Festivals & Live Reviews

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DRAGONSFIRE , VICIOUS RUMORS - Die Halle, Frankfurt

Wenn die Wahl der Locations der letzten drei Gastspiele in Frankfurt ein Gradmesser für die Entwicklung von VICIOUS RUMORS ist, dann ist sie kein guter, denn die Reihenfolge heißt Sinkkasten, Nachtleben und nun die Die Halle und damit einher geht eine rapide sinkende Zuschauerzahl.

Keineswegs soll das aber abwertend gegen Die Halle gemeint sein, denn die hat man in den letzten Monaten fein renoviert, eine neue (größere) Bühne gebaut, für besseren Sound gesorgt und zudem herrscht hier immer eine gemütliche, liebevolle Atmosphäre bei fairen Getränkepreisen. Trotzdem fragt man sich, wo die Leute bleiben, wenn eine der besten Power-/Speed-Metal-Bands aller Zeiten unerwartet auf eine kleine Europatour (zehn Dates) kommt, zumal man gespannt sein sollte, wie die Truppe die erneuten Besetzungswechsel, vor allem durch den Abgang von James Rivera am Mikro, verkraften kann. Um es vorweg zu nehmen: recht gut.

Zunächst machen aber DRAGONSFIRE den Opener. Angesagt ist teutonischer Power Metal, irgendwo in der Schnittmenge von Rage, Grave Digger und Paragon. Zwar ist das Songmaterial der Truppe alles andere als innovativ oder anspruchsvoll, dennoch gibt man eine überzeugende Vorstellung ab und kann mit dem heutigen Auftritt nebenbei Werbung für die neue Scheibe machen. Abschließend gibt es mit 'The Trooper' noch ein überzeugendes Cover, bei dem besonders das Gitarrenduo feine Arbeit leistet. Einen faden Beigeschmack hinterlässt eigentlich nur das Outfit des Bassers und Sängers, bei dem man sich fragt, warum er zu einem Titel wie 'Burning For Metal' in so albernen Bändelhosen rumläuft.

Dann ist es Zeit für den Headliner und gleich beim Opener 'Digital Dictator' wird deutlich, dass der neue Gitarrist Kiyo Kusg ein wirklich guter ist und sich mit Geburtstagskind Geoff Thorpe recht gut ergänzt. Darüber hinaus macht Ronnie Stixx als Sänger eine klasse Arbeit, gibt aber als Frontman ein eher bescheidenes Bild ab, so dass Geoff oder Drummer Larry Howe teilweise die Ansagen und das Entertainment selber übernehmen. Positiv dabei, dass sich die Kalifornier nicht von der bescheidenen Zuschauerzahl (und sie ist so bescheiden, dass ich sie gar nicht nennen möchte) die Laune verderben lassen, sondern eine klasse Setlist präsentieren (s.u.) und eine ansteckende Spielfreude an den Tag legen. Besonders deutlich wird das, als man zu Beginn der Zugabe seine Freunde von Courageous auf die Bühne bittet und diese, mit Unterstützung von Larry Howe, eine eigene Version des vorher vom Headliner gespielten 'You Only Live Twice' bieten. Ungewöhnlich auch, weil sich Courageous-noch-Gitarrist und Allrounder Gerd Lücking bei seinem vorletzten Auftritt mit seiner langjährigen Band heute mal den Bass umschnallt und sein Nachfolger bereits die Gitarre übernimmt. Vicious Rumors haben dabei sichtlich Spaß und genießen es, ihre Nummer mal als Außenstehende präsentiert zu bekommen. Letztlich setzt das Quintett ein beeindruckendes Lebenszeichen und verspricht für das neue Jahr sowohl ein neues Album als auch eine weitere Tour. Wer heute nicht dabei war, sollte dann aber seinen Arsch hoch kriegen und am besten eine Reihe Kumpels mitbringen, denn Vicous Rumors schaffen es wie kaum eine andere Band, auf der Trennlinie von Power- und Speedmetal zu balancieren, und sind ein Garant für eine klasse Show, die heute 90 Minuten dauert.

Pics: Britta Stippich

SETLIST VICIOUS RUMORS

Digital Dictator

Minute To Kill

Don't Wait For Me

Soldiers Of The Night

Abandoned

You Only Live Twice

Warball ... Sonic Rebellion

Mr. Miracle

On The Edge

Ship Of Fools

Lady Took A Chance (inkl. Soli)

The Crest

Six Stepsisters

+++

You Only Live Twice

Down To The Temple

Hellraiser

Bands:
DRAGONSFIRE
VICIOUS RUMORS
Autor:
Wolfram Küper

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