Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 28.03.2012

PRIME CIRCLE , 3 DOORS DOWN , SEETHER - Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

PRIME CIRCLE stammen wie die nach ihnen spielenden Seether aus Südafrika und müssen sich bei weitem nicht hinter ihren international (zumindest momentan noch) erfolgreicheren Landsleuten verstecken. Ihr stark an das Songwriting der Headliner 3 Doors Down erinnerndes Repertoire kommt in der abgehangenen Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle gut an und ist in Sachen Live-Sound fast noch besser als das von Shaun Morgan & Co.

SEETHER spielen ihren Set vor einem großen Banner mit dem Logo der aktuellen Platte „Holding Onto Strings Better Left To Fray“ solide, aber fast schon ein wenig zu routiniert runter. Dabei ist allerdings verblüffend, wie sehr die Stimme von Shaun Morgan oft der von Kurt Cobain ähnelt. So auch beim umjubelten Abschluss-Track ´Remedy´, der live mit einem zusätzlichen Instrumental-Part aufgehübscht wird.

Die Hauptkritik, die 3 DOORS DOWN in ihrer bisherigen Karriere einstecken mussten, ist, dass die Jungs live ein wenig zu glanzlos, brav und unrockig rüberkommen. Dem setzt das Quintett aus Mississippi farbenfrohe, verspielte Videoprojektionen entgegen, die während des gesamten Konzerts im Bühnenhintergrund mitlaufen und sich mit live während der Show gefilmten Band-Aufnahmen stilvoll vermischen. Schon der Intro-Film ist eine actionreiche Fahrt durch das Cover-Motiv der aktuellen Platte „Time Of My Life“, die auf einer riesigen Turmuhr endet. Während der nächsten 85 Minuten folgen Bilder von surrealen Farbverläufen, Feuer, Landschaften, Planeten und vor der Zugabe sogar Comics. Besonders cool kommt das visuelle Intro zum ersten Zugaben-Song ´Kryptonite´ rüber, bei dem ein zunächst kleiner Vollmond im Takt der Drums zu gigantischer Größe anwächst.

Das Quintett weiß sein Publikum aber auch jenseits der Projektionen und Lichtshow zu unterhalten und schafft solide den Spagat zwischen Kuschel-Attacken wie ´Away From The Sun´ und ´Heaven´ sowie für 3-Doors-Down-Verhältnisse fast schon heftigen Rock-Brettern wie ´Changes´ und ´Believer´. Bei ´Believer´ spielt die Band sogar kurz den Judas-Priest-Klassiker ´Breaking The Law´ an. Lediglich bei den Ansagen vergaloppiert sich Frontmann Brad Arnold ein wenig. Die Tatsache, dass der letzte Song ´When I´m Gone´ den „Brothers und Sisters gewidmet ist, die als Soldaten für uns kämpfen und für unsere Sicherheit sorgen“, hätte im Mittleren Westen der USA sicherlich für Begeisterungsstürme und das Ansummen der amerikanischen Nationalhymne gesorgt, in Düsseldorf hingegen gibt es dafür nur netten Höflichkeitsapplaus. Ansonsten punktet Käppi-Brad mit einem sympathischen Video-Intro zu ´When You´re Young´, bei dem er über seine Teenager-Zeit und die Gründe, 3 Doors Down zu gründen, sinniert, sowie den üblichen Dankesreden an die Fans, denen er während der letzten Stunde des Auftritts gleich achtmal mit einem frommen „God bless you!“ huldigt.

Setlist 3 Doors Down

Time Of My Life
Duck And Run
The Better Life
Away From The Sun
It´s Not Me
What´s Left
Citizen/Soldier
Changes
When You´re Young
Loser
Round And Round
Heaven
Behind Those Eyes
Here Without You
It´s Not My Time
--------------
Kryptonite
Believer
When I´m Gone

Pic: Saskia Gaulke

Bands:
SEETHER
3 DOORS DOWN
PRIME CIRCLE
Autor:
Conny Schiffbauer

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