Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 29.08.2012

MANOWAR - Dortmund, Westfalenhalle 3A

Dass gewisse Manowar-Bassisten und Teile unserer Redaktion sich nach diversen enttäuschenden Alben und darauf folgenden unangenehmen Gesprächen nicht mehr ganz grün sind, ist alles andere als ein gut gehütetes Geheimnis. Dementsprechend verwundert es wenig, dass auf unsere Anfrage bezüglich eines Gästelistenplatzes erst gar keine Antwort erfolgt. Macht nichts, Tickets für die ursprünglich im Westfalenstadion geplante Show sind schließlich für günstige 70 Euro zu haben - da greift man natürlich gerne zu, auch wenn das Konzert wegen „Bauarbeiten“ in die kleine Westfalenhalle 3A verlegt werden muss.

Den Opener geben wie in den letzten Jahren bei Manowar-Shows üblich HOLY HELL, die nach wie vor Geschmackssache sind. Daran, dass die Herren mit ihren Instrumenten und die Dame mit ihrer Stimme umgehen können, besteht gar kein Zweifel - was aber nichts daran ändert, dass das vorhandene Songmaterial bestenfalls mittelprächtig ist. Ihre Fans haben Holy Hell als Joey-Hausband natürlich trotzdem, und dementsprechend geht die Truppe heute Abend auch nicht vollkommen unter. Die grausige Darbietung von Dios ´Holy Diver´ zum Ende des Sets schlägt trotz reichlich Publikumsapplaus dem Fass allerdings endgültig den sprichwörtlichen Boden aus.

MANOWAR lassen im Anschluss knappe 40 Minuten auf sich warten, bevor sie mit ihrer namensgebenden Hymne in eine knapp zweistündige Show starten. Die Setlist ist gut gemischt, lässt kaum Wünsche offen und richtet ihren Fokus auf „Kings Of Metal“, „Louder Than Hell“ und „Warriors Of The World“. Das unsägliche „Gods Of War“-Album wird bis auf einen Song komplett ignoriert, vom brandneuen Longplayer „The Lord Of Steel“ gibt´s ebenfalls noch nichts auf die Ohren. Auffällig ist, dass Eric Adams heute Abend in guter Verfassung zu sein scheint: Anders als auf aktuellen Manowar-Studioproduktionen kriegt der Mann auch seine charakteristischen hohen Schreie vernünftig hin, wenn auch mit tatkräftiger Unterstützung diverser Hall-Effekte auf dem Gesangskanal. Im Mittelteil geht dem Frontmann, der auch mit seinen knapp 60 Jahren noch besser als viele jüngere Kollegen singt, für zwei Songs (´Hand Of Doom´ und ´King Of Kings´) zwar mal kurz die Puste aus, kurz darauf hat er sich jedoch schon wieder gefangen und beendet den Set ohne weitere Zwischenfälle. Die Instrumental-Fraktion gibt sich derweil solide und eingespielt wie eh und je. Joey DeMaio verzichtet bis auf eine so mittel im peinlichen Bereich gehaltene Rede („Der Manowarrior ist so stark wie die Fans von eintausend anderen Bands zusammen und glaubt niemals an die Lügen, die in Magazinen und dem Internet verbreitet werden!“) auf großartiges Geschwafel. Abseits der Musik gibt´s die üblichen Sperenzchen: In der Mitte des Sets wird ein Fan auf die Bühne geholt, der erst mit Joey Bier trinken und anschließend mit der Band ´The Gods Made Heavy Metal´ performen darf. Von Joeys Ansage, dass besagter Fan, wenn er sich dabei ordentlich anstellt, nach der Show die ebenfalls aus dem Publikum auf die Bühne geholte junge Dame flachlegen darf, zeigt sich diese allerdings wenig begeistert: Der Bursche ist ihr mit seinen 14 Jahren dann doch zu jung.

Setlist MANOWAR:

Manowar
Gates Of Valhalla
Kill With Power
Sign Of The Hammer
Fighting The World
Kings Of Metal
Metal Warriors
Brothers Of Metal Pt. 1
Call To Arms
The Gods Made Heavy Metal
Hand Of Doom
King Of Kings
Sting Of The Bumblebee
The Power
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Warriors Of The World United
Hail And Kill
Black Wind, Fire And Steel

Bands:
MANOWAR
Autor:
Jens Peters

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