Krach von der Basis

Krach von der Basis 20.03.2019, 08:00

Grave Thoughts - die Krachkolumne

Der sogenannte Underground definiert sich vor allem durch seine Abgrenzung gegen den Mainstream. Das Selbstverständnis basiert auf der Annahme, dass nur fernab dessen, was kommerziell erfolgreich ist, die wahren Werte gelebt und bewahrt werden.

Selbst wenn erfolgreiche Bands ihrem Stil immer treu geblieben sind oder trotz eines respektablen Härtegrades ein größeres Publikum für sich gewinnen konnten, müssen sie mit dem Verdacht leben, dass sie ihre Musik nicht mehr aus ehrbaren Motiven (Kunst um der Kunst willen) machen. Im Underground sind nur die wohlgelitten, deren Musik dem entspricht, was die selbsternannten Gralshüter aktuell für den wahren und authentischen Death/Black/Thrash halten. Und das ist auch der Knackpunkt an der ganzen Nummer: Auch der Underground funktioniert nicht nach ewig gültigen Wahrheiten, sondern vor allem nach Moden. Und weil Bands so was natürlich durchschauen, wagen sich aktuell kaum noch Bands ohne Kapuzen vor die Kameras und nehmen ihre Platten in Höhlen auf – jedenfalls klingt es oft so. Und wer da nicht mitmacht, der muss zum Beispiel damit leben, dass seine Musik plötzlich als „Kumpel-Death-Metal“ diffamiert wird. Deserted Fear werden darüber lachen, sie sind trotzdem erfolgreich. Aber wenn es im Underground plötzlich auch einen Mainstream gibt, nach dem man sich richten muss, wenn man zu den „Coolen“ gehören will, läuft dann nicht etwas schief?

Autor:
Sebastian Schilling

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.