Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 26.09.2012

BEHEMOTH , IMMORTAL , BOLT THROWER - Brathahn statt Satan

PARTY.SAN OPEN AIR 2012

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das neue Festivalgelände von den Party.San-Besuchern bestens angenommen wird. So voll wie in diesem Jahr war es bei unserem Lieblingsfestival in Thüringen schon lange nicht mehr, organisatorisch lief fast alles reibungslos, die zweite Bühne mit deutschen Nachwuchs-Acts wurde mit Wohlwollen bedacht (hat aber noch ein paar Kinderkrankheiten), und sogar das Wetter war diesmal richtig gut. Kein Wunder also, dass in Schlotheim wieder ordentlich gefeiert wurde.

Donnerstag

Donnerstag, am späten Nachmittag: Eine kilometerlange Blechlawine frisst sich an einem thüringischen Wohngebiet vorbei, genauestens beobachtet von Anwohnern in maladen Jogginghosen, Feinripp und Küchenschürzen. Die Bewohner von Obermehla freuen sich sichtbar über die Invasion der Fremdlinge, denn endlich kommt ein bisschen Farbe in ihr Leben - auch wenn es sich bei dieser Farbe vor allem um Schwarz handelt.

Plötzlich ein Knistern, Knacken, Poltern und Knarzen: DEAD CONGREGATION stöpseln ein, riffen und brüllen, und kaum ist der erste Song vorüber, stehen Musiker und Soundpersonal vor einem Problem. Anastasis? Gitarre ist im Arsch. Zwar geht der Trend der letzten Jahre ganz klar zum Zweitinstrument, der Kopf der griechischen Superprima-Death-Metaller hat allerdings keinen Ersatz zur Hand. Also macht der Vierer noch bösere Miene zum bösen Spiel und knattert und knarzt unverdrossen seine 40 Minuten Dampfwalzenprogramm runter. Vom miesen Klang mal ab: Diese Band steht für fürstliche Kompositionen, superbe Riffschule und reichlich Alarm auf der Bühne, und jeder, der mit Todesmetall gut kann, MUSS sich mit den Hellenen ernsthaft auseinandersetzen. (wrm)

Obwohl vor dem Gelände immer noch unzählige Anreisende im kilometerlangen Stau stecken, ist es bei IN SOLITUDE vor der Bühne recht ansehnlich gefüllt. Stilistisch mag der Mercyful-Fate/King-Diamond-lastige Old-School-Metal für das Party.San sicherlich grenzwertig sein - die Attitüde passt hingegen ohne Frage. Laut eigener Aussage präsentieren sich die Schweden heute eine deutliche Spur nüchterner als vor zwei Wochen auf dem Headbangers Open Air, weshalb sie auf der Bühne nicht ganz so aggro und aufgedreht abgehen, spielerisch dafür aber eine ganze Spur sauberer agieren. Allerdings hat Basser Gottfried auch heute wieder etliche Probleme mit seinem Instrument. Es verabschiedet sich der Gurthalter seines Viersaiters, der in einer längeren Aktion von einem Roadie mühsam wieder angeschraubt wird, während Gottfried ohne Instrument lediglich seine Backing Vocals beisteuert. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, und wie bei eigentlich jeder In-Solitude-Show erntet ´Witches Sabbath´ vom selbstbetitelten Debütalbum die besten Reaktionen. (ah)

Als NECROS CHRISTOS um 18:30 Uhr die Bühne betreten, haben es die meisten Besucher trotz des Anreisestaus aufs Gelände geschafft und belohnen sich mit außergewöhnlichem, technisch höchst anspruchsvollem Death Metal, der beängstigend tight gespielt wird. Orientalische Harmonien, pechschwarzer Doom, brutale Black-Metal-Einschübe: Die Berliner beherrschen es perfekt. Alles um mich herum, egal ob Männchen oder Weibchen, bangt wild mit. Selbst die teilweise eingestreuten Intros („Gates“) stören den Fluss der Show nicht. Am allerbesten sind die gekonnt verschleppten Tempi, die das spielerische Vermögen der Band fett unterstreichen. Auch soundtechnisch bleiben nicht viele Wünsche offen, obwohl es wegen des starken Windes darauf ankommt, wo genau man steht. Hammer! (gk)

Die Stirnglatzen of Hell sind heute nur in einfacher Ausführung angetreten: Basser Tyrant bevorzugte es, in den USA Iron Maiden hinterherzutouren (kompetenter Ersatz ist Tobias Christiansson von Grave), weshalb es an Sänger Hellbutcher liegt, den NIFELHEIM-Wahnsinn heraufzubeschwören, der die Schweden von der Genrekonkurrenz abhebt. Ein Unterfangen, das zweifellos gelingt, und bereits bei seinem Betreten der Bühne verlieren die ersten Reihen sämtliche Contenance. Der fiese Mix aus punkiger Attitüde und brillanter Gitarrenarbeit entfacht im Publikum eine unübliche Beweglichkeit, die von einigen in der ersten Reihe wartenden Bolt-Thrower-Fans erst mit Verwunderung, später mit Schrecken aufgenommen wird. Der Fokus liegt neben Hellbutcher auf der Gitarrenfraktion, die vor allem bei schnellen Leads ihr Können und ihre Wichtigkeit für die Band demonstriert. (fp)

Dass mit Mitgliedern von Paradise Lost, At The Gates und My Dying Bride gleich mehrere Hochkaräter im Line-up von VALLENFYRE auf der Bühne stehen, ist vermutlich den wenigsten bewusst. Aber das spärlich besetzte Feld vor der Bühne füllt sich rasant, denn mit seinem pechschwarzen Death-Doom trifft der Fünfer definitiv ins Schwarze. Zähflüssiger Tod mit erhabenen Melodien, seeeeehr langsam, nur gelegentlich mit ruppigen Crust-Eruptionen unterbrochen. Carnage meets My Dying Bride meets Driller Killer. Fronter Gregor Mackintosh mimt den schnodderigen Entertainer, der mit landestypischem Understatement punkten kann. Ja, der Gig auf dem slowenischen Metalcamp sei zwar auch gut gewesen, aber das Wetter hier in Deutschland sei doch viel besser. Da fühlt sich der deutsche 15-Grad-Hochsommer auf dem Flugfeld Obermehler gleich entschieden besser an. Der fette, druckvolle Sound wird aus meiner Sicht an diesem Abend selbst vom Headliner nicht getoppt. Und einen Sonderpreis gibt´s für Herrn Erlandssons brutales Schlagzeug-Inferno. (vw)

Inmitten des Old-School-Treffens für Black-, Death-, Thrash- und Heavy Metal müssten SÓLSTAFIR wie Außenseiter wirken. Tun sie aber nicht. Die Isländer sind nach vielen Touren gern gesehene Gäste in Mitteleuropa. Ihre unprätentiöse Art würde man anderen Bands als Trägheit auslegen, aber diese bärtigen, hutbewehrten Hünen ziehen ohne jede Hektik in Mimik, Gestik oder Musik in ihren Bann. Drei ausufernde Songperlen vom ersten „Svartir Sandar“-Teil - darunter die sich langsam steigernde Überballade ´Fjara´ - und das monumentale ´Goddess Of The Ages´ von „Köld“ bewirken bei Kennern seliges Grinsen und sachtes Mitwippen, bei neu gewonnenen Anhängern einen Kaufrausch. Schön, dass sich der Heiden-Metal vom tumben Partygegröle emanzipieren kann. Rock-Hard-Kumpel Krugi bringt den herzzerreißenden Gesang vom großen Bären Adalbjörn mit „Jammern auf höchstem Niveau“ völlig unironisch auf den Punkt. (btj)

Zwischen nordischer Atmosphäre und britischer Walze platziert sich chaotischer Ruhrpott-Kult. Chaotisch deshalb, weil SODOM anlässlich ihres 30. Jubiläums einen Haufen Tracks probten, ohne darauf zu achten, dass sie mit 45 Minuten Spielzeit auskommen müssen. Man schafft es, eine coole und gut abgefeierte Mischung aus uralten, alten und immerhin alt klingenden Treffern aufzufahren. Darunter das mit einem der besten Genre-Riffs ever gesegnete ´Sodomy And Lust´ (leider einen Tick zu schnell gespielt), die Knüppelorgie ´Blasphemer´ (mit geiler „Lay down your souls to the gods rock´n´roll“-Verneigung gen Venom und der nach wie vor ominösen Textzeile „Masturbate to kill myself“) sowie ´Agent Orange´ (zu dessen „A fire that doesn´t burn“ passenderweise eine der Feuerfontänen ihren Geist aufgibt - oder war das hintergründige Absicht?). Nach ´Remember The Fallen´ ist für den planlosen Dreier jedoch Schicht im Schacht. Auf den vorbereiteten ´Nuclear Winter´, ´Proselytism Real´ und ´Bombenhagel´ bleibt man sitzen. (jj)

Eigentlich ist es ja fast unmöglich, auf Superlative zu verzichten und eine sachliche Nüchternheit an den Tag zu legen, wenn es um BOLT THROWER geht. Versuchen wir es dennoch: Seit dem Jahr 2000 war ich ohne Unterbrechung Gast dieses wunderbaren Festivals, und noch nie zuvor gab es beim Party.San ein so riesiges, wehendes Meer aus Haaren wie in der Nacht zu diesem Freitag. Natürlich liegt das auch daran, dass unsere Lieblingsthüringer vermutlich einen Besucherrekord aufstellen konnten. Aber vor allem liegt es daran, dass Bolt Thrower von Jahr zu Jahr wertvoller werden, wie ein streng limitierter schottischer Single Malt. Das bandeigene Boltfest vor einigen Monaten hatte dazu geführt, dass die Legende in diesem Jahr ihren Proberaum öfter gesehen hat als in den gesamten zehn Jahren zuvor - und demnach ihre ohnehin schon faszinierenden Livequalitäten rapide steigern konnte. Es stimmt einfach alles. Die Soundwand ist perfekt, jedes Riff und jeder Beat sitzt, und für Songs wie ´World Eater´, ´Cenotaph´ oder ´The IVth Crusade´ würden ALLE anderen Death-Metal-Bands ihre Eltern verkaufen. Man kann den Fünfer nicht toppen! (wrm)

Freitag

Die tschechischen Ex-Grinder MALIGNANT TUMOR haben sich schon auf anderen Festivals als Dosenöffnerband für den Fr��hschoppen bewährt. Ihr Anarcho-Mix aus Achtziger-Metal, derbem Gekeile mit Venom-Roots (´Satan Rise´) und Crust-Anteil (´Infernor´) mit grundsätzlich viel dreckigem Motörhead-Rock spricht die niederen Banger-Instinkte erfolgreich an: wild aufstampfend beim Faustrecken und Kopfschütteln nicht zu viel Bier verkippen. ´Saddam Hussein Is Rock´n´Roll´ ist mit seinem Uffta-Rhythmus, Hooligan-Chören und Singalong-Part das ´Jihad´ der Jeans- und Lederträger, ´Earthshaker´ ebenfalls eine großartige Mitgrölhymne. Die sinnfreie Ansage „Are you here?“ steht dem Songtitel ´We Are The Metal´ in nichts nach. Siehe da: Man kann auch ohne rosa Fummel als Metalband Frohsinn verbreiten. Wer die vier noch nie live gesehen hat, mag sich mit den coolen Videoclips behelfen und dort die Frisur- und Bartmode von Basser Simek anbeten.

Die evil invaders ASSAULTER verstehen da schon weniger Spaß. Die Raubeine ballern sich noch vor den Kumpels Gospel Of The Horns, mit denen sie Tage zuvor London und Dublin eingeebnet haben, durch ihren Set und können sich somit schon eher die Kante geben. Zur gemeinsamen Signing-Session kommen nur gemischte 50 Prozent der Down-Under-Fraktion. Wer den rohen Aussie-Black/Thrash liebt, ist mit der Band aus dem erweiterten Deströyer-666-Clan bestens bedient und muss zwischen den sägenden Riffs von ´Outshine´, ´Exalt The Master´ oder dem älteren ´Vengeance Whips´ dennoch nicht auf viele eingeworfene melodiöse Leads und Soli verzichten. Seit dem Zeitwerk „Boundless!“ haben sie sich zudem um einen Basser verstärkt und treten mit Z. Crucifier als Quartett auf. Bad ass unfriendly, aber dafür extremely violent fun. (btj)

Viele Gelegenheiten, IRON LAMB auf der Bühne zu sehen, gab es bisher nicht. Dementsprechend groß ist die Vorfreude, denn „The Original Sin“, das Debüt der Schweden, war ohne Zweifel eines der Highlights 2011 und hat mittlerweile auch den „test of time“ bravourös gemeistert. Allerdings tritt die Truppe heute ohne ihren zweiten Gitarristen an, was zum einen etliche Soundlöcher verursacht und zum anderen die Schwächen von Johan Wallin offenbart, wenn dieser sich der Leadgitarre widmen muss. Während Sänger Grga trotz ziemlicher Bewegungsarmut zumindest noch lässig rüberkommt, wirkt die Performance von Johan und Thomas (b.) insgesamt recht lustlos und unsouverän. Auch musikalisch will das Ganze nicht so wirklich grooven und Arsch treten, weshalb man im Publikum durchaus etliche enttäuschte Mienen ausmachen kann. Fairerweise muss man allerdings zugeben, dass das einen nicht gerade kleinen Teil des Auditoriums alles nicht juckt und Songs wie ´The Original Sin´ und ´I Don´t Like You´ lautstark mitgegrölt und abgefeiert werden. (ah)

GOSPEL OF THE HORNS sind inzwischen eine „deutsche“ Band. Chris Masochist und Mark Howitzer sind frauentechnisch eingemeindet worden, und die anderen beiden (neuen) Bandmitglieder Mersus und Matt Razor, die bislang bei Deströyer 666 gespielt haben, sind eh deutsch bzw. leben schon länger in Europa. Die australische Herkunft (Mersus ausgenommen) hört man natürlich trotzdem: Schwärzester Thrash, im Vergleich zu D666 eine ganze Ecke rotziger gespielt, ist angesagt - mit einer kompromisslosen Brutalität, die die großen Australien-Vorbilder Sodom nie erreicht haben. Howitzers Stimme ist zudem völlig eigenständig und geht einem sofort durch Mark und Bein. Das Programm reicht heute von alten Hits wie ´Desolation Descending´, ´Absolute Power´ oder ´Vengeance Is Mine´ bis hin zu brandneuen Krachern der soeben erschienenen Mini-LP „Ceremonial Conjuration“ (wie dem Titelstück und ´Sorcery And Blood´), die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann. Härter und besser kann man Black Thrash nicht spielen! (gk)

Es gibt viele Bands, die durchaus kompetent schwedischen Death Metal klassischer Prägung zocken. Aber nur wenigen gelingt es, dabei noch Hooklines zu integrieren, an die man sich sofort erinnert. Und genau das können ENTRAILS wie kaum ein anderer Act. Ob ´Crawling Death´, ´Unleashed Wrath´ oder das famose ´Undead´: Immer fräst sich umgehend eine feine Harmonie in dein Großhirn und verlässt dieses für den Rest des Tages nicht mehr. Es gibt keinen einzigen Qualitätsabfall im 45-minütigen Set der Truppe aus Växjö, bei der Basser/Sänger Jocke optisch im Mittelpunkt steht. Der Mann hat Ausstrahlung, sollte aber noch ein wenig an seinen Ansagen arbeiten. Gelegentlich übernimmt auch mal der solide Drummer Adde ein paar Vocals. Die beiden Klampfer Mathias und Jimmy (mit Shane-Embury-Gedächtnisfrisur) bleiben in Sachen Stageacting zwar etwas blass, sorgen aber für ein felsenfestes Riff-Fundament. Guter Gig! (fa)

Es folgt die große Publikumsflucht. Kein Wunder, denn die zwei, drei Dutzend verbliebenen Die-hard-Fans direkt vor der Bühnenabsperrung und einige weitläufig über den Platz verteilte neugierige Allesgucker bekommen eine lupenreine Vorstellung von überflüssigem und äußerst langweilig dargebotenem, pathetisch-klebrigem 08/15-Schunkel-Viking-Quatsch aus Island, den man auf diesem Festival eher nicht braucht. Auch wenn man gerechterweise zugeben muss, dass sich mit zunehmender Spieldauer doch noch einige Leute vor der Bühne versammeln, sind sich zumindest eigentlich alle, die das Geschehen eher semiinteressiert aus der Entfernung beobachten, hinterher einig: SKALMÖLD? Skalmüll! (ah)

VIVUS HUMARE langweilen als erste Band im Zelt mit drögem, Genreklischees bis zum Erbrechen wiederkäuendem Black Metal. Sinnhaftigkeit, Einzigartigkeit oder auch nur atmosphärische Songteile sucht man vergebens. Genug Fans, denen selbst der im Zelt leider durchgängig mäßige Sound nicht die Laune verderben kann, scheinen trotzdem anwesend zu sein. Dennoch ein schwacher Auftakt für die neue Bühne, dem aber viele stärkere Bands nachfolgen werden. Also keine Angst vor dem Zelt! (fp)

Schwedens Goregrind-Helden GENERAL SURGERY sind mit ihrem Early-Carcass-meets-Elchtod-Gebrate genau die Mischung aus stumpf und nicht ganz so stumpf, die live direkt in die Nackenmuskulatur knallt. Die Blutdoktoren betreten angenehm besudelt die Bühne, beschweren sich über zu viel Sonne (die gerade zum ersten Mal zart die Wolkendecke durchbricht) und sorgen mit tight gespielten Hits wie ´If These Walls Could Talk´ und dem Carnage-Cover ´The Day Man Lost´ für jede Menge strahlend-begeisterte Gesichter und einen Mini-Moshpit. (jj)

Hütte voll - das heißt es auch bei CHAPEL OF DISEASE, einer der größten nationalen Death-Metal-Hoffnungen. Der Vierer knattert tight und schnell seine Attacken in die Menge, Songs wie ´Summoning Black Gods´ gehen direkt in die Muskulatur, und die Band hat´s spieltechnisch drauf. Einziges Manko: Brüllmeister Laurent Teubl spielt eine sogenannte Headless-Gitarre, und dieses Instrument sieht mit seinem extrem kurzen Hals so dermaßen kacke und jazz-tuntig aus, dass es für Metal-Festivals gerichtlich verboten werden müsste. (wrm) (Recht haste! - fa)

DARK FORTRESS verzichten heuer nicht nur auf das einst in Bad Berka gezockte Unanimated-Cover: Die zu lange Umbauzeit kostet den Oldie ´Like A Somnambulist In Daylight´s Fire´. Der übrige Set aber überzeugt restlos mit Dynamik und Spielkultur. V. Santuras Soli heben die Landshuter weit über den Black-Metal-Durchschnitt, ebenso das Stimmspektrum von Morean zwischen garstigem Keifen und aus den Eingeweiden röhrendem Untertongesang. Nach der letzten Tour tut es gut, auch wieder den genesenen Urgitarristen Asvargr und Keyboarder Paymon ins Bühnengeschehen eingebunden zu erleben. ´Osiris´ und ´Ghastly Indoctrination´ blenden das Tageslicht aus, bevor die Abgründe des epischen ´The Valley´ (dreistimmig!) durchwalzt und des rasanteren ´Cohorror´ gemeistert werden. Als Finale mobilisiert ´Baphomet´ auch vor der Bühne die letzten Kräfte - trotz seiner zerrissenen Rhythmik ein echter Hit. (btj)

Einen Originalitätspreis werden DECEMBER FLOWER aus NRW garantiert nicht gewinnen. Zu deutlich hört man in ihrem Sound die Einflüsse von Bands wie Dissection, Naglfar oder auch Dark Tranquillity heraus. Viel wichtiger als Originalität um jeden Preis ist aber, dass die Truppe mit Herzblut zur Sache geht. Und das tut sie auf jeden Fall, was man auch an der sehr engagierten Bühnenperformance ablesen kann. In dieser Hinsicht sammeln December Flower ordentlich Pluspunkte. (fa)

IMMOLATION starten mit einem Paukenschlag namens ´Close To A World Below´ in ihren Set und sorgen in der folgenden Dreiviertelstunde für sperrangelweit offene Münder. Nicht zuletzt dank des guten, druckvollen Sounds kann man die zahlreichen, spielerischen Finessen in den Songs der New Yorker bestens heraushören und in die wundervollen Klangwelten der Band eintauchen. Einmal mehr sticht dabei Drummer Steve Shalaty heraus: Der Junge spielt so dermaßen fix und facettenreich, das KANN eigentlich gar keinen Spaß mehr machen, sondern erinnert viel mehr an Hochleistungssport, bei dem man stets hochkonzentriert sein muss. Ebenfalls ein Fels in der Brandung: Frontmann Ross Dolan, der souverän durch ein erstklassiges Programm führt, das mit zahlreichen Highlights wie ´Swarm Of Terror´, ´Majesty And Decay´, ´What They Bring´, ´No Jesus, No Beast´ oder ´Dawn Of Possession´ gespickt ist. Klasse! (fa)

OBSCURE INFINITY klingen verdammt schwedisch und machen dabei eine mehr als ordentliche Figur. Offensichtlich inspiriert von den Klassikern der schwedischen Todesblei-Szene, gehen die Buben mit einem Engagement zu Werke, das man bei den Originalen manchmal vermisst. Dass man dabei den Menschen nicht noch einmal das Feuer bringt, ist logisch und unterm Strich auch gar nicht erwünscht. Genrefans sollten die Truppe definitiv anchecken, und live macht sie sowieso alles richtig. (fp)

GHOST BRIGADE sind ein musikalisch angenehmer Farbtupfer im Party.San-Line-up, weil sie nicht ganz so heftig reinballern wie so manch andere Band, aber dennoch mit ihrer düsteren Atmosphäre gut ins Gesamtbild des Festivals passen. Es ist zwar vergleichsweise leer vor der Hauptbühne, aber das ermöglicht es den Fans, umso besser den sphärischen Mix aus progressivem Death, doomigen Beats und groovigem Heavy Rock zu genießen. Die teilweise clean gesungenen Vocals, die sphärischen Intros und Zwischenspiele, die untergehende Sonne und nicht zuletzt die fantastische Lichtshow verleihen dem Auftritt der Finnen eine ganz besondere Dynamik. Kein Wunder, dass irgendwann sogar eine Wunderkerze in den ersten Reihen hochgehalten und die Ansage, dass es sich bei ´Soulcarvers´ um den letzten Song des Auftritts handelt, mit Buh-Rufen quittiert wird. (cs)

Der heutige Höhepunkt im Zelt heißt HARADWAITH. Die Combo, die zeitweise auch Ex-Endstille-Sänger Iblis in ihren Reihen führte, ist live wesentlich stärker und saftiger als auf Scheibchen. Black Metal, teilweise mit Pagan-Einsprengseln, aber immer schön auf die Fresse, ohne es mit der Stumpfheit zu übertreiben, steht auf dem Programm, und die Band füllt ihre Musik mit so viel Leben, dass es eine wahre Freude ist. Viel besser kann es trotz einiger technischer Probleme nicht laufen! (fp)

Wegen einer Tourbus-Panne gehen NILE mit einer Viertelstunde Verspätung auf die Bühne, die mit dem Artwork des „Annihilation Of The Wicked“-Albums dekoriert ist und vor der sich deutlich mehr Leute tummeln als bei Ghost Brigade. Doch auch ein streikender Tourbus kann das US-Quartett nicht davon abhalten, einen tight gespielten 40-Minuten-Set (fünf Minuten weniger als geplant) hinzulegen und seinem Ruf als „Blühende Oase in einer sonst eher staubigen Death-Metal-Landschaft“ (poetischer-O-Ton von „Die Burg“-DJ Krugi) gerecht zu werden. Bandkopf Karl Sanders hat das Publikum fest im Griff und gibt sich nicht nur mit hochgestreckten Fäusten zufrieden, sondern animiert seine Fans, es selbst mal mit deathmetallischem Gegrunze im Chor zu probieren, bevor das Konzert-Finale u.a. mit ´Sarcophagus´ und ´Black Seeds Of Vengeance´ eingeläutet wird. (cs)

TORMENTED meiden moderne Einflüsse wie der Teufel das Weihwasser - der Lohn dafür ist ein sehr gut gefülltes Zelt am späten Abend, das Old-School-Walzen wie ´Blood Of The Undead´ oder ´Sacrifice The Dead´ abfeiert. Das ist primitiver Death Metal vom Feinsten, vorgetragen von einer motivierten Band, von der zumindest ich aber auch gerne mal die Gesichter und nicht nur die Silhouetten gesehen hätte. Doch leider hat man es versäumt, die Bands auf der Zeltbühne auch mal von vorne anzustrahlen; stattdessen gibt´s überwiegend Rotlicht von hinten. Doof. (fa)

Durch die zeitliche Verschiebung in der Running Order gehen auch IMMORTAL mit 20 Minuten Verspätung auf die Bühne, doch das, was das Publikum von den Norwegern geboten bekommt, ist eine mehr als würdige Headliner-Show. Man mag Abbath mit seinem trippelnden Demonwalk und der Panda-Bemalung belächeln, doch man kann ihm nicht absprechen, bei seinen Auftritten alle Register des Show-Entertainments zu ziehen: Pyros knallen, Nebel wabert über die Bühne, Flammen lodern in die Luft, und Spots wandern über die Bühnenwände (total geile Lichtshow bei ´The Call Of The Wintermoon´, als die Bühne in blaues Grundlicht getaucht ist und rote Farbakzente auf den Musikern liegen). Die Mucker selbst posen mit stolzen Gesten und genießen die Spannung, die in der Luft liegt, wenn sie mit dramaturgischen Pausen ihre Songs unterbrechen. Was Immortal wieder mal live auszeichnet, ist die Fähigkeit, majestätische Black-Metal-Attitüde mit rock´n´rolliger Spielfreude, atmosphärisch-eisigen Intros und wohldosierten Solo-Einlagen zu kombinieren. Am Ende des 85-minütigen Auftritts steht mit ´At The Heart Of Winter´ zudem noch ein Song auf der Setlist, der jahrelang nicht zum Live-Repertoire der Norweger gehörte. (cs)

Samstag

RECTAL SMEGMA flutscht von allen Bandnamen des diesjährigen Party.San definitiv am leckersten über die Lippen. Die Typen gehen für die verhinderten Rompeprop am Samstagmittag als Weckruf auf die Bretter. Holland festigt damit mal wieder seinen Europameister-Status in der Disziplin Gestörten-Grind. Das ganze Leichen-ficken/Mit-Kacke-spielen/Nutten-verstümmeln-Zeugs hat sich zwar in den letzten Jahren immens abgenutzt, als kleines Eiterkotblut-Entree sind die Knilche heute aber gern gesehen. ´ne Menge Fans gönnen sich das Geknatter zwischen Morgenschiss und Frühschoppen, kommen der Aufforderung zum Circle-Pit nach und holen den Haufen um den mit hochrotem Kopp squealenden Yannic sogar zu einer Zugabe zurück.

Hinter den TRASH AMIGOS stecken ein paar Schweden, die irgendwann gemerkt haben, dass sie in Wirklichkeit Mexikaner sind (wahrscheinlich haben sie einfach zu viele Schnäpse gekippt), seitdem mit Sombreros, Ponchos, „Dias De Los Muertos“-Make-up und fiesen Schnauzbärten durch die Gegend tingeln und natürlich allesamt Pedro heißen. Man bezeichnet sich als „Hijas de la chingada“, was wohl „Söhne der Gefickten“ heißt, und glänzt auf der Bühne mit Ansagen wie „Are you high? So am I!“. Das „Are you with us, Party.San?“ klingt wie „Are you with us, Pakistan?“, aber mit der Geografie haben´s die skandinavischen Bohnenpflücker ja offensichtlich eh nicht so. Die Mucke ist allerdings weniger albern, als man vermuten könnte, und eindeutig Thrash: viel kontrollierte Power in Slayers „South Of Heaven“-Style, aber halt doch nur Second Hand. Die straighten Granaten machen halbwegs Lust aufs Rübeschütteln, die schiefen Clean Vocals krempeln einem hingegen die Zehennägel um.

CATTLE DECAPITATION füllen mit ihrer zumindest vordergründig vertretenen Tierrechtler-Attitüde in der Szene eine Lücke, auf die zwar nicht viele gewartet haben, die sich aber immerhin jeder merken kann. Genau wie sich ´ne Menge Leute noch an die Probleme erinnern können, die die Kerle hierzulande mit einigen sauguten Coverartworks hatten, auf denen z.B. ´ne Kuh Menschenreste auskackte. Die Kalifornier hämmern durch Brutal-Frickel-Death, der die Komplexitätslatte für den dritten Festivaltag bereits ziemlich nach oben schraubt. Frontbrüller Travis Ryan lässt trotzdem die Crust-Punk-Assel raushängen. Er rotzt einen gelben Brocken in die Luft, fängt ihn mit der Hand auf und zieht ihn durch die Nase zurück in die Bronchien. Mjam. (jj)

Auch wenn NOCTE OBDUCTA von ihrer ursprünglichen Ankündigung, nie mehr aufzutreten, nichts mehr wissen wollen, sind Shows der ursprünglich in Mainz beheimateten Band mittlerweile eine Seltenheit. Dementsprechend ist es vor der Bühne gut gefüllt, und die Truppe liefert dem Publikum einen soliden Gig mit durchaus selbstironischen Momenten. Aber nicht nur der postrockige oder avantgardistische Teil (oder weiß der Teufel, wie man die Ausflüge in ruhigere musikalische Gefilde bezeichnen mag) wäre unter einer stimmungsvollen Lichtanlage sicherlich deutlich besser aufgehoben als unter der Mittagssonne. Zumindest sorgt Gitarrist Marcel mit den mit weitem Abstand längsten Ansagen des Festivals für den einen oder anderen Schmunzler, als er z.B. erklärt, dass die Band heute drei Geburtstagsfeiern verpasst und sich eines der Geburtstagskinder einen ihm gewidmeten Song gewünscht hat, dem man mit ´Fick die Muse´ nun gerne nachkommen wird. Unterm Strich sympathisch, aber nur wenig spektakulär. (ah)

Die finnischen Black/Death-Metal-Veteranen ARCHGOAT, die seit über 20 Jahren durch die Botanik rumpeln, sind live eher lustig. Das Trio wirkt mit Corpsepaint und Brachialoptik anfangs ziemlich cool, mit der Zeit jedoch zu statisch, was auch an den fehlenden Ansagen liegt: Es wird nur jeweils der Songtitel geröchelt, und zwischen den einzelnen Stücken herrscht zehn Sekunden lang Totenstille, von einem Intro mal abgesehen. Die Songs an sich sind cool und wechseln zwischen groovigen Slow- und heftigen Knüppel-Parts, wobei die langsamen Groove-Passagen immer gleich klingen und fast immer an frühe Satyricon (und nur in Ausnahmefällen an Hellhammer) erinnern. Wahrscheinlich hat Satyr damals bei Archgoat geklaut und nicht andersherum - aber witzig ist´s schon, denn weiter als diese beiden Bands kann man ideologisch ja gar nicht auseinanderliegen. Am besten gefällt mir Drummer Sinisterror, der in den Slow-Parts sehr kraftvoll klingt. (gk)

Weil Ragnarok nach einem Unfall ihres Shuttle-Transports verspätet eintreffen, folgt jetzt schon die Konsensband dieser Festivalsaison. Egal, ob auf dem sehr traditionellen Headbangers Open Air, dem doch eher melodieorientierten Bang Your Head oder jetzt hier vor einer fast lupenreinen Black- und Death-Metal-Crowd: WARBRINGER räumen ab. Die Halswirbel des Quartetts machen ordentlich Kilometer, die stilsicheren Gitarrensoli und Thrashbeats sitzen perfekt, der Sound ist okay, und inklusive einer Coverversion von Motörheads ´(We Are) The Road Crew´ bekommt das Publikum alles, was man von einer Thrash-Band auf der Bühne erwarten kann. Und letztendlich sogar ein bisschen zu viel, denn die von Sänger John Kevill geforderten Circle-Pits und Walls Of Death braucht man auf dem Party.San dann doch eher weniger. Das sieht auch der größte Teil des Publikums so, weshalb die Beteiligung recht mickrig ausfällt. (ah)

REVEL IN FLESH sind bereits kurz nach ihrem Debütgig als Quintett zusammengewachsen. Zu 90 Prozent Stockholmer Todesblei-Tugend zeigt am Set-Ende das schön rumpelige Benediction-Cover ´Subconscious Terror´ auch den englischen Einfluss. Da haben die Schwaben das Zelt allerdings längst mit dem wendigen ´Winds Of Death´, dem dröhnenden ´Iron Coffin´ und dem Sturmangriff ´Slavish Obedience´ im Sack. „Scheiß auf Gemüse!“, denkt sich auch ein gut abgehender Mike von Fleshcrawl an vorderer Publikumsfront. (btj)

TOXIC HOLOCAUST-Chef Joel Grind sieht nicht mehr ganz so aus, als wolle er 1982 bei GBH einsteigen, hat sich aber seine Punk-Attitüde bewahrt. Hier ist der Rotz, der ´ner Kapelle wie Warbringer abgeht. Die Songs kommen brillant auf den Punkt und knallen ohne Firlefanz in die Fresse. Das Triple ´War Is Hell´/´666´/´In The Name Of Science´ startet Joels Geburtstagsshow („I´m officially an old motherfucker now!“), die spätestens mit den Abschluss-Burnern ´Nuke The Fucking Cross´, ´The Lord Of The Fucking Wasteland´ und ´Bitch´ alle Konkurrenten, die heute das Thrash-Banner hochhalten, zu lauen Fürzen pulverisiert. Das Publikum dankt mit Circle-Pits und immenser Abfeierei. (jj)

In der Schnittmenge von Melodic Death Metal, Pagan Metal und epischem Heavy Metal schmieden die Jenaer MORTJURI ihre Songs, und was auf Konserve ziemlich gut funktioniert, kriegt der Sechser auch souverän auf die Bühnenbretter. Dass die fünf Herren und die Madame am Keyboard so was wie local heroes sind, zeigen die äußerst positiven Publikumsresonanzen im ordentlich gefüllten Zelt. Für meinen Geschmack präsentiert sich die Band jedoch ein bisschen zu gut gelaunt - Teletubbies goes Metal -, und der Sound steckt ein bisschen zu sehr in den Spätneunzigern, aber alles in allem hätte ich nichts dagegen, wenn die Truppe so langsam mal neue Stücke nachlegen würde, denn das letzte Studiolebenszeichen in Form des Longplayers „Desoulate“ hat bereits vier Jahre auf dem Buckel. (wrm)

Zu schade: Haben RAGNAROK neben ihrer Verspätung auch noch beim Soundcheck geschludert? Dass die lokale Crew Black Metal durchaus im Griff hat, konnte sie bei Dark Fortress oder Archgoat beweisen. So prügelt sich das seit Jahren letzte Urmitglied Jontho durch sieben Songs, die mit dem ultraverzerrten Bass und dem eher untighten Riffing anfänglich völlig beliebig klingen. Die bevorzugt aus „Hail Satan!“-Formeln bestehenden Ansagen von Hansfyrste helfen wenig weiter, den bevorzugt aus mittleren Werken der Diskografie zusammengezimmerten Set von ´It´s War´ bis ´Blackdoor Miracle´ zu genießen. Ein dazugemogelter neuer Song (´Iron Cross - Posthumous´) ändert nichts daran, dass sich das Interesse mit zunehmender Spielzeit auf den Gitarristen richtet. Dessen Name Bolverk ist Programm: Man muss sich nur eine Kreuzung aus Kerry King und Wackelpudding mit Corpsepaint vorstellen. (btj)

Die Lokalhelden ZERO DEGREE aus dem nahen Nordhausen haben leichtes Spiel, die Zeltbühne in Wallung zu bringen. Mit ihrem frischen Mix aus traditionellen Iron-Maiden-Hooklines und Dark-Tranquillity-Flair sorgen sie vom ersten Ton an für Partystimmung und gute Laune. Gleich drei Gitarristen leistet man sich, was dazu führt, dass selbst bei langen Solopassagen noch ein fettes Rhythmusbrett für Vorwärtsschub sorgt. Neben einigen Krachern der „Surreal World“-CD sorgen besonders die brandneuen Stücke der EP „The Storm And The Silence“ für Begeisterung. Nachdem die Band bereits auf CD überzeugen konnte, stellt sie mit diesem Auftritt unter Beweis, dass sie derzeit zu Recht als einer der heißesten Newcomer im Genre des Melodic Death Metal gilt. Beim nächsten Party.San-Auftritt sollten die Burschen definitiv die Hauptbühne rocken. (vw)

Mit INCANTATION folgt die bislang brutalste, präziseste und gewissermaßen vollkommenste Band des bisherigen Tages: Wie eine Maschine verrichtet der US-Vierer seine Arbeit und wälzt das Gelände machtvoll um. ´Primordial Domination´, ´Thorns Of Everlasting Persecution´, ´Absolved In Blood´ - jeder Schuss sitzt. Grunzen, Riffmassaker, Drumgepolter als vollkommene Kunst der Zerstörung - und das, obwohl diese Band im Laufe der Jahre ein halbes Heer an Musikern verschlissen hat. Und inmitten des Donnerwetters eiern die Herren Kühnemund und Himmelstein schirmchendrinkbewaffnet über das Schlachtfeld und erfreuen sich ihres Lebens. Während die Band auf der Bühne tobt, lallt mir Kumpel Krugi ins Ohr: „Ich habe von denen alles! Jeden Song und jeden Ton! Immer wieder geil!“ Dem ist nichts hinzuzufügen. (wrm)

Heimspiel für KALI YGUA aus Thüringen. Aber es liegt sicher nicht nur am Heimvorteil, dass das Quintett viel Beifall erntet für seinen gediegenen Mix aus melodischem Death Metal und etwas Hardcore. Unspektakulär, aber grundsolide. (fa)

Geradezu episch wirken die Finnen INSOMNIUM nach dem bisherigen Geballer des Tages. Breitbandkino de luxe, wallende Gitarren und Gänsehautmelodien prasseln in der heranbrechenden Dämmerung auf ein Heer geschundener Ohren. Die abfällige Diskreditierung als Mädchenmusik im Programmheft hätte man sich klemmen können, denn das Quartett begeistert schlichtweg geschlechtsübergreifend. Hochmelodische, emotionale Volltreffer wie ´Through The Shadows´, ´Down With The Sun´ oder ´The Killjoy´ treffen den Nerv der Zuhörer, die in Scharen vor die Bühne stürmen. Ihren eigens aus Finnland eingeflogenen Soundmenschen während der Show zu beobachten, ist beeindruckend. Der Typ ackert hinter seinem Pult mindestens so hart wie seine Kollegen auf der Bühne. Doch das Resultat kann sich hören lassen. Ein glasklarer, endgeiler Sound, der praktisch auch von CD stammen könnte. Einzig der etwas steife und eintönig grunzende Fronter Niilo muss noch an sich arbeiten. Abgesehen davon sind Insomnium einer der heißesten Anwärter auf den verwaisten Sentenced-Thron. (vw)

VENENUM gehören für mich nicht nur zu den Highlights im Zelt, sondern auch zu den besten (neuen) deutschen Death-Metal-Bands überhaupt. Bei gutem Sound und atmosphärisch-sparsamem Licht präsentiert das Quartett groovigen Death Metal mit tollen, düsteren Melodien, der mich manchmal an Possessed zu „Beyond The Gates“-Zeiten erinnert. Man sieht den gesamten Set über eigentlich nur fliegende Haare auf der Bühne und geht begeistert mit. Hoffentlich erleben wir die Jungs bald auch auf der Hauptbühne! (gk)

Vor sechs Jahren spielten TANKARD noch auf der Zeltbühne des Party.San, doch zu ihrem 30-jährigen Jubiläum dürfen die hessischen Äbbelwoi-Metaller endlich auch auf der Hauptbühne ihr Unwesen treiben. Es gibt zwar keinen Bier-Thron und keinen Bier-König wie auf dem Rock Hard Festival zu bestaunen, aber das hält die Fans nicht davon ab, die Frankfurter Old-School-Thrasher richtig abzufeiern. Frontmann Gerre springt wie ein junges Reh über die Bühne, tanzt um die eigene Achse und posaunt alle paar Minuten ein begeistertes „Ihr seid so geil!“ in Richtung Publikum. Dass die Pyros nicht zünden wie geplant, ist total egal, denn zwischen enthusiastischen Tankard-Anhängern sieht man sogar den einen oder anderen True-Black-Metaller zu Ohrwürmern wie ´Stay Thirsty´, ´Freibier´ und ´(Empty) Tankard´ mitwippen. (cs)

Mit dem neuen Meisterwerk „Téras“ im Gepäck darf man gespannt auf die Darbietung der Nordschweden sein: NAGLFAR entern mit zwei neuen Musikern die Bühne. Hinter der Schießbude kloppt ganz frisch Efraim Juntunen (Guillotine), am Bass ackert Alex „Impaler“ Friberg (Necrophobic). Eingerahmt in ein stimmiges Bühnenbild mit gigantischem Backdrop, meterhohen Flammen und Nebel, startet die Show. So richtig Fahrt können die Schweden heute aber nicht aufnehmen. So begeisternd Naglfar auf Platte auch sind, es ist ein offenes Geheimnis, dass man über relativ wenig Spielpraxis verfügt. Entsprechend hölzern agiert die Band. Brecher wie ´The Perpetual Horrors´, ´I Am Vengeance´ oder ´Pale Horse´ verfehlen ihre Wirkung nicht, auch wenn der Sound erst in der zweiten Hälfte halbwegs erträglich wird und insgesamt gesehen recht dürftig bleibt. Zudem scheint Fronter Olivius für die ganz großen Posen nicht gemacht und wirkt angesichts des Trommelfeuers seiner Hintermannschaft zum größten Teil harmlos. Summa summarum ein solider Gig mit Licht und Schatten. (vw)

Auch wenn mir eingefleischte Death-Metal-Fans widersprechen werden: BEHEMOTH sind gegenüber Deicide definitiv ein Gewinn, denn während Letztere kaum Livequalitäten aufweisen, vereinigen Erstere Fans aller Stilrichtungen und Altersgruppen. Und bei ehrlicher Betrachtung erkennt man auch, woran das liegt: Das majestätische Intro, der walzende, alles zermalmende Opener ´Ov Fire And The Void´, der ausbrechende Vulkan ´Demigod´, der passendste Einsatz von Licht- und Pyroeffekten des gesamten Wochenendes, die Setlist, die Uraltes (´Moonspell Rites´) neben ganz Neues (´Lucifer´) stellt, die Gänsehaut verursachende Ansage zu ´Conquer All´ („It feels good to be alive!“), all das offenbart eine scheinbar simple Balance zwischen höchstmöglichen Ansprüchen in Sachen Professionalität und einer authentischen Selbstoffenbarung, die nicht nur in der Musik extrem selten ist. (fp)

In Schlotheim rockten, feierten, fachsimpelten und vollbrachten für unmöglich gehaltene Höchstleistungen: Jan Jaedike (jj), Conny Schiffbauer (cs), Felix Patzig (fp), Volkmar Weber (vw), Götz Kühnemund (gk), Andreas Himmelstein (ah), Wolf-Rüdiger Mühlmann (wrm), Björn Thorsten Jaschinski (btj) und Frank Albrecht (fa). Saskia Gaulke hielt den Wahnsinn im Bild fest.

UND WAS MEINT...?

Frank Albrecht

Wer waren die Highlights - und warum?

Bolt Thrower (wie immer eine massive Wand), Immolation (Technik, die begeistert), Chapel Of Disease & Venenum (zweimal sehr ambitionierter Death-Metal-Nachwuchs), Tankard (prima Show mit guter Laune), Toxic Holocaust (schön prägnant auf die Fresse)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Skalmöld (das Getröte gehört nicht aufs Party.San), Vallenfyre (gute Songs, lasche Performance), Ghost Brigade (irgendwie gesichtslos)

Was war lustig/skurril/überraschend?

Saucool fand ich den Hähnchenstand mit seinem „Brathahn statt Satan“-Logo. Traurig ist hingegen: Es gibt auf dem Gelände keine Vita Cola mehr. Schnüff.

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Black Breath, Hypnos, Amebix, Weak Aside, Skeletal Remains, Fleshcrawl, Venom und Twilight Of The Gods

Felix Patzig

Wer waren die Highlights - und warum?

Nifelheim (pure Swedish madness), Venenum (beste Death-Metal-Band des Festivals), Behemoth (überragend)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Bolt Thrower (nur okay), Rectal Smegma (die letzte Wichse), Skalmöld (zeigen trotz okayen Auftritts, dass Folk Metal auf dem Party.San deplatziert ist)

Was war lustig/skurril/überraschend?

Die Belagerungszustände vor dem Bolt-Thrower-Merchstand erklären deren Textinspiration

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Secrets Of The Moon, Tribulation, Mare, Necrophobic, Whiskey Ritual

Wolf-Rüdiger Mühlmann

Wer waren die Highlights?

Venenum, Bolt Thrower, Incantation, Necros Christos

Wer hat enttäuscht - und warum?

Die Hotelbar (der Saftladen war bereits ab 23 Uhr zu)

Was war lustig/skurril/überraschend?

Die auf dem Party.San-Gelände abgehaltenen Olympischen Parallelspiele, vor allem die Sportarten Turmfisten, 30.000 Kilometer Unterwasserstabhochhürdenschwimmen, Degensäbeln und natürlich Zehnkampf (Saufen, Saufen, Saufen, Saufen, Saufen, Saufen, Saufen, Saufen, Basteln und Origami)

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Midnight, Proclamation, Mare, Faustcoven, Wrathprayer, The Ruins Of Beverast, Foreigner und ZZ Top

Jan Jaedike

Wer waren die Highlights - und warum?

Toxic Holocaust (sorgen in Sachen Thrash-Spirit of ´85 für totale Verwüstung), Ragnarok (geben dem Black Metal seine Hässlichkeit und ca. 80 Kilo Übergewicht zurück), Sólstafir (Atmosphäre MIT Eiern)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Skalmöld (holpriges, unausgegorenes, arschloses Gedudel)

Was war lustig/skurril/überraschend?

Wolf muss nach einem Boxenstopp am „Brutz & Brakel“-Stand zum Gig von Venenum getragen und im Zelt an einen Pfeiler gebunden werden, damit er nicht umfällt, kann sich am nächsten Tag aber immer noch daran erinnern, die beste Death-Metal-Band seit Ewigkeiten erlebt zu haben.

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Master, Warhammer, Mortillery, Massacre, S.D.I., einen nach 20 Uhr immer noch gerade stehenden Himmelstein und ´nen veganen Dönerstand

Conny Schiffbauer

Wer waren die Highlights - und warum?

Immortal (ein würdiger Headliner mit fetter Show), Ghost Brigade (vielleicht stilistisch nicht perfekt passend, aber musikalisch und in Sachen Lichtshow ein Highlight des Wochenendes), Nile (tight und mitreißend trotz stressiger Tourbus-Panne)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Meine Rock-Hard-Kollegen: drei Tage nüchtern, spätestens um Mitternacht im Bett und zum Frühstück Wellness-Meditation und Gebetsrunde. Was ist los mit euch, Jungs?

Was war lustig/skurril/überraschend?

Der Party.San-Orden des Wochenendes geht an die drei Jungs aus Malaysia, die ausschließlich für das PSOA fünf Tage nach Deutschland gekommen sind und einen Zwölf-Stunden-Flug von Kuala Lumpur, Jetlag und pro Person Kosten von 1.200 Euro auf sich genommen haben.

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem PSOA sehen?

Morbid Angel

Björn Thorsten Jaschinski

Wer waren die Highlights - und warum?

Neben den ohnehin klaren Open-Air-Siegern die unfassbar stark besetzte Zeltbühne mit December Flower, Mortjuri, Obscure Infinity, Zero Degree, Revel In Flesh und Venenum (plus Tormented außer Konkurrenz)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Ragnarok waren klanglich sehr bescheiden; Schwedentod-Oberkenner Daniel Ekeroth wird bei den langweiligen Iron Lamb stilistisch verheizt

Was war lustig/skurril/überraschend?

Der Autogrammstunden-Stand hat manchmal was von einer Gummizelle - aber dafür auch jede Menge liquide Stimmungsaufheller

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Edge Of Sanity mit Swanö dürften weiterhin ein feuchter Traum bleiben. Dann wenigstens Uncanny, Unanimated mal in guter Form, Mandatory, Purtenance, Graveyard (Spanien, stupid!) und Sigh.

Götz Kühnemund

Wer waren die Highlights - und warum?

Necros Christos (tight wie ein Uhrwerk), Nifelheim (äußerst unterhaltsam), Sólstafir (tolle Atmosphäre zur richtigen Uhrzeit), Bolt Thrower (Kommentar überflüssig), Gospel Of The Horns (megabrutal), Chapel Of Disease (DM-Hoffnung Nummer eins), Immortal (große Show), Venenum (s. Chapel Of Disease), Naglfar (endlich wieder auf der Bühne!)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Nile (optisch todlangweilig), Ghost Brigade (fand ich schon mal spannender), Insomnium (gingen beim PSOA etwas unter)

Was war lustig/skurril/überraschend?

Lustig: Himmelstein & Wolf-Rüdiger nach viereinhalb Bierchen. Skurril: Fräääänk isst unter lautem Publikumsapplaus ein Grillhähnchen. Überraschend: Conny bricht beim Abschleppen nicht unter Himmelstein zusammen.

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem PSOA sehen?

Denial Of God, Degial, Midnight, Essenz, Nachtmystium, Secrets Of The Moon, Venenum & Chapel Of Disease auf der Hauptbühne

Volkmar Weber

Wer waren die Highlights - und warum?

Vallenfyre (weil sie nostalgisches Flair in dickem Neuzeitsound authentisch zelebrierten und einen der fähigsten Soundleute am Mischpult sitzen hatten), Behemoth (weil sie vom Energielevel und der zerstörerischen Präzision her in einer komplett anderen Liga spielten), Toxic Holocaust (weil ich die bislang nicht auf dem Schirm hatte, aber danach sofort alle Platten kaufen musste), Insomnium (weil zwischen allem Gerumpel und Gekläffe eine Ohrenmassage überaus sinnvoll ist)

Wer hat enttäuscht - und warum?

Die kultig rumpeligen, aber dennoch musikalisch fragwürdigen Archgoat; Incantation wirkten kraftlos und ausgepowert; Naglfar schafften es wieder nicht, die zauberhafte Magie ihrer Platten in eine mitreißende Liveshow zu übersetzen

Was war lustig/skurril/überraschend?

Der Kugelblitz bei Ragnarok an der Gitarre; Nifelheim sind visuell einfach immer unschlagbar; das Schmunzeln des Publikums bei den minimalistischen, gegrunzten Ansagen von Archgoat

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem Party.San sehen?

Anaal Nathrakh, Grotesque, Sunn O))), Black Witchery, Gojira

Andreas Himmelstein

Wer waren die Highlights - und warum?

Solstafir (noch besser als auf dem Roadburn - absolut intensive, emotionale Dynamik), Gospel Of The Horns (klingen genauso räudig, wie sie aussehen), Ghost Brigade (erholsames Kontrastprogramm), Warbringer (das musikalische Pendant zum „Paar inne Fresse“-Drink bei Brutz & Brakel)

Wer hat enttäuscht?

Iron Lamb (zu lahm, unpräzise und unmotiviert)

Was war überraschend?

Die Empörung unseres Hotelchefs über unseren hilfsbereiten Kollegen Mühlmann, der nachts um 4:00 Uhr mit einem Staubsauger bewaffnet mal ein bisschen Ordnung in den Laden bringen wollte.

Wen möchtest du nächstes Jahr auf dem PSOA sehen?

Merrimack, Antichrist, Ketzer, Negative Plane, Midnight

RANDNOTIZEN

  • Da behaupte noch mal einer, Düster-Metaller hätten kein Herz für beschwingtere Töne. Zum „Derrick“-Outro von Tankard punkteten diverse Metaller mit Standardtanz-Einlagen, und wenn man sich nicht rechtzeitig verdrückt hatte, wurde man glatt selbst noch zu einem Tänzchen aufgefordert. (cs)
  • Kein Gespräch mit NIFELHEIMs Hellbutcher ohne Iron Maiden! Auf die Frage, welche Maiden-Scheibe er für die beste hält, antwortete die Definition des Maiden-Die-hard-Fans nach kurzer Überlegung: »Eindeutig „The X-Factor“ - und zwar, weil sie die längste ist.“ Na ja, wer schon knapp 200 Maiden-Konzerte auf dem Buckel hat, kann sich eine derartige Kauzigkeit wohl erlauben. (fp)
  • Experten hielten es für schier unmöglich, selbst die optimistischsten Schätzungen erreichten nicht mal annähernd solche Werte, und absolute Gottheiten der Weltathletik - wir sprechen hier von Koryphäen wie Usain Bolt, Carl Lewis, Jürgen Hingsen und Frank Albrecht - verfehlten einen solchen Wert um Äonen: In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag verlor Spitzensportler Götz Kühnemund seinen - nein, nicht dritten, nicht vierten, nicht fünften und auch nicht sechsten - SIEBTEN Patronengurt in einem Zeitraum von vier Jahren. Applaus! Applaus!
    Gerne erinnern wir uns an die Umstände, an all die schicksalsträchtigen Momente und vor allem an die abenteuerlichen Orte, an denen Götz akribisch auf diesen Weltrekord hingearbeitet hat: Sei es ein Behinderten-Dixi-Klo, in dem sich unser Modellathlet tatendurstig verlaufen hatte, und der damit in Erinnerung gebliebene Ausruf „Gut, dass du kommst! Ich hätte hier nie wieder rausgefunden!“ oder die Personaltoilette des Swingerclubs Bottrop, in der Götz nebst Gefolge wilde Strangulationsübungen beim Begleitsound von London After Midnights ´The Bondage Song´ vollführte, bis die Patronen freiwillig aus den Laschen hopsten.
    Wir könnten noch viel mehr in ganz konkreter Erinnerung schwelgen, aber ein anwaltliches Drohschreiben unseres Chef sowie die unschuldige Freude unsererseits über diesen einmaligen und vor allem unerklärlichen Erfolg lässt uns abschließend jauchzen (und lachend weinen) sowie neidlos anerkennen: Götz, du bist der größte Sportler aller Zeiten! Wir verneigen uns in schadenfroher Demut. (wrm)
  • SODOM arbeiten an einem neuen Album. Laut Gitarrist Bernemann wird es zwar ziemlich flott ausfallen, aber vermehrt auf Hooklines setzen: »Die Songs sollen beim Hören hängen bleiben und nicht wie zum Beispiel bei Destruction immer nur auf die Fresse knallen.« (jj)
  • Das Rock-Hard-Team wird seriös. Warum? Herr Himmelstein fuhr am Samstag bereits um 22:30 Uhr zurück ins Hotel. Herr Mühlmann saugte nachts pflichtbewusst den Hotelflur mit einem unbeaufsichtigten Staubsauger, und Fotografin Saskia und Anhang ließen sich nachts um drei von Ex-„Legacy“-Mitarbeiter Erti aus dem Neuen Testament vorlesen (wirklich!). (cs)
  • NAGLFAR-Frontmann Kristoffer Olivius wurde in einem erregten Backstage-Gespräch mit einer kanadischen Domina belauscht. Worum ging´s? Um brutalen Sex? Um schwedischen Black Metal? Um kanadische Elche? Nein! Es wurde höchst philosophisch über die Hintergründe des Nahost-Konflikts diskutiert. Naglfar wollen nächstes Jahr als erste ausländische Black-Metal-Band in Israel spielen, obwohl Kristoffers Vater Palästinenser ist. (gk)
  • Andi Himmelstein spendierte sich nach seinen DVD-Interviews am Donnerstag eine nicht mehr genau rekonstruierbare Zahl an Feierabendgetränken und rief ab 22 Uhr regelmäßig seine Holde Conny Schiffbauer auf dem Handy an, um sie inständig zu bitten, ihn doch endlich ins Hotel zu fahren. Connys nicht von der Hand zu weisendes Argument, dass sie noch in Köln sei und erst am Freitag ankommen würde, zog nicht. Andi reichte sein Telefon an die halbe Rock-Hard-Crew weiter, um mehr oder minder ernsthaft auf Conny einzureden, musste aber letztlich tapfer durchhalten und wurde irgendwann abtransportiert. Ein gewisser Herr Mühlmann gönnte dem Guten allerdings seine Nachtruhe nicht, organisierte einen Staubsauger und begann morgens um vier, den Bodenbelag vor der Tür von Mr. Heavenstone und auch die Tür selbst exzessiv zu reinigen. Gemerkt hat Andi allerdings nix. Am nächsten Morgen brummelte er lediglich: „Verdammte Drinks am „Brutz & Brakel“-Stand...“ (jj)
  • Wolf erzählte am Donnerstagabend in bester Feierlaune den Witz des Jahres, den er vor einem begeisterten Publikum im Laufe des Festivals noch ein lockeres Dutzend Mal wiederholen durfte: Ein Mann lernt in ´ner Disco ´ne Frau kennen. „Ich heiße Veronika“, sagt die Alte. „Aber ich nenne mich Carmen wegen meiner beiden Lieblingshobbys: Cars und Men. Und wie heißt du?“ Antwortet der Typ: „Bierfotze“. Ich hatte beim Latschen übers Gelände tagelang Pointen-Flashbacks und fing noch am Samstag ständig an, blöd vor mich hinzugackern. (jj)

Bands:
BEHEMOTH
IMMORTAL
BOLT THROWER
Autor:
Felix Patzig
Götz Kühnemund
Andreas Himmelstein
Wolf-Rüdiger Mühlmann
Volkmar Weber
Conny Schiffbauer
Björn Thorsten Jaschinski
Jan Jaedike
Frank Albrecht

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