Kolumne

Kolumne 22.05.2013

Erdhöhlen in Indonesien

Am 17. April platzte die Bombe. Und zwar auf Spiegel Online. Unter der Überschrift „Seltene Entwicklung: Hobbit-Menschen schrumpfte das Hirn“ – nein, der Artikel wurde nicht vom Autoren-Duo Dörting & Wigger für die Metalkolumne „Amtlich“ verfasst, sondern erschien in der Sparte „Wissenschaft“ – enthüllt das Portal, dass vor knapp 20.000 Jahren in Indonesien ein zwergenhafter Verwandter des Menschen gewohnt habe.

Der Flores-Hobbit, so seine exakte Spezifizierung, entwickelte sich rückwärts. „Siehste, das habe ich ja schon immer gewusst!“, mag jetzt so mancher The-Devil’s-Blood-Fan hämisch rufen, aber um eine Wiederbelebung der Schlacht um Mittelerde auf unseren Leserbriefseiten soll es gar nicht gehen. 

Viel wichtiger ist doch, dass die Existenz jener Großfüßler-Kleinhirnler uns allen dabei helfen kann, endlich mal eine wissenschaftlich fundierte Definition des Begriffs „Hobbit-Metal“ in Stein zu meißeln, damit ein für alle Mal Ruhe ist und jeder Metaller weiß, ob er nun zu den Hobbits gehört – oder zu meinen Kumpels. Hahaha, kleiner Scherz…

Legen wir unser Augenmerk zunächst auf die wichtigsten metallischen Vertreter: die Musiker. Wer sich also gravierend zurückentwickelt, im Extremfall verbunden mit Hirnschwund, muss laut Forscherteam ein Hobbit sein. Nein, in diesem Text soll Dave Mustaine keine Rolle spielen. Aber (und das ist ja ein ganz dickes Ding!): Metallica sind die offensichtlichsten Hobbits der gesamten Szene. Wer seit 1986 („Master Of Puppets“) nur noch überproduzierten und/oder völlig unnötigen Dreck veröffentlicht, darf die Krone der absoluten Rückwärtsentwicklung für sich beanspruchen. Eigentlich wollte ich schreiben: Wer seit 1983 („Kill ´Em All“)... Das wäre meine vollends ehrliche Meinung gewesen, aber im Laufe der vergangenen 20 Jahre musste ich nach 47.123 geführten Einzelgesprächen feststellen, dass ich dieser Meinung leider exklusiv anhänge. Und obwohl es mich absolut nicht wundern würde – Mist, jetzt hat er sich doch in meinen Artikel eingeschlichen –, wenn Dave Mustaines Vorfahren aus Indonesien stammten, muss man dem Vogel bescheinigen, dass er in seinem Leben mehr gute Platten gemacht hat als jene oben genannte Kapelle, bei der er sich nach wie vor in 99 Prozent seiner Träume wähnt.

Aber zurück zu den Hobbits und der Rückwärtsentwicklung. So leid es mir tut: Ozzy, Helloween, Volbeat, Running Wild, Six Feet Under, Volbeat, Ministry, Sepultura, Manowar, Burzum, Dimmu Borgir, Cradle Of Filth, Volbeat, Atrocity, Ghost, Amon Amarth, Volbeat, Danzig, In Flames und nicht zuletzt Volbeat hausen in Erdhöhlen mit runden Holztüren. Also musikalisch gesehen…

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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