Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 24.10.2012

PRO-PAIN , UNDIVIDED , HEMLOCK - Cham, L.A.

Vor dem heutigen Ami-Dreier fühlten sich u.a. bereits Agnostic Front und Crowbar im L.A., dem oberpfälzischen American Diner mit integriertem Liveclub, wohl. Die ausklingende Biergartensaison kostet dieses amtliche Package leider einige Zuschauer.

HEMLOCK aus Las Vegas animieren dennoch zum Herumhüpfen, als stünden sie auf der Hauptbühne vom With Full Force und nicht am „Tor zum Bayerischen Wald“. Die seit 1993 aktive Band spielt einen bunten Querschnitt ihrer zahlreichen Alben und besticht durch einen anständigen Thrash-Wumms im corigen Groove. Sänger Chad Smith - angeblich Überträger der heute mangels Masse ausbleibenden Wall Of Death ins Metal-Lager - sieht aus wie ein fitter Chris Barnes und pfeift in ´No Money No Love´ eine Art ´Engel´-Parodie. Set-Knüller sind das thrashige ´Pipebomb´ und der Schlusssong ´Summer Of Youth Content´, zu dem kürzlich ein sehenswertes neues Video hochgeladen wurde.

Die Küken UNDIVIDED verbauen gerade in den Uptempo-Momenten ebenfalls Thrash-Anleihen, sind aber alleine vom Wechselgesang zwischen Basser Max und Rhythmusgitarrist Dante her mehr dem New-York-Stil der Marke Biohazard verbunden. Im Vergleich zu Hemlock bleiben sie in Sachen Bühnencharisma blass, was sie durch zwei extrem energische Coverversionen herausreißen: Beide sind Bands ihrer Stadt gewidmet, die sie in ihrer Jugend geprägt haben und die sie schmerzlich vermissen. ´Shits Creek´ vom Crumbsuckers-Debüt „Life Of Dreams“ ist eine Hommage an die Ex-Band von Pro-Pain-Fronter Gary Meskil und passt von der Breakdichte her zum Eigenmaterial. Das alles andere als politisch korrekte ´Sex And Violence´ von Carnivore läutet das Finale ein, wobei Hauptsänger Dante mit seiner unfassbar tiefen Stimme auch jeden Type-0-Negative-Song meistern würde.

Die personell umstrukturierten PRO-PAIN erweisen sich von Anfang an als unbestrittener Headliner, auch wenn die temporären Circle-Pits klein bleiben. Mit dem „Act Of God“-Doppel ´Stand Tall´ und ´In For The Kill´ steigen die lebenden Legenden um den Journalistensohn Gary Meskil in den Gig ein. ´Neocon´ und ´Unamerican´ bilden das „Prophets Of Doom“-Paar. Doch statt weiter Albumschwerpunkte zu setzen, integriert das Quartett Songs beinahe aller Schaffensphasen. Da „Straight To The Dome“ erst in wenigen Tagen veröffentlicht wird, powern sie zunächst nur das deftige Titelstück zwischen ´Gone Fishin´´ und dem legendären Hassbolzer ´Foul Taste Of Freedom´ ins Volk. Der stämmige Meskil grätscht dabei in seine gewohnten Kämpferposen, der neue Gitarrist Adam Philips soliert am liebsten direkt über den Köpfen der ersten Reihen. Die Brecher ´The Stench Of Piss´ und ´Gunya Down´ bleiben auch im Zugabenblock ungespielt. Der wird nach dem bissigen ´Make War Not Love´ nicht mit dem neuen ´Zugabe!´ eingeleitet, sondern besteht aus ´Implode´, dem schmissigen Neuling ´Nothing Left´ und dem Oldie ´Johnny Black´. Man kann Garys Enthusiasmus über die neue Besetzung verstehen.

Pic: Kerstin Rössler

Bands:
UNDIVIDED
HEMLOCK
PRO-PAIN
Autor:
Björn Thorsten Jaschinski

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