Crossfire


Foto: Ronny Bittner

Crossfire 26.01.2022, 08:00

RAGE - Crossfire: mit Peavy Wagner

RAGE gelten im Bereich Metal Meets Classic als Pioniere und reichern auch ihr aktuelles Album „Resurrection Day“ in ausgewählten Songs mit klassischer Instrumentierung an. Dementsprechend lag es nahe, Sänger und Bassist Peavy Wagner im Crossfire mit anderen Klassik-Metal-Kollaborationen zu konfrontieren.

Nightwish – The Poet And The Pendulum

»Da ertönt Operngesang. Die Musik ist auf jeden Fall interessant komponiert. Es fällt auf, dass das Orchester sehr laut in den Vordergrund gemischt ist. Ich vermute mal, dass das Nightwish sind.«

Richtig!

»Die haben mittlerweile natürlich riesige Budgets für die Orchestrierungen. Ich meine, sie arbeiten mit den Londoner Sinfonikern. Beim Refrain hätte ich den Song spätestens erkannt. Die Frau unseres Tontechnikers Dani ist riesiger Nightwish-Fan und hört das rauf und runter. Toll gemacht! Wir waren 1999 die Ersten, die Nightwish als Vorband in Europa dabei hatten. Damals war das schon eine interessante Band, aber Tuomas (Holopainen, Nightwish-Keyboarder und -Hauptsongwriter – rb) hat sich enorm entwickelt. Hut ab, wenn er das alles selbst komponiert hat! Es wundert mich nicht, dass sie heutzutage so erfolgreich sind.«



Accept – Princess Of The Dawn (live)

»Das sind doch bestimmt Accept. ´Metal Heart´? Ach nee, ´Princess Of The Dawn´! Ist das von der Orchesterscheibe, die sie live in Wacken aufgenommen haben? Das habe ich mir noch gar nicht angehört. Wolf Hoffmann hat ja auch ein gutes Soloalbum mit klassischen Elementen gemacht, das in meiner Sammlung steht. Er ist einfach ein toller Musiker. Über Accept kann ich eh nur Gutes sagen. Es gab ja früher Leute, die meinten, die Mitglieder seien etwas merkwürdig drauf, aber in meinen Augen sind das die nettesten Zeitgenossen überhaupt. Hoffentlich können wir mal zusammen touren. Die Band ist ja eh einer meiner Ur-Einflüsse und hat in meiner Jugend einen riesigen Eindruck bei mir hinterlassen.«



Blind Guardian Twilight Orchestra – In The Red Dwarf´s Tower

»Musikalisch wiederum sehr gut komponiert und umgesetzt. Anhand der Stimme kann das eigentlich nur das Blind-Guardian-Orchester-Album sein. Hansi (Kürsch, v. – rb) ist unschwer zu erkennen. An dem Album haben sie ja lange gestrickt.«

Ja, fast 20 Jahre.

»Die Scheibe muss ich mir auch noch besorgen. Hansi und André (Olbrich, g. – rb) haben mir früher schon ein paar Sachen vorgespielt, an denen sie damals arbeiteten. Zwischendurch sollte auch mal Victor Smolski (Rage-Gitarrist von 1999 bis 2015 – rb) miteinbezogen werden, was aber nie passiert ist. Da haben sie echt viel Geld und Zeit investiert. Klingt wirklich gut!«



Metallica – Confusion (live)

»Das muss Metallica sein! Das Spiel von Lars Ulrich hört man sofort heraus. Ist das von der „S&M2“?«

Genau.

»Die erste kenne ich ziemlich gut, von der zweiten habe ich nur mal was auf YouTube gesehen. Muss ich mir noch zulegen für meine Sammlung. Durch die Pandemie sind da schon einige Sachen in Vergessenheit geraten, die mir noch fehlen. Hinter den Metallica-Produktionen stecken natürlich viel Kohle und gute Leute, was man auch hört. Metallica waren ebenfalls immer eine enorm wichtige Band und ein starker Einfluss für mich, obwohl sie etliche Platten aufgenommen haben, die mir nicht gefallen. Der Tiefpunkt war für mich „St. Anger“, aber seit dem letzten Album geht es wieder aufwärts.

„S&M“ fand ich damals etwas „am Thema vorbei“, weil das Orchester und die Band auf verschiedenen Ebenen nebeneinander her gespielt haben. Auf „S&M2“ scheint die Verbindung besser zu sein, zumindest bei den Sachen, die mir bisher zu Ohren gekommen sind.
Bis heute interessiert mich wirklich brennend, ob RAGE die Jungs 1999 beeinflusst haben, erstmals mit einem Orchester zu arbeiten. Ich weiß, dass Lars unsere Platten hat. Er sammelte damals alles, gerade auch deutsche Sachen. Von daher muss er unsere Orchesteralben „Lingua Mortis“ und „XIII“ (1996 und ´98 – rb) eigentlich kennen. Ich habe die Band leider nur einmal in meinem Leben getroffen, das war auf der Loreley, bevor „Master Of Puppets“ rauskam.«



Devin Townsend – King

»Das erinnert mich an den Anfang von Gustav Holsts „Die Planeten“. Das ist auch sehr gut komponiert und umgesetzt, bisher erkenne ich den Künstler aber nicht. Dimmu Borgir sind es nicht, oder? Hm, ich komme nicht drauf.«

Devin Townsend.

»Echt? Hammermusiker, ich wusste nicht, dass er auch solch orchestrale Sachen macht, aber er ist ja eh sehr wandelbar. Ich habe ihn schon öfter live gesehen, das war immer ein Erlebnis. Ist das von der letzten Scheibe? Muss ich mir auch besorgen!«



Dimmu Borgir – Interdimensional Summit

»Ich kenne die Gruppe mit Sicherheit, komme aber nicht drauf. Sind das jetzt die Dimmus? Ich bin nur mit einem anderen Orchester-Album von ihnen vertraut. Die Arrangements sind sehr gut gemacht, und die Band hat sich auch unfassbar entwickelt. Daumen hoch! Die wissen übrigens gar nicht, dass auf ihren Covern unzählige Knochen und Schädel aus meiner Sammlung abgebildet sind. Die haben ja viele Artworks von Joachim Luetke anfertigen lassen, der viele meiner Schädel bei ihnen eingebaut hat.«

Bands:
RAGE
Autor:
Ronny Bittner

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