Festivals & Live Reviews

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URIAH HEEP , VOODOO CIRCLE , 21OCTAYNE - Frankfurt, Batschkapp

Wieder einmal darf man sich über die schwache Kommunikation der Batschkapp-Homepage ärgern. Angekündigt ist der Showstart für 20 Uhr. Doch wer zur Tagesschauzeit aufkreuzt, hat bereits den Opener 21 OCTAYNE verpasst und gleich stürmen schon VOODOO CIRCLE die Bühne.

Leider hat die internationale Truppe anfangs einen schwachen Sound, dann demonstriert die All-Star-Vereinigung aber, was sie drauf hat - und das sind Nummern, die David Coverdale und seine derzeitige Whitesnake-Version nicht mehr schreiben können. Wer weiß, vielleicht hat der Botoxpatient sogar mal darüber nachgedacht, Alex Beyrodt in die Schlangengrube zu holen. Nummern wie 'Tears In the Rain', 'Graveyard City' und vor allem 'Blind Man' zählen zumindest zum Besten, was in den letzten Jahren aus dem Genre kam. Dass die Herren Sinner und Beyrodt aufgrund ihrer vielen gemeinsamen Baustellen perfekt eingespielt sind und sich blind verstehen, ist klar, aber auch David Readman ist gut bei Stimme, und ein ganz großes Plus ist der italienische Neuzugang Alessandro Del Vecchio an den Keyboards. „Bringing Back The Voodoo Vibes To Hardrock“ heißt es passenderweise auf der Band-Homepage. Dem ist nichts hinzufügen, auch wenn es der Mastermind an der Gitarre mit dem Posing der Hendrix-Schule etwas übertreibt.

Ganz anders der Headliner, bei dem eher britisches Understatement angesagt ist. Im Gegensatz zur 2013er Tour ist Bernie Shaw nach seiner gesundheitsbedingten Auszeit wieder an Bord und Basser Dave Rimmer (ehemals Zodiac Mindwarp) mittlerweile voll integriert. Und vor allem der blonde Frontmann (mit heißen Zebrastiefeln) hat heute besonders viel Spiellaune und Mitteilungsbedürfnis. Neben seinen teilweise deutschsprachigen Ansagen huscht er wie ein Wiesel über die Bühne und genießt es, das britische Weltkulturerbe zu vertreten. Bestand die Setlist letztes Jahr – nicht zuletzt wegen des Kurzgastspiels von John Lawton – ausschließlich aus Nummern aus den Siebzigern, steht diesmal die Gegenwart im Mittelpunkt. So gibt es gleich fünf Nummern vom diesjährigen Meisterwerk „Outsider“, und diese können problemlos mit den Klassikern mithalten, bieten sogar teilweise noch mehr Härtegrad. Apropos Klassiker: Da können die Briten aus einen unerschöpflichen Fundus schöpfen, verzichten dabei sogar auf Meisterwerke wie 'Stealin'', 'Look At Yourself', 'The Wizard', 'Free 'n' Easy' oder 'Free Me'. Dennoch schafft es die Truppe, die Stimmung auf hohem Level zu halten und überrascht vor allem mit dem Prog-Rock-Doppelpack 'The Magician's Birthday'/'What Kind Of God'.
Auch wenn Bernie Shaw für die Show zuständig ist, Mastermind und Übersympathikus ist und bleibt Urmitglied Mick Box mit seiner einzigartigen Gestik zum Gitarrenspiel. Und als er die weiße E-Gitarre gegen die akustische austauscht, ist zu erahnen, dass 'Lady In Black' ansteht und klar, dass die Show ihren stimmungsmäßigen Höhepunkt erreicht, bevor es im Zugaben-Block mit 'Gypsy' und 'Easy Livin'' eine Zeitreise zu den Wurzeln des Hardrock ansteht.
Fazit: Einmal mehr beweist das Quintett, dass man zu den wichtigsten Hardrock-Acts aller Zeiten zählt. Bleibt zu hoffen, dass die in Würde gealterten Herren bei Gesundheit bleiben und nächstes Jahr wieder auf deutschen Bühnen stehen. Ein neues Album ist bereits angekündigt.
 

SETLIST URIAH HEEP

Speed Of Sound
The Hanging Tree
Too Scared To Run
The Law
Outsider
Sunrise
The Magician's Birthday
What Kind Of God
One Minute
Can't Take That Away
July Morning
Lady In Black
---
Gypsy
Easy Livin'

Bands:
VOODOO CIRCLE
URIAH HEEP
21OCTAYNE
Autor:
Wolfram Küper

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