Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 25.04.2012

CRYPTEX , PAIN OF SALVATION - Aschaffenburg, Colos-Saal

Nach den letztjährigen Auftritten im Vorprogramm von Opeth geben sich PAIN OF SALVATION nun als Headliner die Ehre und bieten das volle Programm. Im Mittelpunkt der erneuerten Tourbesetzung steht natürlich Daniel Gildenlöw.

Ohne Zweifel ist der Sänger und Gitarrist eine der ganz großen Persönlichkeiten des Genres, und wer es mit der Heldenverehrung ernst meint, kann sogar einen Posterdruck von ihm erwerben. Zum Einstieg gibt es erst mal vier härtere Nummern, bei denen die Musiker gnadenlos bangen, und danach wird wohl niemand mehr die Truppe als Prog-„Rock“ bezeichnen. Nachdem man sich ausgetobt hat, folgen mit ´1979´ und ´To The Shoreline´ die ersten ruhigen Nummern. Überhaupt ist es die Mischung aus Melancholie und Härte, die die Band so außergewöhnlich macht, und wenn Charisma, Hingabe und Leidenschaft einen Namen haben, dann Daniel Gildenlöw.

Zur Setlist: Man bietet im Rahmen des zweistündigen Auftritts eine interessante Rundreise durch die umfangreiche Diskografie der Band. Trotzdem wäre es eine gelungene Alternative gewesen, die beiden „The Road Salt“-Alben am Stück zu spielen. Aber auch so überzeugen das Material und auch die neue Besetzung (gleich drei Änderungen hat das Quintett zu verkraften), die perfekt harmoniert und vom sauberen Sound profitiert. Bei den Zugaben startet man mit ´Shock Me´ und kündigt die Nummer als neuen Song der Band an. In Wirklichkeit ist es natürlich ein Kiss-Cover, und weil Gustaf Hielm (b.) ein Gene-Simmons-Shirt trägt und Ragnar Zsolberg einen Aufkleber der Amis auf seiner Gitarre hat, überrascht das nicht unbedingt. Trotzdem fällt es schwer, die New Yorker als Einfluss für POS zu verstehen. Cool auf jeden Fall der Instrumententausch der Musiker, bei dem sich der Mastermind hinters Schlagzeug setzt und den Gesang dem neuen Gitarristen überlässt.

Ein emotionsgeladener, ergreifender und intensiver Abend, zu dem auch der Opener (angekündigt waren auf dem Tourposter allerdings Beardfish) seinen Beitrag leistet. Der heißt CRYPTEX. Auch wenn das Trio aus Niedersachsen zuvor wohl niemandem bekannt gewesen sein dürfte, schafft man es mit progressivem Folkrock (ab und zu fühlt man sich an Gypsy Kyss bzw. Michael Dickes erinnert) und seiner sympathischen Art, das Publikum zu begeistern. Jenseits aller Schubladen machen die Multi-Instrumentalisten (inklusive Xylophon und Horn) auf der total beengten Bühne (mehr Technik war wohl noch nie im Colos-Saal zu sehen) einfach Spaß, und wenn am Ende statt einer Gitarre mal ein Tamburin zerstört wird, beweist das, dass die Gruppe ebenso wie der Headliner anders ist als andere. Gut so!

Setlist PAIN OF SALVATION:

Softly She Cries
Ashes
Linoleum
The Deeper Cut
1979
To The Shoreline
Chain Song
Iter Impius
Ending Theme
The Perfect Element
Stress
Healing Now
Kingdom Of Loss
No Way
-----------------
Shock Me
The Physics Of Gridlock
Sisters

Bands:
PAIN OF SALVATION
CRYPTEX
Autor:
Wolfram Küper

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