Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 29.08.2012

DOWNSPIRIT , ADRENALINE MOB - Bochum, Matrix

Eigentlich hatte Symphony-X-Fronter Russell Allen zusammen mit Gitarrist Mike Orlando „nur“ an seinem zweiten Soloalbum schrauben wollen. Dass daraus innerhalb kürzester Zeit eine richtig potente Band werden würde, hatten die beiden Coolness-Säue wohl eher nicht geplant.

In Kombination mit dem ehemaligen Dream-Theater-Drum-Oktopus Mike Portnoy und Disturbed-Basser John Moyer, der die freie Zeit bei seiner (musikalisch nicht allzu weit entfernten) Hauptband hier bestens nutzt, spricht man bei ADRENALINE MOB sogar bereits von einer neuen Supergroup. „Adrenaline Mob sind für mich vielleicht das, was die Foo Fighters für Dave Grohl nach Nirvana waren: der Beginn einer neuen Karriere“, erzählt Portnoy uns im Vorfeld des trotz des Straßenfestivals „Bochum total“ erfreulich gut besuchten Gigs. Angesichts der Wucht, mit der das Quartett auf dieser Tour über die Bühnen Europas fegt, nimmt man dem Dampfplauderer dies sofort ab. Die Band ist definitiv auf der Überholspur und macht auch an diesem Abend keine Gefangenen. Es kracht an allen Ecken und Enden (trotz mäßigen Matrix-Sound-Niveaus), die freigesetzte Energie kommt der eines Zusammenstoßes mit einem 60-Tonner gleich. Portnoys Drumkit ist nach wie vor überdimensional, sein Ego hat der Mann aus Long Beach bei diesem Projekt jedoch glücklicherweise hintangestellt. Absolut songdienlich drischt er auf seine Kesselbatterie ein, und dass sich die Bühnen der Welt für ihn ein wenig verkleinert haben, daran müssen sich vor allem seine Mitstreiter gewöhnen, denn Portnoy steckt sein Territorium nach wie vor gern mit Speichel ab. Nach nur einem Studioalbum ist die Songauswahl noch ein wenig begrenzt (´Undaunted´, ´Indifferent´ und ´Hit The Wall´ sind auch live echte Killer), so dass ein wenig getrickst werden muss, um eine vollwertige Headliner-Show an den Start zu bringen. Neben zwei Intros und einem überflüssigen Gitarrensolo stehen daher insgesamt vier Coverversionen auf der Setlist, wobei vor allem der Duran-Duran-Song ´Come Undone´ bereits auf „Omertà“ zu den Highlights gehörte. Wurde der Song auf dem Album noch von einem Gastauftritt von Halestorm-Sängerin Lzzy Hale gekrönt, liefert sich in der Matrix Russell Allen packende Gesangsduelle mit der Holländerin Floor Jansen (ex-After-Forever). Die Badlands-Nummer ´High Wire´ bleibt eher blass, die beiden Sabbath-Rausschmeißer ´The Mob Rules´ und ´War Pigs´ machen dagegen richtig Spaß. Es ist der letzte Gig dieser äußerst erfolgreich gelaufenen Tour, und es wäre schon sehr verwunderlich, wenn Adrenaline Mob auf diesem Erfolg in den nächsten Jahren nicht aufbauen würden.

DOWNSPIRIT, die Band um den ehemaligen Symphorce-Klampfer Cédric Dupont, erledigt knapp zwei Stunden vorher ihren Job als Anheizer richtig gut.  Der „Hard bitchin´ Rock“ des Stuttgarter Quartetts stößt in der Matrix auf fruchtbaren Boden. Die einzige „Bitch“ weit und breit ist allerdings Sänger Steffen Lauth - mit Cowboyhut, weißem Feinripp und rotem Schlips. Aua.

Setlist ADRENALINE MOB:

Psychosane 
Feelin´ Me 
Down To The Floor 
Angel Sky 
Indifferent 
Freight Train 
Come Undone
Believe Me 
All On The Line 
Hit The Wall 
Undaunted 
----------------------
High Wire
The Mob Rules
War Pigs

Pic: Axel Jusseit

Bands:
DOWNSPIRIT
ADRENALINE MOB
Autor:
Mike Borrink

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