Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 31.08.2016

BLUE ÖYSTER CULT , SAXON , TRIPTYKON , BLIND GUARDIAN , TWISTED SISTER , IRON MAIDEN , WHITESNAKE - Die härteste Schlammkur der Welt

Auch die Rock-Hard-Gesandtschaft hat sich im firmeneigenen Tourbus auf den Weg zur mittlerweile 27. Auflage des WACKEN OPEN AIR gemacht und berichtet auf den folgenden Seiten von den Geschehnissen auf Deutschlands bekanntestem Acker. Beziehungsweise dem, was nach diversen Regenfällen noch davon übrig geblieben ist. Mit an Bord des Nightliners: Jens „Unterwäsche habe ich gar nicht erst mitgenommen“ Peters, Alexandra „Ich fahre lieber nach Wacken, als für eine Fango-Packung teures Geld auszugeben“ Michels, Wolfram „Wenn ich zwischendurch keine Lust mehr habe, lese ich im Bus ein Buch“ Küper, Ronny „Dieses Jahr geht der erste Platz im Pfahlsitzen nur über mich“ Bittner, Thomas „In Wacken rege ich mich nicht mehr auf“ Kupfer und Thorsten „Ich habe so tolle Iron-Maiden-Fotos und darf sie nur im Rock Hard zeigen“ Seiffert.
Let the madness begin…

Donnerstag

Man kann es sich leicht machen, die musikalischen Qualitäten von SKYLINE zu bewerten, und die Show mit einem „Gucke ich mir nicht an, die Vögel, die spielen hier eh gefühlt jedes Jahr ihre Coversongs“ oder einem nicht minder despektierlichen, aber informierter wirkenden „Die dürfen nur auftreten, weil Wacken-Organisator Thomas Jensen da mal den Bass gezupft hat“ kommentieren. Abgesehen davon, dass diese Informationen längst bei Wikipedia nachgelesen werden können, wird ein solch blasiertes Verhalten der Band anno 2016 aber nicht mehr gerecht. Coverband hin oder her: Heute liefern die Jungs und werden der Rolle des Einheizers auf der Hauptbühne mehr als gerecht. Der Schachzug, sich mit Henning Basse am Gesang zu verstärken, ist nämlich ein cleverer, denn der Sänger von Firewind und Vocalcoach in Personalunion zeigt, was er draufhat. Erwartungsgemäß mühelos interpretiert er Classic-Rock-Monster wie ´Crazy Train´ von Ozzy Osbourne oder Rainbows ´Stargazer´. Dass er es aber auch scheinbar spielerisch leicht schafft, einem Crossover-Hit wie ´Epic´ von Faith No More den notwendigen Punch zu verpassen, überrascht dann doch.
Eine souveräne Vorstellung, die perfekt den Boden für das nächste Wacken-Urgestein SAXON bereitet. Natürlich gibt´s den Pfiff von Biff, und im Verlauf der Show darf selbstverständlich auch der obligatorische Tribut an Lemmy nicht fehlen (die Band widmet ihm ´Heavy Metal Thunder´), aber abgesehen von dem für meinen Geschmack eher drögen Einstieg mit dem Titelstück des aktuellen „Battering Ram“-Albums gerät das Konzert zu einem perfekten Nostalgie-Trip durch die größten Hits der Bandgeschichte. Und apropos Nostalgie: Während diverse Ü40-Banger darüber diskutieren, dass man „den jungen Leuten im Publikum heute ja beinahe ausschließlich Classic-Rock-Bands jenseits der 60 serviert“, feiern vor allem die Kids Klassiker wie ´Wheels Of Steel´, ´747 (Strangers In The Night)´, ´Power And The Glory´ und ´Crusader´ ab oder finden sich im Text der Unity-Nummer ´Denim And Leather´ wieder, während Altrocker eher gepflegt mitwippen, gedanklich die Kerbe für das mindestens 20. Saxon-Konzert ihres Lebens in die Gummistiefel ritzen oder sich sentimental an ihren Saxon-Debüt-Gig erinnern. Mein Erstkontakt fand übrigens 1981 statt, also kurz vor der Einschulung. Kleiner Scherz...
Man kann im Laufe seiner Karriere eine Absurdillion Tonträger verkauft, mit seinen Singlehits die weltweiten Charts gestürmt und in der Heimat nebenbei den Begriff Stadion-Rock geprägt haben, aber trotzdem kalte Füße bekommen, wenn man auf die Bühne des W:O:A steigt. So zumindest scheint es FOREIGNER zu ergehen, denn die AOR-Institution denkt gar nicht erst daran, Material neueren Datums in der norddeutschen Pampa einem Eignungstest zu unterziehen, sondern beschränkt sich ausschließlich auf die größten Rock-Songs ihrer Geschichte. Bandgründer und Spiritus Rector Mick Jones pendelt zwischen Keyboards und Gitarre und nimmt die Herausforderung, einem Publikum, das seine Songs allenfalls aus dem Radio kennen dürfte, Klassiker wie ´Feels Like The First Time´, ´Head Games´ oder ´Cold As Ice´ nahezubringen, mit größtmöglicher Lässigkeit an. Unterstützt wird er dabei vor allem von seinem dauergrinsenden und exzellent singenden Frontmann Kelly Hansen, der – passend zum makellosen Gebiss – eine strahlend weiße Hose aus dem Kleiderschrank gezaubert hat und sich so deutlich vom schlammverkrusteten Publikum distanziert. Ein bisschen Rockstar muss schon sein, da kann es der Band nach einem wirklich gelungenen Auftritt auch egal sein, dass die typischen Nörgler (auch das scheint mittlerweile eine Art Volkssport in Wacken geworden zu sein) höhnisch von „NDR-2-Rock“ fabulieren, bei der abschließenden Ballade ´I Want To Know What Love Is´ aber pflichtbewusst mit ihren Freundinnen kuscheln.
Bleiben wir bei der Farbe Weiß: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass WHITESNAKE-Fronter David Coverdale für den Transport vom Backstage-Bereich zur Bühne passenderweise eine weiße Mercedes-Limousine angefordert hat, was angesichts der verschlammten Wege unbedingt Sinn macht. Ob es sich dabei um eine Ente handelt, konnten wir nicht abschließend klären, aber da die Show der Band aus einem Best-of-Programm besteht und an anderer Stelle dieser Ausgabe das Konzert in Oberhausen ausführlich rezensiert wird, machen wir uns auf den gefühlt zehn Kilometer langen und mit zähem Schlick gepflasterten Weg ins Zelt, um uns THE DEAD DAISIES zu geben und zu überprüfen, wie es um den Rock´n´Roll-Faktor der amerikanischen Allstar-Zusammenrottung bestellt ist. Und wir werden nicht enttäuscht, die Band feuert aus allen Rohren und scheint sichtlich froh darüber, mal nicht im Vorprogramm irgendeines Mega-Acts in fragende Gesichter zu schauen, sondern selbst abgefeiert zu werden. Zwar hätten es für meinen Geschmack weniger Coversongs und dafür mehr Eigenkompositionen sein dürfen (siehe Bang-Your-Head-Bericht in diesem Heft), aber zu sehen, wie sich die Gruppe über die enthusiastischen Publikumsreaktionen freut und begeistert Fotos von der Bühne schießt, gibt einem den Glauben an ein bisschen Gerechtigkeit im Rock´n´Roll zurück. Fronter John Corabi ist einer der besten Sänger und Showmänner des gesamten Festivals, und auch über die musikalischen Fähigkeiten seiner Band wurde bereits alles gesagt. Nur warum Basser Marco Mendoza Rhythmusgitarrist David Lowy mehrfach mit bösen Blicken straft (so zumindest hat es Thorsten Seiffert aus dem Fotograben wahrgenommen), bleibt ein Rätsel.
Nach einem kurzen, aber fatalen Zwischenstopp im Pressezelt geht es zu IRON MAIDEN, die heute ihre „The Book Of Souls“-Tour standesgemäß in Wacken beenden und ihren Auftritt ausnahmsweise sogar für die Daheimgebliebenen streamen lassen. Ach, die Geschichte hinter dem fatalen Zwischenstopp interessiert euch? Sie hat ausnahmsweise mal nichts mit einem leichtbekleideten Jens Peters zu tun, sondern mit dem geheimnisvollen Erben eines Milliarden-Vermögens, der mit zwei Freunden, seiner Mutter (!) und einem Tablett samt 40 oder 50 (!!) Jägermeister-Shots an den Tisch von Ronny, Jens und mir stolpert, um uns großzügig einzuladen. Eigentlich wollten wir heute ja nur Limonade trinken (hahaha...), aber lumpen lassen können wir uns natürlich auch nicht und ziehen das klebrige Zeug kurzentschlossen weg. Hilft ja nix. Und ist auch ganz schön, denn so stört uns der wenig später einsetzende Platzregen beim Maiden-Konzert nur bedingt, und selbst der Aerobic-Koryphäe Janick Gers bleibt man wohlgesonnen. Das Konzert an sich ist trotzdem eine eher zwiespältige Angelegenheit, die Bühnenshow erinnert von ihren Aufbauten und der Theatralik her eher an Broadway-Produktionen denn ein Rockkonzert, und die nicht wegzudiskutierenden Längen der neuen Songs sind auch nicht das, was man sich am Ende eines langen Festivaltages wünscht. Also verziehen wir uns zu den Klängen von ´The Trooper´ und ´Powerslave´, die aus zehntausenden Kehlen begeistert mitgebrüllt werden, erneut ins Zelt, um MICHAEL MONROE die Ehre zu erweisen. Der Ex-Hanoi-Rocks-Fronter und Mitbegründer der Glam- und Sleaze-Rock-Bewegung, der momentan seinen x-ten Frühling erlebt, ist in Topverfassung und gibt alles. Und natürlich treffen wir hier auch Herrn Peters wieder, der uns zwischenzeitlich irgendwie abhanden gekommen war. Tanzenderweise natürlich, doch wir machen gerne mit, was in Gummistiefeln so leicht nicht ist, aber zu fortgeschrittener Stunde niemanden wirklich interessiert. Es ist eine Killer-Show, bei der Mr. Monroe auf der Lichttraverse herumklettert, in den Fotograben steigt, diverse gefährlich aussehende Kung-Fu-Kicks auspackt und das Letzte aus dem Publikum herausholt.
Und weil´s so klasse war, gibt es gleich noch das nächste Bonbon. Man muss beim W:O:A vielleicht länger nach den wirklichen Perlen suchen als bei anderen Events dieser Größenordnung, doch man kann sie immer noch finden, diese kleinen, aber extrem feinen Auftritte. Für einen davon zeichnen BLUE ÖYSTER CULT verantwortlich, die Pioniere des psychedelischen Hardrock und die Band, auf die sich heutzutage gefühlt jeder Underground-Act, der etwas auf sich hält, beruft. Demzufolge findet sich ein illustres Völkchen aus aller Herren Länder vor der Bühne ein, um sich bei bestem Sound und einer imposanten Lichtshow (oder war der Jägermeister schuld?) von Zeremonienmeister Eric Bloom die Messe lesen zu lassen. Sogar die etwa 20 Okkultisten, die es mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, das Festival mit ihrer Anwesenheit zu beglücken, kommen wie wir auf ihre Kosten und vollführen kollektiv Ausdruckstänze. Am Ende des Tages geht es halt doch immer um die Musik und weniger um die ideologische Einstellung. (tk)

Freitag

Nachdem der Vortag weitgehend von Musikern jenseits der 60 dominiert wurde, gibt es am Freitag endlich mal gepflegt aufs Maul: Mit THE HAUNTED und Legion Of The Damned lockt schon zu früher Stunde ein schickes Thrash-Metal-Duo zu den Hauptbühnen, was allerdings nur von ein paar tausend Zuschauern angenommen wird. Schade, denn LEGION OF THE DAMNED haben ein besonderes Schmankerl zu bieten: Zum zehnjährigen Jubiläum des Debüts „Malevolent Rapture“ wird das gesamte Album performt, darunter auch einige Songs, die die Band noch nie in ihrem Set hatte. Dabei profitieren die Niederländer nicht nur von der unbändigen Bühnenpräsenz ihres Frontmanns Maurice Swinkels, sondern auch vom Engagement des zweiten Live-Gitarristen Hein Willekens, der mit Stammgitarrist Twan van Geel für doppelte Axtpower sorgt.
Bei den parallel auf der Party Stage aufspielenden BEYOND THE BLACK gibt es gar fünf neue Live-Musiker zu bestaunen: Nach der Trennung von der gesamten Instrumental-Fraktion hat sich Sängerin Jennifer Haben nach einer Übergangsband umgeschaut, die ihre Sache allerdings recht amtlich erledigt. Dennoch hinterlässt die Combo aufgrund des recht mediokren Songmaterials nach wie vor einen zwiespältigen Eindruck. Zudem stellt das überraschend soulig gesungene Led-Zeppelin-Cover ´Whole Lotta Love´ unter Beweis, dass Jennifer bei den eigenen Liedern weit unter ihren stimmlichen Möglichkeiten bleibt und ihr rockige Kompositionen eigentlich weitaus besser zu Gesicht stehen.
Dass beim W:O:A mittlerweile das Festival bzw. das Geschehen auf dem Campingplatz der Headliner ist, bekommen auch die Japaner von LOUDNESS auf der True Stage zu spüren, die zu Beginn ihres Sets um 14:15 Uhr auf einen mittelprächtig gefüllten Platz schauen. Zwar nimmt der Zuschauerzuspruch im Laufe des Gigs zu, aber für Wacken-Verhältnisse ist der kultige Achtziger-Metal wahrscheinlich zu undergroundig und wäre auf einer kleineren Bühne sicherlich besser aufgehoben gewesen.
Erst bei ENTOMBED A.D. wird es vor der Black Stage voll. Die Schweden legen einen überzeugenden Gig aufs Parkett, der vor allem von der Tightness der Instrumental-Fraktion und der starken Setlist profitiert. Auffällig ist dabei, dass die Band sich auch live wieder mehr auf ihre Death-Metal-Wurzeln konzentriert und die Death´n´Roll-Tage bis auf zwei „Wolverine Blues“-Stücke weitgehend ausklammert. Den Besuchern scheint es recht zu sein, und so werden zu Death-Metal-Klassikern wie ´Chief Rebel Angel´ oder ´Left Hand Path´ kleinere Circle-Pits im Matsch aufgeführt. Einziger Kritikpunkt: LG Petrov, der mittlerweile wie der Gimli des Metal aussieht, sollte beim Gesang etwas mehr auf seine derzeit doch recht undeutliche Aussprache achten.
Auf der True Stage dürfen als Nächstes AXEL RUDI PELL ihr Talent unter Beweis stellen. Die Band ist wie immer top aufeinander eingespielt und hat mit Sänger Johnny Gioeli einen der besten Hardrock-Sänger der Szene zu bieten. So spielt die Truppe um den Wattenscheider Ausnahmegitarristen Axel P. einen soliden und engagierten Auftritt, der im Publikum für angenehmes Kopfnicken sorgt. Das exzessive Bemühen sämtlicher Hardrock-Klischees und das beständige Midtempo verhindern allerdings, dass der Funke komplett überspringen will.
Den Dreh haben die auf der W:E:T Stage gastierenden GIRLSCHOOL besser raus: Die Mittfuffziger-Frauen-Combo ist nicht nur optisch gut gealtert (Gitarristin Jackie Chambers kann es sich sogar erlauben, bauchfrei aufzutreten), sondern tritt live immer noch gewaltig Arsch. Das größte Ass im Ärmel der Briten („Wir haben gegen den Brexit gestimmt!“) sind neben den kecken, punkig-poppigen Kompositionen die mehrstimmigen Gesänge. Dennoch lässt die Band weder musikalisch noch bei den Ansagen Tiefgang vermissen: ´Come The Revolution´ wird den Opfern der jüngsten Terroranschläge gewidmet, mit ´I Spy´ Ronnie James Dio gedacht und ´Take It Like A Band´ in Gedenken an die verstorbenen Motörköpfe Lemmy und Phil Taylor gespielt. Ein Gig, der für Gänsehaut sorgt und vom rappelvollen Zelt dankbar abgefeiert wird. (rb)
Nachdem ELUVEITIE kürzlich gleich drei Bandmitglieder abhanden gekommen sind, treten die Schweizer mit den Session-Musikern Alain Ackermann (dr.), Jonas Wolf (g.) und Drehleierspielerin Michalina Malisz an. Wie sich schon beim Opener ´King´ herausstellt, hat Bandkopf Chrigel bei der Wahl dieses Trios ein gutes Händchen bewiesen. Die Eidgenossen „freuen sich, endlich mal auf dem gottverdammten Wacken zu spielen“, hängen sich voll rein und servieren mit dem neuen Akustiktrack ´Grannus´ die frohe Kunde, dass es noch dieses Jahr für die Aufnahmen des vehement geforderten Unplugged-Langspielers „Evocation II“ ins Studio geht. Überraschung Teil zwei: Für die Nummern ´The Call Of The Mountains´ und ´A Rose For Epona´ macht die aktuell bandlose Liv Kristine das Septett zum Achter. Leider liefert die frühere Leaves´-Eyes-Frontfrau bei ihrem Gastauftritt im Vergleich zu Ex-Sängerin Anna Murphy eine ziemlich schwache Leistung ab und trällert mit reichlich dünnem Stimmchen, was den ansonsten fetten Auftritt der Band deutlich runterzieht. Schade!
Mein Versuch, dem allgegenwärtigen Schlamm-Chaos zu entkommen (das Zeug setzt sich an die unmöglichsten Stellen – fragt nicht), endet vor der Headbangers Stage im Zelt, wo ORPHANED LAND für ein proppenvolles Haus sorgen. Überraschend findet sich in der ersten Reihe unser Quoten-Sleazer Peters, der vom Auftritt der Israelis so angetan ist, dass er ernsthaft erwägt, Tiger-Tanga und Leo-Leggings demnächst gegen Fronter Kobis schicken Kaftan zu tauschen. Verständlich, denn für ihre Show haben die Oriental-Metaller tief in die Trickkiste gegriffen und einen kleinen Kritikpunkt in Wohlgefallen aufgelöst: Statt den weiblichen Gesang bei ´The Kiss Of Babylon (The Sins)´ und ´Sapari´ vom Band kommen zu lassen, holen sich die interreligiösen Friedensstifter Scardust-Frontfrau Noa Gruman auf die Bühne. Noch mehr weibliche Unterstützung gibt es von der libanesischen Tänzerin Johanna Farkhi – die Mädels machen die ohnehin schon mitreißende, mit Herzblut gespielte Show perfekt und werden von den Fans, die einträchtig nebeneinander die israelische und libanesische Fahne hochhalten, begeistert aufgenommen.
Edel, die sanitären Einrichtungen auf dem W:O:A; da läuft sogar Musik, um eventuelle Störgeräusche zu neutralisieren – oder? Knapp daneben, die Dame, die da schmerzerfüllt vor sich hinjammert, ist TARJA und kommt nicht vom Band, sondern steht gerade auf der Bühne. Zeitgleich geht es auf der Party Stage bei HANSEN & FRIENDS bedeutend fröhlicher zu. Der Gamma-Ray-Frontmann bringt gemeinsam mit einer bunten Schar befreundeter Musiker (u.a. Alex Dietz von Heaven Shall Burn, Clémentine Delauney von Visions Of Atlantis und Gamma-Ray-Zweitstimme Frank Beck) die Songs seines Soloalbums „XXX“ auf die Bühne, das Kai fachmännisch anpreist: „Ich mache seit 30 Jahren Quatsch. Und das ist schöner Quatsch!“ In der Tat. Gespickt wird die Show zudem mit Leckerbissen aus Hansens Helloween-Zeit und einigen Gamma-Ray-Klassikern – die ultimative Feier-Mischung. Highlight des kurzweiligen Sets: Helloween-Legende Michael Kiske veredelt die Schlussnummern ´I Want Out´, ´Future World´ und ´Save Us´ mit seinem Organ.
Obwohl ich BLIND GUARDIAN vor einer Woche erst als Headliner der Metaldays bestaunen durfte, wird diese Band einfach niemals langweilig. Das liegt zum einen an der ansteckenden Spielfreude der Krefelder, zum anderen an der erfreulichen Angewohnheit, die Setlist von Konzert zu Konzert immer wieder durchzumischen. Heute gerät der Opener ´The Ninth Wave´ allerdings unfreiwillig zum Stummfilm. Irgendjemand hat offenbar den Sound gefressen, jedenfalls kann man die ganze Truppe, vor allem Hansi am Mikro, kaum hören. Gegen Ende des Tracks bekommt Herr Kürsch endlich seine Stimme wieder, auch wenn die Lautstärke immer noch ein wenig verhalten ist. Der Sänger nimmt´s mit Humor: „Für diese Ansage habe ich lange geübt: Guten Abend, Wacken! Ich hoffe, die Aussprache war okay!“ Mit ´The Script For My Requiem´, ´Nightfall´, ´Lord Of The Rings´ & Co. liefern die Fantasy-Metaller der Wacken-Horde einen astreinen Best-of-Set. Die Gitarrenfraktion Olbrich und Siepen demonstriert virtuos und genau auf den Punkt, dass Guardian absolut zu Unrecht in die schnöde Power-Metal-Schublade gestopft werden, Drummer Frederik Ehmke macht währenddessen jedem Uhrwerk (man stelle sich hier einen extrem großen, extrem lauten Zeitmesser vor) Konkurrenz. Hansi ist stimmlich auf derart gutem Niveau, dass man meinen könnte, er hätte zuvor mindestens ein Pfund Kreide gefuttert, versucht sich bei ´Tanelorn (Into The Void)´ erfolgreich an einigen Growls und kann sich eine kleine Maiden-Reminiszenz à la „Scream for me, Wacken!“ nicht verkneifen. Traditionell endet die Show mit dem beinahe magischen ´The Bard´s Song (In The Forest)´, gefolgt von ´Mirror Mirror´ und ´Valhalla´. Im Publikum fliegen Matten und Schlamm gleichermaßen durch die Luft, bevor die „Blinden Gardinen“ mit minutenlangen ´Valhalla´-Fanchören gebührend verabschiedet werden.
Doppelschicht für Hansen und Kiske: Mit UNISONIC stehen die zwei erneut auf der Party Stage und legen mit ´For The Kingdom´ und ´Exceptional´ stark los. Umso ärgerlicher, dass der Auftritt der Power-Metaller unter der parallel stattfindenden Ministry-Show extrem leidet – die ist nämlich so laut, dass die Musik der Hanseaten je nach Standort teilweise bis komplett übertönt wird. Ein bekanntes Problem der Party Stage, für das eine Lösung wirklich wünschenswert wäre. Apropos MINISTRY: Die trumpfen nicht nur mit einem glasklaren Sound auf, sondern strapazieren zu später Stunde einmal mehr die Nackenmuskeln mit ihrer rasanten, brachialen Darbietung. Die Kult-Industrial-Truppe, 2014 fast komplett umbesetzt und zudem aktuell mit Live-Trommeltier Roy Mayorga und Session-Basser Jason Christopher unterwegs, erweist sich als zu 100 Prozent live-tauglich, während Frontmann Al „Fucking“ Jourgensen an eine bizarre Mischung aus Jack Sparrow und Irrenhausbewohner erinnert und genauso durchgeknallt-genial agiert. Nach ´Stigmata´ und ´So What´, wir schreiben bereits 1:30 Uhr am Samstag, sind Energiereserven und schmodderfreie Stellen bei vielen Wackingern schlicht nicht mehr existent – Kräftesammeln für die letzte Etappe der Schlammkur ist angesagt. (am)

Samstag
 
Macht man am Morgen seinen Computer an, findet sich auf web.de eine feine Karikatur, in der gefragt wird, ob es in Wacken neben dem Schlammbad noch andere Wellnessangebote gibt. Ja, die gibt es, und zwar für die Ohren. Vorher liegt aber die Kollegin Tanja Weinekötter (die gute Seele vom KIT/HOA) als Ortskundige mit ihrer Wettervorhersage für den Tag gänzlich falsch und kündigt nach dem Sturzregen am Morgen gleich das nächste Gewitter an. Auf das muss man allerdings glücklicherweise vergeblich warten, im Gegenteil: Pünktlich zur ersten Band zieht die Sonne auf und lacht bis zum Abend auf das immer noch total vermatschte Gelände.
DRAGONFORCE eröffnen den Tag auf den großen Bühnen und sind überraschenderweise das erste Mal in Wacken zu Gast. Die Multikulti-Highspeed-Metaller aus England loten den Grenzbereich von Geschwindigkeit und Melodie aus und müssen sich nicht wundern, wenn bei dem geforderten Circle-Pit einige Herren gnadenlos im Matsch landen. Die Setlist des Sextetts besteht derweil passend zum aktuellen Best-of-Album nur aus Nummern desselben sowie einem Cover. Dank der riesengroßen Leinwände kann man den Saitenakrobaten genau auf ihre Flitzefinger schauen und kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Im Fokus steht aber auch Frontmann Marc Hudson, der die letzten beiden Shows gesundheitsbedingt passen musste. Als tolle Geste lädt man seinen Vertreter Per Fredrik Åsly ein, noch einmal auf der Bühne dabei zu sein, und so gibt es die Truppe zu den Finalnummern (darunter das abgedrehte ´Ring Of Fire´-Cover) erstmals mit zwei Sängern zu bestaunen. Wacken macht´s möglich.
Wer die Zeit bis zum nächsten großen Act überbrücken will, findet bei MAMBO KURT auf der Beer Garden Stage beste Unterhaltung. Danach geben auch SYMPHONY X ihr Wacken-Debüt, und das steht zunächst im Zeichen der aktuellen „Underworld”-Scheibe. Für Theatralik sorgt Sänger Russell Allen, der mit seinen Masken das Textkonzept lebt und die nötige Bühnen-Action bietet. Die Gitarrenarbeit von Michael Romeo dagegen bewundert auch die komplette Besetzung von Dragonforce am Bühnenrand, die textsicher mitsingt und zu deren Haupteinflüssen die Band aus New Jersey sicherlich zählen dürfte. Souveräner Auftritt!
Für YEAR OF THE GOAT lohnt sich der zähe Weg rüber ins überraschend leere Zelt der Party Stage. Zwar sind die Schweden keine Stimmungskanonen, sorgen aber für atmosphärische und ergreifende Musik, und da passt das düstere Zelt des Bull City Circus perfekt, auch wenn die zu grelle und bunte Lightshow kontraproduktiv wirkt. Im Vergleich zum Rock Hard Festival variiert man die Setlist ein wenig, und letztlich muss man dem Kollegen Peters mit seinen ständigen Lobpreisungen der Band zustimmen: In seinem Genre zählt das Sextett zum Besten, was man erleben kann.
BORKNAGAR demonstrieren danach auf der Black Stage (wo sonst?) einmal mehr, wie avantgardistischer Black Metal jenseits aller Klischees (auf ihrer Facebook-Seite sprechen sie vereinfacht von „Norwegian Progressive Metal“) zu klingen hat. Ungeschminkt, lächelnd mit viel Humor, Schlagzeugsolo, und statt cooler Boots hat der Keyboarder den Adidas-Klassiker „Samba“ an den Füßen – die Norweger haben sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und bieten ihre ganze stilistische Bandbreite. Berechtigt ist auf jeden Fall ihre fast schon philosophische Frage: „What would Wacken be without mud, beer and Heavy Metal?”
Den ersten Soloauftritt von SNOWY SHAW außerhalb Skandinaviens hätte man eher beim HOA oder KIT erwartet, und so quält man sich die lange Strecke rüber ins Zelt und ärgert sich, dass dieser wichtige Verbindungsweg vom Veranstalter nicht „entschlammt“ wird. Am Ziel angekommen, bekommt man eines der Festival-Highlights geboten. Geschickt mischt der schwedische Tausendsassa, der unlängst mit Denner/Shermann eines der Alben des Jahres eingespielt hat, eigenes Material mit Nummern einiger seiner ehemaligen Bands/Kooperationen (King Diamond, Mercyful Fate, Dimmu Borgir, Dream Evil) und covert zudem passend Großmeister Arthur Brown (´Fire´). Dabei beweist der Hüne seine Vielseitigkeit (ja, er kann auch ohne Drums) und beeindruckt neben seiner Stimme durch eine coole, atmosphärische Show. So schwebt er beim Opener förmlich auf die Bühne (wohl dank eines Segways unter seiner Kutte), während seine Mitmusiker und die zwei Wärter im Inquisatoren-Outfit das perfekte Backup bilden. Wenig überraschend gibt Snowy später noch bei seinen alten Kollegen von Therion ein Gastspiel.
Dann heißt es, zurück zur True Metal Stage zu hasten, denn dort setzen METAL CHURCH ihre extrem erfolgreiche Sommertour fort. Und genau wie beim RHF in Gelsenkirchen ist das Comeback mit Mike Howe auch heute eine Gänsehautangelegenheit. Die Setlist ist nahezu identisch mit der aus dem Mai und bietet eine gelungene Balance aus den Bandklassikern und dem überraschend starken neuen Material. Ärgerlich sind nur der zu basslastige Sound und einige kleine technische Probleme, die einen alten Hasen wie Riffmaster Kurdt Vanderhoof aber nicht aus der Ruhe bringen. Einmal mehr begeistert vor allem sein Sänger durch sein einzigartiges Organ und seine beeindruckende Spielfreude. Wäre mal interessant zu erfahren, wie man in seinem Alter so fit aussehen kann.
Wer danach weitere metallische Seelsorge braucht, dem empfiehlt sich ein Besuch beim Festivalseelsorger (Spiritual Camp). Weitere gelungene Wortspiele bzw. Ideen sind die Wheels Of Steel Area für behinderte Besucher und der Mail & Parcel Service für diejenigen, die etwas nach Hause schicken wollen. Neu ist auch das Wrestling Slam Tent, in dem ein interessanter Poetry Slam am Samstag sein Finale findet. Hat zwar wenig mit Musik zu tun, bietet aber eine gute Gelegenheit, mal Kraft zu tanken. Gewinner der Abstimmung nach einer klasse Performance ist übrigens Wehwalt Koslowsky, der natürlich auch mit seinem Nuclear-Assault-Shirt punkten kann. Während sich die meisten für das Festivalfinale stärken, macht sich Jens bestimmt für Steel Panther hübsch... (wk)
Pünktlich zu THERION beginnt das Gelände, das inzwischen nicht nur dank der allgemeinen Wetterlage, sondern auch wegen der diversen Gestalten (die nach vier Tagen im Matsch und mit höchstens noch einem Schuss Restblut im Alkohol einer Horde Tolkien´scher Orks nicht unähnlich sind) eher den Sümpfen von Mordor als einem Festival gleicht, tatsächlich ein wenig einzutrocknen. Wer die schwedische Truppe schon mal gesehen hat, der weiß, dass sie auf Open Airs gerne mal gut auffährt. Im Verlauf des Gigs gibt es Gastauftritte (wie etwa die Performance von Ex-Live-Mitglied Snowy Shaw bei ´Typhon´ oder die Showeinlage jener libanesischen Bauchtänzerin, die bereits am Vorabend bei Orphaned Land auf der Bühne stand), Lichtshow und Sound sind schlichtweg bombastisch. Der Fokus der Setlist liegt auf den späten Neunzigern bis frühen Zweitausendern, der neueste gespielte Song ist von 2007 (´Son Of The Staves Of Time´). Insgesamt spielen die Herrschaften damit ein überaus sehenswertes Konzert, das zu den Höhepunkten des nicht mehr ganz so jungen Tages zählt.
Parallel dazu lassen es GLORYHAMMER auf der Headbangers Stage ebenfalls ordentlich krachen. Die Mischung aus symphonischem Power Metal, humorigen Texten und Trash-Kostümierung scheint bei den Wacken-Gängern einen Nerv zu treffen, denn der Andrang im (und vor!) dem Zelt ist so groß, dass man gut daran getan hätte, die Band, die bisher lediglich zwei Releases am Start hat, für eine der größeren Open-Air-Bühnen zu buchen. Et is aber nun mal, wie et is, und wer nicht mehr ins Zelt passt, feiert davor oder daneben kräftig mit. In den ersten Reihen spielt sich derweil Verwunderliches ab: Neben Wikingern, „Mad Max“-Kriegern und Piraten hat sich auch ein rosafarbenes Einhorn (ob unter dem Kostüm ein Männlein oder Weiblein steckt, erschließt sich aus der Entfernung nicht) hierher verirrt. Sachen gibt´s.
Vor der True Metal Stage versammelt sich anschließend ebenfalls der eine oder andere Kostümierte: Der Anteil an Spandex, Perücken und Poison-Shirts lässt erahnen, wer hier gleich auf die Bretter darf. STEEL PANTHER haben sich im Verlauf der letzten paar Jahre aufgrund von zahlreichen, fast immer ausverkauften Gigs einen Ruf als ausgezeichnete, sehr sehenswerte Live-Kapelle erspielt. Vor der Bühne ist es demnach erwartungsgemäß proppenvoll – und die Panther danken es dem Publikum mit einer gewohnt spaßigen, energiegeladenen Show, während der man(n) im Publikum mehr blanke Brüste als bei allen anderen Konzerten des diesjährigen Wacken-Line-ups zusammengenommen zu sehen bekommt. Dass die Truppe um Fronter Michael Starr auf dieselben Kalauer wie seit Jahren setzt, scheint niemanden zu stören. Gitarrist Satchel bringt es in seiner Ansage lachend auf den Punkt: „Habt ihr uns vor zwei Jahren hier gesehen und seid trotzdem wiedergekommen? Freut euch, wir spielen heute dieselbe Show für euch! Habt ihr uns noch nie gesehen? Freut euch, wir spielen heute eine brandneue Show für euch! Haut ihr nach den ersten drei Songs ab und besucht nie wieder eines unserer Konzerte? Dann könnt ihr uns mal kreuzweise, ihr dämlichen Motherfucker!“ Wer bei solchen (und weiteren ähnlich sympathischen) Ansagen nicht grinsen muss, dem ist vermutlich sowieso nicht mehr zu helfen – für STEEL PANTHER gerät der Auftritt jedenfalls erneut zum Siegeszug.
Wem das alles zu albern ist, der schaut direkt im Anschluss an der benachbarten Black Stage vorbei, wo TRIPTYKON zeigen, wie eine düstere, böse Show auszusehen hat. Tom Warrior und seine Mannen haben die Bühne stimmungsvoll mit weißen Kreuzen und Feuerkelchen dekoriert, zocken direkt zur Einstimmung den Celtic-Frost-Dreifachschlag aus ´Procreation (Of The Wicked)´, ´Dethroned Emperor´ und ´The Usurper´ und lassen auch im weiteren Verlauf ihres Sets herzlich wenig anbrennen. Als kleines Schmankerl holt die Band für zwei Songs Simone Vollenweider auf die Bühne, die in der Vergangenheit auch im Studio diverse Gastbeiträge sowohl für Triptykon als auch für Celtic Frost abgeliefert hat. Starke Show – auch wenn Tom das im anschließenden, live im Fernsehen übertragenen Interview mit Markus Kavka anders sieht. Der Wortwechsel der beiden ist im Netz zu sehen und durchaus für einen Lacher gut: „Tom, hat sich die Show für dich genauso gut wie für die Zuschauer angefühlt?“ - „Der Auftritt war insofern sehr dunkel für mich, als dass sich meine Voraussage über den Wacken-Bühnensound bewahrheitet hat. Der Sound war trotz aller Bemühungen unserer Crew katastrophal.“ - „Tut mir leid, das zu hören, aber ich kann dich beruhigen: Vorne für die Zuschauer und auch bei uns in der Glotze hat es sich super angehört.“ - „Dann seid ihr sehr unkritische Leute.“ Knaller!
Auf der Party Stage brennen CLUTCH derweil ein gutlauniges Stoner-Rock-Feuerwerk ab. Dankenswerterweise verschonen die Wettergötter die Anwesenden mit weiteren unangenehmen Überraschungen, und obwohl es vor den Bühnen nach wie vor ziemlich matschig ist und die Wege bisweilen zum Spießrutenlauf geraten (unter manch einer als flach gewähnten Pfütze verbergen sich Untiefen, die den unbedachten Wanderer kopfüber im Schlamm landen lassen), ist es schön zu sehen, dass auch die Bands auf den abseitigeren Bühnen nicht mit Publikumsmangel zu kämpfen haben.
Ein weiterer Tageshöhepunkt ist der Headliner-Auftritt von TWISTED SISTER, die heute im Rahmen ihrer Abschiedstournee zum allerletzten Mal in Deutschland aufspielen. Ohnehin für energetische Performances bekannt (siehe unser Bericht vom Bang Your Head in dieser Ausgabe), fahren die Schwestern für das große Finale noch mehr als gewohnt auf und beglücken die Wacken-Crowd (die so weit reicht, wie das Auge sehen kann, den Gig will sich zu Recht niemand entgehen lassen) nicht nur mit einem beinahe zweistündigen Set, sondern auch mit reichlich Feuerwerk, einer superben Songauswahl und sentimentalen, aber nicht pathosschwangeren Ansagen. Bei allem Verständnis für die Entscheidung der Band, nach 40 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen: Wir werden euch vermissen!
Wer danach zu geschafft ist, um sich noch ARCH ENEMY zu geben, verpasst was: Da die Schweden ihre Show für eine DVD-Veröffentlichung mitschneiden, haben sie keine Kosten und Mühen gescheut und extra für den heutigen Auftritt ein Bühnenbild produzieren lassen, das an Aufwand auf dem diesjährigen W:O:A nicht überboten wird. Der Hintergrund der Stage wird von riesigen Aufbauten geziert, die eine Kathedrale (mitsamt Kirchenfenstern und großer Turmuhr) simulieren, davor hängen von der Bühnendecke weiße Banner, die nach einigen Songs fallen. Die Licht- und Pyroeffekte sind gigantisch, und Frontfrau Alissa ist nicht nur ein Blickfang sondergleichen, sondern auch exzellent bei Stimme. Schade, dass die Band zu solch später Stunde auf die Bretter muss, denn was hier abgeht, ist mindestens eines Co-Headliners würdig.
Und damit neigt sich unser diesjähriger Wacken-Besuch dann auch seinem Ende zu. Wir hatten trotz des Schlammes und kleinerer Unwägbarkeiten bei der Organisation wie immer unseren Spaß. Bis zum nächsten Jahr, du kleines verschlafenes Nest in Norddeutschland! (jp)

In Wacken wellnässten Thomas Kupfer (tk), Ronny Bittner (rb), Jens Peters (jp), Alexandra Michels (am) und Wolfram Küper (wk). Die Fotos schoss Thorsten Seiffert.

Bands:
TRIPTYKON
SAXON
TWISTED SISTER
BLIND GUARDIAN
BLUE ÖYSTER CULT
IRON MAIDEN
WHITESNAKE
Autor:
Wolfram Küper
Alexandra Michels
Ronny Bittner
Thomas Kupfer
Jens Peters

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