Festivals & Live Reviews

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Y&T - Bensheim, Rex

Wenn man sich auf eines im Oktober verlassen kann, dann ist es – neben den ersten Trainerwechseln in der Bundesliga – die jährliche Herbsttour (schon das neunte Mal in Folge!) von Dave Meniketti und seinen Mannen, die diesmal nicht gerade clever an zwei Orten in unmittelbarer Nähe (Aschaffenburg und Bensheim) Zwischenstopp machen.

Sind beim Gig in Bayern noch The New Roses im Vorprogramm dabei, ist die Show zwei Tage später eine Solo-Angelegenheit der Kalifornier. Das (neue) Rex ist ein sowohl funktionaler wie auch schöner Club, mit zahlreichen Parkplätzen direkt vor der Tür und für das Altherrenpublikum wird das Bier an die Stehtische mit Kerzenlicht gebracht. Pünktlich um 20:30 Uhr entern Y&T die Bühne und dabei fällt erst mal der neue Bassist Aaron Leigh auf, der mittlerweile der offizielle Nachfolger von Brad Lang ist. Komisch nur, dass sein Vorgänger auf seiner Homepage sich noch als Bandmitglied listet und die Tour promotet, als sei er noch dabei. So oder so macht der neue Tieftöner einen tollen Job, erinnert mit seiner Spielweise etwas an seinen verstorbenen Vorvorgänger Phil Kennemore und sorgt zudem für den dezenten Poserfaktor in der Band. Von der sind heute zwei Mitglieder angeschlagen: Während der Bandleader – trotz heftiger Erkältung – einen klasse Gesangleistung vollbringt, laboriert sein Sidekick an der Gitarre, John Nymann, an einer sicherlich schmerzhaften Fingerkuppenverletzung, die ihn nicht von seinem formidablen Spiel abhält. Und das ist es, was die Qualität der Truppe ausmacht: neben den erstklassigen Songs bietet man eine unbändige Spielfreude und Hingabe, die einem absoluten Respekt abverlangt. So bringt man es heute trotz der erschwerten Umstände auf eine Spielzeit von 135 Minuten und hat 21 Nummern im Programm. Jenes unterscheidet sich stark von der Auswahl im Vorjahr und beweist einmal mehr, auf welch großes Reservoir an Klassikern die Veteranen zurückgreifen können. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Nummern der Überalben „Black Tiger“, “Mean Streak“ und „Earthshaker“, aber auch die vier Stücke der letzten Veröffentlichung von 2010 emanzipieren sich mehr und mehr gegenüber den alten Favoriten. Bleibt die Frage, wann sich die Truppe mal wieder an ein neues Album macht. ?Wie gewohnt, ist das Konzert eine kurzweilige Angelegenheit, wobei die zahlreichen Powerballaden (keiner kann sie besser!) für die emotionalen Höhepunkte sorgen – neben den Gassenhauern 'Mean Streak' und 'Open Fire' sowie den Anekdoten von Dave. Klar, dass der Abend den Eintritt wert ist und schon Vorfreude auf die Tour im nächsten Herbst macht. Und für die bleibt zu hoffen, dass Dave nicht wieder um ein weiteres verstorbenes Originalmitglied seiner Truppe trauern muss, denn der heutige Abend steht noch im Zeichen des Verlusts des erst kürzlich von uns gegangenen, langjährigen Drummers und Weggefährten Leonard Haze.



SETLIST Y&T

On With The Show
?Lipstick And Leather
?Don't Stop Runnin'?
Dirty Girl?
Mean Streak
?Don't Bring Me Down
?Don't Be Afraid Of The Dark?
Winds Of Chang?e
Blind Patriot
?I'll Keep On Believin'?
Black Tiger?
Midnight In Tokyo
?Take You To The Limit
?Hang'Em High
?I Believe In You?
Contagious?
Summertime Girls?
Rescue Me?
I'm Coming Home?
+++
Forever?
Open Fire

Bands:
Y&T
Autor:
Wolfram Küper

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