Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 28.03.2012

TRUTH CORRODED , KARNAK , EREBUS , VITAL REMAINS , KRISIUN , MALEVOLENT CREATION - Essen, Turock

Wer, wie der Verfasser dieser Zeilen, in der Erwartung eines Krisiun-Gigs mit zwei, vielleicht drei Support-Bands nach Essen getingelt ist, sieht sich beim Blick auf den Zeitplan schnell eines Besseren belehrt, denn sechs Bands geben sich heute auf der Bühne die Ehre, und keine davon hat mehr als 45 Minuten Spielzeit.

Ein pünktlicher Beginn tut dementsprechend Not, und so stehen um Punkt 19:30 Uhr EREBUS vor der bereits umfangreichen Meute. Dem breakdownlastigen Death Metal der Holländer fehlen Wiedererkennungswert und auch der Tritt aufs Gaspedal. Da hilft selbst die engagierte Performance nix. Wie bei allen Vorbands ist bereits nach 20 Minuten Schluss.

TRUTH CORRODED schließen den imaginären Bühnengraben schnell und drücken das erste Mal ordentlich auf die Tube. Das taugt gut zum Headbangen, bleibt aber dennoch nicht wirklich in Erinnerung.

KARNAK sind mit ihrem technischen Death Metal der amerikanischen Schule (Cannibal Corpse, Death, Nile, ein bisschen Morbid Angel) die beste Band des Vorband-Packages. Gerade Takte sind das klare Feindbild des Quartetts, so dass zumindest Frickelfreunde auf ihre Kosten kommen. Die eine oder andere Melodie würde dem wilden Getrümmer allerdings nicht schaden.

VITAL REMAINS sind der erste der drei Hauptacts und heizen der hungrigen Meute ordentlich ein. Darauf haben die Fans gewartet, und sie danken es mit einem Pit, Crowdsurfern und viel Headbanging. Chefdenker Tony Lazaro post mit seiner Leuchtgitarre, was das Zeug hält, während Sänger Scott Wily definitiv noch in die Fußstapfen seines Vorgängers Glenn Benton hineinwachsen muss. Das stört heute aber kaum jemanden. Vital Remains tragen definitiv ihren Teil zum Gelingen des Abends bei.

MALEVOLENT CREATION tun das auch, obwohl sie trotz kurzer Umbaupause einen Moment brauchen, um die gute Stimmung übernehmen zu können. Ein Grund ist sicherlich, dass die Truppe heute nur mit einem Gitarristen angetreten ist, weil Gio Geracaa aus persönlichen Gründen zu Hause bleiben musste. Nach ein paar Songs entfalten die Frühneunziger-Granaten, auf die sich die Band heute konzentriert, ihre Wirkung, und Malevolent Creation erhalten den Jubel, der ihnen zusteht.

Trotz allem sind und bleiben aber KRISIUN Chef im Ring: Das mächtigste Powertrio im Death Metal schüttelt seine Geschosse mit beeindruckender Lockerheit aus dem Ärmel, und das Publikum tobt. Die drei Brüder zelebrieren ihren Underground-Status authentisch und mitreißend, was auch die ständigen Danksagungen von Sänger Alex an die Fans und die Vorbands mit einschließt. Sowohl Erstere als auch Letztere sind dementsprechend gern gesehene Gäste auf der Bühne und wagen gemeinsam diverse nicht immer von Erfolg gekrönte Crowdsurf-Versuche - Höchstnoten für Fannähe und Tourharmonie. Die Brasilianer machen alles richtig und überzeugen von ´The Will To Potency´ bis ´Black Force Domain´. Das nächste Mal hätte ich aber gerne einen echten Headlinergig mit etwas ausgedehnterer Spielzeit.

Pic: Axel Jusseit

Bands:
KARNAK
EREBUS
TRUTH CORRODED
MALEVOLENT CREATION
KRISIUN
VITAL REMAINS
Autor:
Felix Patzig

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