Festivals & Live Reviews

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GRAND MAGUS , BULLET , VANDERBUYST , SKULL FIST , STEELWING - Essen, Turock

Die volle Bürokratieblüte des Nichtraucherschutzes bekommt man heute im Turock zu spüren: Der Einlass verzögert sich gewaltig, weil ein großer Teil des Publikums noch keinen Raucherclub-Mitgliedsausweis hat und sich dementsprechend vor dem ausverkauften Venue eine Riesenschlange bildet.

Da VANDERBUYST zudem bereits eine halbe Stunde nach Einlass spielen, bin ich leider nicht rechtzeitig im Club. Augenzeugenberichten zu Folge soll die Show aber wie üblich sehr stark gewesen sein. Erst zur zweiten Hälfte des SKULL FIST-Gigs setzt die Berichterstattung ein: Mit engagierter Performance heizen die Kanadier dem feierwütigen Publikum ein und bekommen viel Applaus. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Songmaterial noch recht austauschbar wirkt und man qualitativ mit einer Band der Marke Enforcer (noch?) nicht mithalten kann.

Das ist bei STEELWING nicht entscheidend anders, auch wenn die Schweden zumindest live inzwischen das volle Brett fahren. Der Bühnenaufbau mit den Rundumlichtern und den Bannern macht natürlich ordentlich was her und die speedige Ausrichtung der Musik macht es leicht, die Fans in Partylaune zu bekommen. Dennoch: Bis auf 'Roadkill (...Or Be Killed)' bleibt kein Song hängen und der musikalische Klassenunterschied zu den beiden folgenden Bands ist deutlich zu erkennen.

BULLET sind heute die Publikumslieblinge: Alle Arme sind oben und die Fans brüllen beeindruckende Sprechchöre, über die die Band sichtlich erfreut ist. Mit 'Highway Pirates' starten die Accept-Fans in einen Set, der alle drei Alben zu etwa gleichen Teilen in sich vereint. Vor allem die letzten drei Songs 'Dusk Til Dawn', 'Bang Your Head' und 'Bite The Bullet' begeistern die Fans. Die Musiker hat man allerdings schon agiler gesehen, was vor allem im Vergleich zu den vorherigen Bands auffällt. Stören tut das allerdings kaum jemanden.

Wie GRAND MAGUS sich in diesem Billing machen würden, war keineswegs sicher, denn der Headliner ist hier auch der Außenseiter. Die Schweden machen wenig partytaugliche Musik und ihre Downtempo-Einflüsse sind schwerer verdaulich als die AC/DC-Riffs von Bullet. Zudem wird das Trio in der Attitüde vermutlich immer eine Doomband bleiben. Da passt es auch gut ins Bild, dass erst nach dem fünften Song die erste Ansage kommt. Nachdem der Empfang dementsprechend etwas zurückhaltend ist, gelingt es GRAND MAGUS zur Mitte hin dennoch, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen und zu 'Hammer Of The North' ähnlich mächtige Sprechchöre anzustacheln wie Bullet. Man kann sich Songs wie 'The Shadow Knows', 'I, The Jury' oder dem abschließenden 'Iron Will' einfach nicht entziehen – vor allem, da auch die Musiker bei aller Zurückhaltung Spaß an ihrem Auftritt haben und musikalisch alles geben, auch wenn bei einem Trio natürlich keine große Show möglich ist und man auch als Headliner auf einen Bühnenaufbau verzichtet. Es ist die Musik, die für sich spricht, und die sagt im Fall GRAND MAGUS genug.

Bands:
GRAND MAGUS
VANDERBUYST
SKULL FIST
STEELWING
BULLET
Autor:
Felix Patzig

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