Festivals & Live Reviews


Pics: Lisa Scholz

Festivals & Live Reviews 18.11.2019, 11:28

HALESTORM - Köln, Palladium

Der Abend im Kölner Palladium hält geballte Frauenpower bereit. Doch zunächst muss die richtige Einlass-Schlange gefunden werden. Im E-Werk gegenüber findet ebenfalls ein Konzert statt, was zwischenzeitlich für Verwirrung unter den Konzertgängern sorgt. In der richtigen Halle angekommen, deutet direkt die für Metal-Konzerte ungewöhnlich lange Schlange vor den Damentoiletten auf einen großen Andrang von weiblichen Fans hin. Der Grund dürfte im Line-up zu finden sein: Drei Rock-Bands mit Leadsängerinnen stehen heute auf der Bühne.

Als Opener treten die Kalifornier NEW YEARS DAY mit einem halbstündigen Set auf. Von Anfang an heizt das Quintett der bis zur Hälfte gefüllten Halle ein. Die Mischung aus Hardcore und Alternative kommt an und das Publikum lässt sich von Sängerin Ash Costello zum Mitfeiern motivieren. Performt werden sowohl Songs wie 'Skeletons' vom neuen Album „Unbreakable“, aber auch ältere Lieder, die noch aus der Ära stammen, in der die Band dem Pop-Punk frönte. Auch wenn NEW YEARS DAY seit ihrer Gründung 2005 schon einige Besetzungswechsel hinter sich haben, funktioniert die Combo live gut.

Während die Balustraden zunächst noch leer gefegt waren, trauen sich zu IN THIS MOMENT vereinzelt Menschen nach oben. Der Ausblick von dort dürfte sich lohnen, denn die Gruppe aus Los Angeles fährt eine sehenswerte Show auf. Der Bühnenaufbau erinnert an einen Friedhof und zusammen mit der Choreografie greift er das Thema des aktuellen Albums „Ritual“ auf. Als Metalcore-Band mit gutturalem Screaming gestartet, hat sich die Combo hin zu melodischeren Songs mit cleanem Gesang entwickelt. Fronterin Maria Brink steht in weißen, wallenden Gewändern in der Mitte der Bühne und ist von Nebel und zwei Tänzerinnen umgeben. Passend zu den Liedern wechseln die Drei ihre Outfits oder ergänzen sie durch Masken. Für eine größere Bewegungsfreiheit greift die Frontfrau auf ein Headset-Mikrofon zurück, was leider ein wenig zulasten der Tonqualität geht. Insgesamt liefert das Quintett eine fesselnde einstündige Performance ab und zum finalen Track 'Whore' werden weiße und schwarze Luftballons mit den Symbolen der drei Weltreligionen in die Menge geworfen.

Nach der notwendigen Umbaupause starten HALESTORM auf freigeräumter Bühne richtig durch. Dass das Konzert auf einen Wochentag fällt und die Halle nicht ganz gefüllt ist, tut der Stimmung keinen Abbruch. Während es beim vorherigen Gig weniger Ansprachen ans Publikum gab, bezieht Sängerin Lzzy Hale die Fans wieder voll mit ein. Es wird geklatscht, getanzt und lauthals mitgesungen. Im Vergleich zu den Vorbands wirkt das Quartett aus Pennsylvania deutlich routinierter und eingespielter. Mit Leichtigkeit und viel Spielfreude bringen sie Klassiker wie 'Love Bites (So Do I)' und 'Mz. Hyde' rüber. Nicht fehlen dürfen Gitarrensoli sowie eine gemeinsame Jam-Session von Bassist Josh Smith und Bandmitgründer Arejay Hale am Schlagzeug. Der Drummer bekommt auch einen alleinigen Auftritt und schlägt mit überdimensionierten Drumsticks auf die Trommeln ein. Neben rockigen Nummern wie 'Black Vultures' und 'Do Not Disturb' spielen HALESTORM auch ruhigere Songs. Zu 'I Am The Fire' werden im Publikum Feuerzeuge und Handylichter in die Höhe gereckt und 'The Silence' ist die Ballade des Abends. Ein Hit folgt dem anderen und so vergeht das eineinhalb-stündige Set wie im Flug. Frontfrau Lzzy überzeugt nicht nur mit ihrer Stimme, sondern erntet auch heftigen Beifall für ihren zur Tour passenden Kommentar: „Rock-Musik vereint uns. Wir sind alle gleich, egal welches Geschlecht wir haben.“ Den krönenden Abschluss bildet 'I Miss the Misery' mit einem verlängerten Outro.


Bands:
HALESTORM
NEW YEARS DAY
IN THIS MOMENT
Autor:
Lisa Scholz

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