Interview

Interview 09.04.2019, 13:45

BLACK LUNG - Musik ist Heilung

Das Power-Trio BLACK LUNG von der US-Ostküste hat kürzlich mit „Ancients“ bewiesen, wie man im Heavy-Bluesrock-Universum frei von der Seele Musik machen kann, ohne sich Retro-Regeln zu unterwerfen oder zwanghaft modern zu klingen. Während der aktuellen EU-Tour sprachen wir mit Schlagzeuger Elias Schutzman über die bereichernden Dinge des Musikerlebens.

Elias, euer neues Album „Ancients“ atmet den Geist der Großen Alten des Heavy Rock und Doom, wie Jimi Hendrix oder Black Sabbath. Welchen anderen alten Kräften ist das Album gewidmet?

»Das Album ist sowohl eine Hommage an Mutter Natur als auch eine Feststellung, dass die Machthaber unserer Welt sich über die Jahre nicht viel verändern. Im Refrain des Titelsongs heißt es „Your ancient ways will crumble down“. Es bedeutet, dass wir alles schon einmal erlebt haben und es Zeit für Veränderung ist.«


Aus meiner Perspektive sind die Songtitel des Albums als Zyklus angelegt, der die Geschichte unserer Welt darstellt. Es beginnt mit der Kraft der Sonne, zeigt die Lasten unseres Lebens und führt final zur Asche unserer Zivilisation. Wie hat sich das lyrische Konzept des Albums entwickelt?

»Wir versuchen inhaltlich ein Bild für den Hörer zu zeichnen und gleichzeitig subtil zu bleiben. Verschiedene Songs behandeln verschiedene Themen, aber das lyrische Gefühl sollte auf diesem Album konstant bleiben.«

Obwohl die Inhalte häufig pessimistisch anmuten, besitzen Songs wie 'Gone' eine arschtretende Bluesrock-Power. Ist es wichtig für euch, Optimismus zu behalten und zu sehen, dass Rock 'n' Roll den Menschen vieles erleichtert?

»Musik ist Heilung. Sie war es immer und ich glaube, sie wird es immer sein. Wenn unsere Musik eine Person glücklich machen kann, hat sie Ihren Job erledigt.«


In dem sehr atmosphärischen und emotionalen Song 'Vultures' lasst ihr viel Raum für cleane Gitarren und einem offenen Post- und Progressive-Rock-Vibe. Gab es für diesen Song einen besonderen Hintergrund?

»Ich habe den Kern des Liedes auf einer akustischen Gitarre geschrieben, was sehr ungewöhnlich für BLACK LUNG ist. Es ist ein Song über Verlorenheit und Selbstfindung zur gleichen Zeit. Manchmal ist es cool, mehr als ein Fuzz-Pedal für alles zu benutzen (lacht).«


Der Text des Tracks endet mit der dramatischen Zeile „I don’t know where I belong, I don’t know how to belong, I don’t know if I belong.“ Bezieht sie sich auf einen bestimmten Zeitraum in deinem Leben, oder einen Teil des Identitätskonfliktes, welche viele jüngere Menschen in unserer Gesellschaft austragen müssen?

»Es kann so interpretiert werden, wie der Hörer es sich wünscht. Für mich handelt es davon, Musiker zu sein und einen besonderen Lebensstil zu haben, den viele Menschen nicht verstehen.«


Etwa drei Jahre sind seit eurem letzten Album „See The Enemy“ vergangen. Hat die Songwriting-Phase die gesamte Zeit überdauert und gab es noch viele Änderungen, als ihr mit Frank Marchand ins Studio gegangen seid?

»Wir schreiben immer neue Songs. Einige auf „Ancients“ sind über ein Jahr alt, andere sind brandneu. Wir haben mit ein paar neuen Amps und Pedalen im Studio experimentiert, aber die Basis der Songs blieb gleich. Wir sind der Ansicht, dass Frank Marchand den Liedern das Leben eingehaucht hat.«


Als eine Band, die traditionellen Rock der Sechziger und Siebzigerjahre mit neuen Einflüssen und Techniken verbindet: Wie beschreibt ihr eure eigene Sound-Philosophie, wenn es um Verstärker, Pedale und die Vor- und Nachteile digitaler und analoger Wege geht?

»Wir versuchen definitiv so analog wie möglich zu bleiben. Unsere Ziele sind es, eine Wall of Sound zu erschaffen und unseren Einflüssen treu zu bleiben, während wir der Musik unseren eigenen Stempel ausdrücken. Es ist wichtig, sich als Band weiterzuentwickeln, aber nicht in Sounds der Vergangenheit hängen zu bleiben.«


Derzeit spielt ihr viele Shows in Deutschland, auch in kleineren Städten und in allen Regionen des Landes. Habt ihr eine besondere Verbindung zur deutschen Musikszene, deren Veranstaltern und Fans?

»Wir lieben Deutschland. Es ist unsere fünfte Europatour und die meisten Shows fanden in Deutschland statt. Wir spüren eine besondere Verbundenheit mit den Menschen hier, aber auch in anderen Teilen Europas. Wir hatten die Möglichkeit in Österreich, der Schweiz, Tschechien und Großbritannien zu spielen. Alle haben uns mit offenen Armen empfangen und wir sind allen dankbar, die sich Zeit nehmen, unsere Musik zu hören.«


Nach dieser Tour wird Adam Bufano aufgrund anderer musikalischer Projekte BLACK LUNG verlassen. Habt ihr bereits einen neuen Gitarristen, der seine Position einnehmen wird?

»Ehrlich gesagt wird Adam aufhören, um sich seiner Firma „Wild Kombucha“ in Baltimore zu widmen. Wir wünschen ihm das Beste bei seinen zukünftigen Aufgaben und haben einen neuen Gitarristen gefunden, dessen Namen wir bald bekannt geben werden. Er ist ein großartiger Musiker und BLACK LUNG werden das weitermachen, was wir begonnen haben.«

www.facebook.com/blacklungbaltimore

Bands:
BLACK LUNG
Autor:
Meredith Schmiedeskamp

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