Krach von der Basis

Krach von der Basis 29.08.2018

Grave Thoughts: die Krach-Kolumne

Immortal landen mit ihrem neuen Album „Northern Chaos Gods“ in der Woche nach Veröffentlichung auf Platz zwei der deutschen Albumcharts. Kurz davor schafften es Marduk mit „Viktoria“ auf Platz zehn. Was ist da los?

Sind das weichgespülte Platten mit Mainstream-Appeal? Ist Deutschland im Black-Metal-Fieber? Nein, natürlich nicht. „Northern Chaos Gods“ ist über weite Strecken derbes Geballer, und bei Marduk war das sowieso nie anders. Und dass die Deutschen in den letzten Monaten auf breiter Front (kleiner Marduk-Gag) ihre Liebe zum Metal entdecken, dürfte auch ausgeschlossen sein. Was also ist da passiert? Die traurige Wahrheit: Außer uns Metallern kauft kaum noch jemand Tonträger oder bezahlte Downloads. Deutschland war lange eines der Länder, die sich gegen den Download- und Streaming-Trend gestemmt haben, aber die Chartplatzierungen dieser beiden Extrem-Metal-Bands zeigen deutlich, dass es damit nun vorbei ist. Noch klarer wird es, wenn man sich die bisherigen Höchstplatzierungen der zwei Gruppen anschaut. Immortal: „All Shall Fall“ (Platz 33), „Sons Of Northern Darkness“ (Platz 58), „Damned In Black“ (Platz 95). Marduk: „Frontschwein“ (Platz 34), „Serpent Sermon“ (Platz 92). Alle anderen Platten beider Bands schafften es überhaupt nicht in die Charts, obwohl von ihnen vermutlich ungleich höhere Stückzahlen verkauft werden konnten als von den jetzigen Chartstürmern. Dass Acts wie Immortal und Marduk hoch in die Charts einsteigen, mag cool sein. Darüber freuen kann man sich aber nicht. Denn es zeigt überdeutlich, dass physische Tonträger bald wirklich nur noch ein Nischenthema sein werden, während 99 Prozent der Hörer ihre Musik nur noch streamen.

Autor:
Sebastian Schilling

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