Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 24.10.2012

SECRETS OF THE MOON , DORDEDUH , BETHLEHEM - Berlin, K17

So richtig kann man die vornehme Zurückhaltung des Berliner Publikums bei der „Devil´s Asylum“-Tour nicht verstehen - immerhin gehen zwei der größten deutschen Black-Metal-Innovatoren zusammen mit dem interessantesten Newcomer im Folk/Black-Metal-Bereich auf Tour. Dennoch ist das K17 längst nicht ausverkauft, und das Publikum ist den ganzen Abend über hauptstadttypisch zurückhaltend.

An DORDEDUH liegt das nicht, die Truppe zeigt live eine Energie, die der von Negura Bunget, der ehemaligen Band der beiden Chefdenker, in nichts nachsteht. Wo das Songmaterial noch nicht ganz so zwingend ist, macht der Einsatz des Quintetts alles wett, und zudem regiert eine angenehme Erdigkeit, die so auf dem Silberling noch nicht komplett umgesetzt werden konnte. Das nächste Mal gerne als Headliner.

SECRETS OF THE MOON starten mit ´Blood Into Wine´ in ihren Set und sind damit bereits Tagessieger. Die Intensität, mit der das schwarze Kleeblatt zu Werke geht, mischt sich heute mit der Spielfreude, die der erste Tourtag mit sich bringt, zu einer mitreißenden Mischung, die auch das lahme Publikum nicht brechen kann. Dazu kommt eine klasse Setlist, die primär auf das starke aktuelle Album „Seven Bells“ setzt, aber auch mit der Quasi-Ballade ´Shepherd´ als Überraschung punkten kann (leider wird das ebenfalls in der Setlist aufgeführte ´Miasma´ nicht gespielt). Weitere Höhepunkte sind das für Secrets-Of-The-Moon-Verhältnisse unglaublich brachiale ´Serpent Messiah´ sowie der Rausschmeißer ´The Three Beggars´. Das Zusammenspiel ist noch nicht ganz auf der Höhe der üblichen Routine, dafür überzeugen Secrets Of The Moon mit einer angenehmen Lässigkeit, die ihr gesamtes Auftreten umfasst, aber nie den nötigen Ernst vermissen lässt.

Die Erwartungen an BETHLEHEM sind danach umso größer, die Ernüchterung folgt jedoch auf dem Fuße: Die Suicide-Pioniere haben zwar eine nette Setlist im Gepäck, wirken auf der Bühne aber blutarm. Das Spiel von Gitarrist Olaf Eckhardt ist kalt und zurückhaltend, und auch der im Sound überpräsente Bass vom einzigen verbliebenen Urmitglied Jürgen Bartsch hat keinerlei Ausstrahlung. Die optische Unauffälligkeit will man der Truppe ja noch durchgehen lassen, aber dann sollte man zumindest innerhalb der Musik über Ausdruck verfügen und mehr tun, als seine Parts technisch gutklassig runterzuspielen. Bei allem Respekt gegenüber der Legende und auch bei allem Verständnis für die gute Stimmung zwischen den Bands, die sich in diesem Rotationsprinzip niederschlägt: Bethlehem sind kein Headliner und hätten sich doch eher vor den an diesem Abend übermächtigen Secrets Of The Moon einordnen sollen. Die-hard-Fans bekommen natürlich trotzdem, was sie vom Quartett verlangen, und zumindest das Ende der aus Zeitgründen gekürzten Setlist kann komplett überzeugen. Dennoch waren die Erwartungen definitiv höher, und neue Fans erspielt man sich auf diese Weise wohl auch nicht.

Setlist SECRETS OF THE MOON:

Blood Into Wine
Seraphim Is Dead
Serpent Messiah
Lu8cifer Speaks
Nyx
Spepherd
The Three Beggars

Setlist BETHLEHEM:

The 11th Commandment
Vargtimmen
Berührung meiner Nemesis
Aphel - Die schwarze Schlange
Schatten aus Alexander Welt
Du sollst dich töten
Tagebuch einer Totgeburt

Pic: Kerstin Brümmer

Bands:
DORDEDUH
SECRETS OF THE MOON
BETHLEHEM
Autor:
Felix Patzig

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