISE LOST muss man die eigenen Gehörgänge erst mal neu justieren. Auch hier jubiliert ein bestimmtes Album: Der Doomdeath- und, nun ja, Gothic-Metal-Meilenstein „Gothic“ hat inzwischen 25 Jahre auf dem Buckel. Unterstützt durch Keys und weiblichen Gesang aus der Konserve, spielen die Briten das Teil von vorne bis hinten runter, während Frontmann Nick Holmes seinen früheren Grunz-Style ehrlich gesagt nicht mehr so richtig hinbekommt. Als anschließend noch was Aktuelles und ein paar Althit-Standards wie ´As I Die´ und ´Hallowed Land´ hinterhergeschoben werden, hat man dann auch das Gefühl, dass Holmes dabei irgendwie fester im Sattel sitzt.
Die Qual der Wahl beim Endspurt: Während sich das Publikum schon etwas lichtet, kann man seinen Absacker z.B. beim Hauptbühnen-Auftritt des für meinen Geschmack zu fluffigen Psychedelic Rock von BLACK MOUNTAIN oder auch - sehr passend - im Het Patronaat bei der italienischen Horror-Metal-Party von ABYSMAL GRIEF (mit Priesterkostüm und Orgel!) trinken. Ich bleibe allerdings schlussendlich bei ABYSSION im Green Room hängen, da mich deren optisch wie musikalisch eigenwillig-kauziger Psychedelic-Punk-Black-Metal (?) in meinem inzwischen etwas beeinträchtigten Zustand spontan ziemlich anspricht. Sozusagen was typisch Finnisches zum Fin(n)ish. (sd)

FREITAG

Alter Schwede: „Eins von den 250 Pilsjes gestern war wohl schlecht“, denke ich mir, als ich am Freitag um drei Uhr nachmittags verkatert wie Hulle am 013 vorbeischlurfe und mich gleichzeitig (ich bin für meine Multitasking-Fähigkeiten bekannt!) frage, was hier eigentlich mehr müffelt: die ganzen Kiff-Schwaden um mich herum oder der überdimensionierte Smoker des Pulled-Pork-Foodtrucks (kleine Portion zehn Euro - läuft!) neben dem Haupteingang. Jedenfalls fühle ich mich ziemlich benebelt, und die Finnen-Kollabo von HEXVESSEL und den Ritual-Ambient-Folkern ARKTAU EOS im Het Patronaat tut ihr Übriges: Direkt im Anschluss an die Show ziehe auch ich mir ´ne Kapuze über den Kopf und „interpretiere“ auf Tilburgs Kneipenmeile mit meinem Kamm rheinische Volksweisen (´Kölsche Jung´, ´Beinah, beinah (hätt ich se jebütz)´, ´Müsli Man´).  
Um viele Erfahrungen und immerhin 2,50 Euro (= 1 Pilsje) reicher, stolpere ich ins Extase, um mir die Psych-Sludger NIBIRU reinzupfeifen. Die Italiener sind so was wie typischer Roadburn-Konsens und fahren ein ordentliches Brett, fesseln aber natürlich nicht genug, um einen vom Besuch der Main Stage abzuhalten, auf der mit der amerikanischen, griechischstämmigen Avantgarde-Ikone DIAMANDA GALÁS, die Rockfans am ehesten von ihrem mit Led-Zeppelin-Basser John Paul Jones entstandenen 1994er Album „The Sporting Life“ kennen, eines DER Highlights des ganzen Festivals performt. Und „performt“ ist der richtige Ausdruck: Der exaltierte, keineswegs melodienorientierte Vier-Oktaven-Gesang der Grande Dame, die sich gleichzeitig als begnadete Pianistin präsentiert, gerät enorm fordernd und spaltet das Publikum (das die Halle während dieser Show nur in den Songpausen betreten und verlassen darf). Ich finde das Ganze vor allem: interessant. (Und zwar im positiven Sinne.)
Der Nachmittag bleibt stark: Im Het Patronaat rauchen die Neurosis-Recken STEVE VON TILL, der sich beim tollen Publikum dafür bedankt, dass es während der Show einfach mal die Klappe hält und sich auf die Musik konzentriert, und SCOTT KELLY hintereinander sämtliche Johnny-Cash-Epigonen und diesen ganzen prätentiösen „Outlaw-Balladen“-Scheiß in der Pfeife, in der Haupthalle grunzt Dümpelmann vor allem beim „Horrified“-Material lauter als die US-Ikone REPULSION selbst, im Green Room mischen SINISTRO aus Portugal Post Metal mit den Fado-Errungenschaften ihrer Heimat („Jo, fad´ find ich das auch!“, poltert ausschließlich Frau Pfeifle), bevor die Lokalmatadoren DEATH ALLEY andere Geschütze irgendwo zwischen Warrior Soul, Poison Idea und MC5 auffahren, und im Extase dilettieren im „technischen“ Sinne die Echt-Metal-Hopefuls NIGHT VIPER vor allem gesanglich ´ne gute Dreiviertelstunde vor sich hin, das aber äußerst charmant und verdammt gut gelaunt.
Auf den Cathedral/Electric-Wizard-Bastard WITH THE DEAD um den diesjährigen „Roadburn-Kurator“ Lee Dorrian sind alle gespannt (gut, dass Bittner nicht da ist!), und tatsächlich funktioniert der No-bollocks-Doom mit Dröhn-Garantie nicht nur aufgrund der meistens verdrogten Visuals im Bühnen-Hintergrund ganz hervorragend - und bereitet den Boden für den ersten Auftritt der Hardcore-Punk-Vorreiter G.I.S.M. außerhalb Japans überhaupt. Der - kein Scheiß! - aus der ganzen Welt angereiste, in Spikes´n´Leather gekleidete Supporters Club der Band hält den größten Pit des Wochenendes bis zum Ende der Show durch, und auch Frontmann Sakevi Yokoyama lässt nichts anbrennen und freut sich mit dem, ähem, konzentrierteren Teil des Publikums über lustiges Animated-Porn-Dauerfeuer auf der Leinwand.
Die von Hipstern hochgelobten Psych-Blackies LYCHGATE könnten im Green Room zu einer typischen Roadburn-Überraschung avancieren, klingen in meinen Ohren aber eher nach ´nem weiteren England-Hype, die Belgien-(Neo-)Thrasher BLIKSEM spielen im Extase durchaus souverän ihren Quasi-Heimvorteil aus, und PETER PAN SPEEDROCK sagen auf ihrer Abschiedstour auch in Tilburg sehr laut und kein bisschen leise „Servus“, sind aber alle nichts gegen PENTAGRAM mit der besten Show des Tages: Bobby Liebling tänzelt heute besonders schön, und zwar auf - wie ich meine - noch höheren Absätzen als sonst, Victor Griffin schleudert die Geschmacksriffs im Sekundentakt raus, die Songauswahl ist tippitoppi - und dass man am Ende noch die halbe Bühne zerlegt, feinstes Rock´n´Roll-Entertainment der (ganz, ganz) alten Schule.
Vor allem im direkten Vergleich mit Pentagram stinken THE SKULL als Rausschmeißer auf der Main Stage ziemlich ab, schon der Gig am Vortag war kein Burner: Die extrem old-schoolige Songauswahl kann nichts dafür, die sicher nicht lustlos gemeinte, aber leider so wirkende Performance ist dagegen nicht ohne Schuld. Und weil ich den Tag nicht so beenden will, wie er begonnen hat (im Het Patronaat bitten MISÞYRMING zusammen mit jedem anderen Isländer, der nicht bei drei auf den Bäumen war, zur „Úlfsmessa“ mit mindestens 250 „exotischen“ Instrumenten), kommt mein Rauswerfer aus Deutschland: ZONE SIX sind eine von diversen guten Combos des Kraut/Psych-Protagonisten Dave Schmidt und machen im Cul de Sac den heutigen - ihr habt´s erraten! - Sack gekonnt zu. (bk)

SAMSTAG

DOOL sind nicht nur der „Featured Newcomer“ des Festivals und einer der ersten Acts des Samstag-Programms, sondern auch mein persönliches Highlight des Wochenendes. Und nicht nur ich scheine auf den höllisch eingängigen, leicht Dark-Wave-angehauchten Rocksound der Rotterdamer um Hollands Lesben-Ikone Ryanne van Dorst alias Elle Bandita neugierig zu sein. Das Cul de Sac ist brechend voll. The-Devil´s-Blood-Sängerin Farida steht ebenfalls in der vollen Kneipe, um ihren ehemaligen Band-Kollegen Job van de Zande zu begutachten, der bei dem Quintett den Bass spielt. Ryanne empfiehlt sich als packende Frontfrau, die eine Mischung aus Rotzgöre und cooler Sau ist - und nebenher eine der drei Gitarren bearbeitet.
Ganz anders sind die Vibes beim Konzert der Funeral-Doomer SKEPTICISM, die auf der Main Stage ihre schleppend-wabernden Sounds einer von den Fans gewünschten Setlist aus den Boxen drücken, während ein in Grautönen gehaltenes Bühnenbild die dunkle Stimmung untermalt.
Bei HEMELBESTORMER ist das 150 Mann fassende Cul de Sac noch eine Ecke voller als bei Dool, weswegen ich kaum noch in den Laden komme und nur der Höreindruck verrät, dass es ein gutes Konzert sein muss. In der etwas größeren Kneipe Extase zocken die Franzosen CHAOS ECHOES ihre Extrem-Metal-Sounds, die in verschiedene räudige Klangkosmen einladen und dabei ganz anders klingen als ASTROSONIQ, die im brechend vollen Green Room vor rund 700 Gästen ihre erste Show seit zehn Jahren im Original-Line-up zocken. Die niederländische Psychedelic-Kultband, zu der u.a. The-Devil´s-Blood-Gitarrist Ron van Herpen gehört und bei der ein gewisser Walter Hoeijmakers die Visuals verantwortet, liegt eigentlich seit Jahren auf Eis, weil Drummer Marcel an Multipler Sklerose erkrankt ist. Doch fürs Roadburn hat das Gespann noch mal zusammengefunden, ein Schlagzeug entworfen, das ohne Bein-Einsatz bedient werden kann, und sich auf ein Niveau geprobt, das das Konzert zu einem kurzweiligen und mitreißenden Erlebnis werden lässt.
Zeitgleich gibt sich in der gut besuchten Haupthalle nebenan die Supergroup TAU CROSS die Ehre, die mich trotz namhafter Besetzung (Amebix-Sänger Rob Miller und Voivod-Schlagzeuger Away) mit ihrem schwarzen Achtziger-Brit-Sound nicht so ganz umhaut, aber bei den meisten Zuschauern prima ankommt. (Zu Recht - eins der Festival-Highlights! - bk)
Im Rock-Hard-Review schneiden BEASTMAKER zwar nicht so gut ab, aber live liefern sie im Het Patronaat, vor dem sich eine lange Warteschlange gebildet hat, eine solide Show ab, die in Stoner-, Rock- und Doom-Gefilde einlädt. Die hipste Band des Tages sind dagegen auch heute MISÞYRMING, die sich viele Besucher „einfach mal so“ anschauen wollen, weil sie zu den neuen coolen Black-Metal-Bands gehören. Und tatsächlich hält die Truppe aus Reykjavík den Vorschusslorbeeren stand und überzeugt mit einer mystisch-düsteren und derben Performance. (cs)
Eher (Holzfäller-)hemdsärmelig-entspannt geht´s bei den Hardrockern CAROUSEL im Extase zu, dann rüber zur Main Stage, wo CONVERGE mit ihrer Kollaboration „Blood Moon“ auf der Bühne stehen. Dazu gehören Gastmusiker wie Chelsea Wolfe, Ben Chisholm, Stephen Brodsky und Steve Von Till, auf dem Programm sollen sich eher ruhigere Stücke befinden. Und tatsächlich: Im Laufe des Sets wird es gefühlig. Daran nicht unbeteiligt: The Cure (Cover von ´Desintegration´), Steve Von Tills unverwechselbare Stimme, eine Akustikgitarre (gespielt von Chelsea Wolfe) und von rauem Charme geprägte Röchel-Hauch-Duette zwischen Converge-Fronter Jacob Bannon und Chelsea Wolfe. „This is so beautiful!“, seufzt ein Roadburner hinter mir.
Ein bisschen Albernsein zwischendurch muss gestattet sein, also weiter zu den schrägen Retro-Vögeln von ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL im Het Patronaat. Der Bandname, die lustigen Frisuren und das Micky-Maus-T-Shirt zaubern einfach ein grooviges Grinsen ins Nerd-Gesicht. Zu den fuzzigen Classic-Rock-Tunes testen gestandene Hipster im Publikum ausgelassen ihre Hüftschwung-Qualitäten (können es aber bei weitem nicht mit den Moves von Bobby Liebling aufnehmen), dann stößt noch Ben Ward von Orange Goblin für ein paar Backing Vocals zu dem Trio.
Wir reißen uns los von der unterhaltsamen Chose, um im Green Room ein paar Takte der - was sonst?! -„Blackened Apocalyptic Doom“-Combo DEAD TO A DYING WORLD mitzunehmen. Wahrscheinlich ist der Kontrast in diesem Moment zu krass, denn so richtig zünden mag das Mann-Frau-Gekeife nicht. Da reißt auch die Geige nichts mehr raus. Ganz große Emotionen werden danach auf der Main Stage zelebriert: Die Belgier AMENRA sitzen im Kreis und spielen ein Akustik-Set (u.a. mit dem Tool-Cover ´Parabol´ und Songs ihrer Akustik-EP „Afterlife“). Viele ergriffene Gesichter, langer Applaus. Kontrastprogramm bei den reformierten Chaoten von LA MUERTE aus dem belgischen „Bruxhell“: Wer die Patchouli-Attacke ertragen kann (der Green Room ist komplett zugeräuchert), wird belohnt mit einer garstigen Performance aus der räudigsten Räucherstäbchen-Hölle.
Wenig später steuert das Roadburn 2016 auf seinen Höhepunkt zu: Die großen, großen NEUROSIS feiern ihr 30-jähriges Bandjubiläum mit zwei zweistündigen Headliner-Shows auf der Main Stage (die zweite folgt am Sonntag). Genügend Zeit also, eine ausgiebige Reise durch die musikalische Karriere zu unternehmen - von den alten Crust-Tagen über das Joy-Division-Cover ´Day Of The Lords´ bis hin zum perfekten Final-Doppelknüller (O-Ton Dümpelmann) ´Through Silver In Blood´ und ´Stones From The Sky´. Die dunkle Verzweiflung ist greifbar, die Geräuschkulisse an manchen Punkten körperlich schier nicht mehr auszuhalten. Für kurze Regenerationseinheiten zwischendurch bieten sich BLOOD CEREMONY (abzappeln zum Überhit ´Goodbye Gemini´, dahinschmelzen bei den charmanten Ansagen, am Ende der Flöte des Teufels verfallen) und Anacrusis´ KENN NARDI (Techno-Thrash-Klassiker wie ´Release´ machen immer Laune) an. (kp)

Beim Roadburn waren wieder mal glücklich und zufrieden: Boris Kaiser (bk), Simon Dümpelmann (sd), Conny Schiffbauer (cs) und Katharina Pfeifle (kp). Die Fotos schoss Eus „Dutch Connection“ Straver.

Bands:
PENTAGRAM
HEXVESSEL
NIGHT VIPER
PETER PAN SPEEDROCK
BLIKSEM
TAU CROSS
PARADISE LOST
ORANSSI PAZUZU
CULT OF OCCULT
LYCHGATE
DEAD TO A DYING WORLD
NEUROSIS
BLOOD CEREMONY
MISTHYRMING
JUCIFER
REPULSION
THE BODY
CULT OF LUNA
ABYSMAL GRIEF
KENN NARDI
THE SKULL
DEATH ALLEY
Autor:
Katharina Pfeifle
Boris Kaiser
Simon Dümpelmann
Conny Schiffbauer

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