Krach von der Basis

Krach von der Basis 23.01.2019, 08:00

Grave Thoughts: die Krachkolumne

Im letzten Heft hat Kollege Schmidt die neue Scheibe der Ami-Death-Grinder Lividity völlig zu Recht mit zwei Punkten abqualifiziert.

Ursprünglich hatte unser Chefredakteur mir die Platte zur Besprechung zugeteilt, doch durch glückliche Umstände ist dieser Kelch an mir vorübergegangen. Songtitel wie ´Kill Then Fuck´, ´The Pussy Horde´, ´Whore Destroyer´ oder ´Bitch Cunt Fuck´ stehen stellvertretend für den Sexismus, der in weiten Teilen der Brutal-Death- und Death-Grind-Szene nach wie vor vorherrscht. Das wird dann gerne mal mit Humor erklärt oder mit dem Verweis auf Horrorfilme gerechtfertigt. Beides kann ich nicht nachvollziehen. Denn was daran lustig sein soll, erschließt sich mir nicht, und auch die Gesellschaftskritik, die man Splatterfilmen gerne mal andichtet, erscheint mir doch eher wie ein durchsichtiger Versuch, sich Torture-Porn schönzureden. Lividity-Bandgründer und -Sänger/Gitarrist Dave Kibler formuliert es im Promo-Schreiben zur neuen Platte so: „Wir alle wissen, was gut und schlecht ist und was wir in dieser abgefuckten Gesellschaft tun dürfen und was nicht. Mit Lividity können wir aus der Perspektive einer dritten Person so wahnsinnig sein, wie wir wollen.“ Okay, Dave, ab zum Psychiater, würde ich sagen. Und der Brutal-Death- bzw. Death/Porn-Grind-Szene müsste man eigentlich eine eigene #MeToo-Debatte wünschen.

Autor:
Sebastian Schilling

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