Festivals & Live Reviews


Pic: Steffi Schwarzin (http://rocknroll-reporter.de)

Festivals & Live Reviews 08.07.2019, 15:24

CORROSION OF CONFORMITY, MOTOROWL - Essen, Turock

CORROSION OF CONFORMITY richten bei ihrer aktuellen Tour den Fokus auf ihren 1994er Klassiker „Deliverance“ und legen glücklicherweise einen Stopp im Essener Turock ein.

Als Support fungieren die sympathischen MOTOROWL, die live mehr als auf Platte überzeugen, weil das Ganze noch mehr Wumms hat. Die Thüringer können mit ihrer Spielfreude, technischer Versiertheit und dem charismatischen Frontmann viele Attribute vorweisen, die eine gute Newcomberband auszeichnen. Leider verzettelt sich die Combo in meinen Ohren noch etwas beim Songwriting, das eher wie eine Aneinanderreihung cooler Parts statt in sich geschlossene Lieder mit sinnstiftenden Hooklines darstellt. Dennoch: eine solide Vorstellung einer Band, die man definitiv im Auge behalten sollte!

Während es beim Opener noch etwas luftig in den Publikumsreihen ist, drängen zum Headliner glücklicherweise noch einige Leute ins Turock, so dass der Laden gut gefüllt, aber noch weit entfernt von ausverkauft ist. Vielleicht waren CORROSION OF CONFORMITY doch etwas zu lange weg vom Fenster. Die Anwesenden dürften ihr Kommen aber nicht bereuen: Pepper Keenan und seine Mannen stellen nämlich schon beim eröffnenden 'Seven Days' eindrucksvoll unter Beweis, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Pepper und Woody Weatherman harmonieren als Gitarren-Duo immer noch prächtig, während Mike Dean zwar etwas angeschlagen und verträumt wirkt, aber an den Bass-Saiten nichts anbrennen lässt. Schlagzeuger Reed Mullin muss die Tour aus gesundheitlichen Gründen aussetzen, wird aber von John Green aus Manchester kompetent vertreten. Und so feuert das bestens eingespielte Quartett einen „Deliverance“-Hit nach dem anderen bei hoher Lautstärke in den Publikumsraum. Unter anderem kommen 'Senor Limpio', 'Broken Man', Heaven's Not Overflowing' und 'Albatross' zum Einsatz, bevor die Band mit '13 Angels' und 'Diablo Blvd' an die Qualitäten des unterschätzten „America's Volume Dealer“-Albums erinnert. Auch „Wiseblood“ wird mit 'The Door' gedacht, bevor mit 'Wolf Named Crow' ein Stück des aktuellen Albums zum Zuge kommt. Pepper bedankt sich zwischendurch immer wieder beim Publikum dafür, dass es heute erschienen ist und der Truppe jahrelang die Treue gehalten hat, denn „ohne euch, wären wir nicht hier“. Als finale Zugabe zückt die Band natürlich den 'Clean My Wounds'-Joker, der in der Mitte mit einem ausgiebigen Jam angereichert wird und die Besucher ein letztes Mal 25 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.

Der einzige Wermutstropfen des Abends stellt das Fehlen eines „Deliverance“-spezifischen Artikels am Merchstand dar. So mancher Besucher hätte sich nach diesem gelungenen Konzertabend sicherlich liebend gern ein Shirt mit dem Album-Motiv übergestreift.

Foto: Steffi Schwarzin (http://rocknroll-reporter.de)

Bands:
CORROSION OF CONFORMITY
MOTOROWL
Autor:
Ronny Bittner

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