Festivals & Live Reviews


Foto: Thorsten Seiffert

Festivals & Live Reviews 05.11.2018, 15:28

GREYDON FIELDS, ARMORED SAINT - Armored Saint - Essen, Turock

ARMORED SAINT waren schon immer ein Garant für furiose Live-Shows. Auf ihrer aktuellen Tour wagt die Band nun erstmals die Performance eines gesamtes Albums.

Auserkoren wurde das vierte Studioalbum „Symbol Of Salvation“, das als Fan-Favorit gilt und dessen Aufführung die Besucher im gut gefüllten Turock am 4. November gebannt erwarten.

Zuvor gilt es aber den Gig von GREYDON FIELDS zu begutachten, die mit ihrem patent gespielten Melodic Thrash den Ohrmuscheln schmeicheln, visuell aber recht steif daher kommen. In Puncto Bühnenperformance kann die Band sich also nach der Umbaupause noch einiges von dem Headliner abgucken.



ARMORED SAINT steigen mit ihrer Live-Hymne 'March Of The Saint' ins Set ein und zappeln so hyperaktiv über die Bühnenbretter, als würde es sich um einen ihrer ersten Gigs der Karriere handeln. Im Zusammenspiel mit dem glasklaren Sound und John Bushs einzigartiger Stimme ergibt das einen Adrenalin-Cocktail, der das Publikum von der ersten Note an mitreißt. Die lauten Fan-Chöre im Refrain sorgen für den ersten Gänsehaut-Moment des Abends, bevor sich die Band mit den gefeierten 'Long Before I Die' und 'Chemical Euphoria' die Alben Nr. 2 und 3 im Schnelldurchlauf Revue passieren lässt. Nach einigen einleitenden Worten steht dann die „Symbol Of Salvation-“Aufführung auf dem Programm, die gleich zu Beginn ein Hitfeuerwerk bietet: 'Reign Of Fire', 'Dropping Like Flies', 'Last Train Home' und 'Tribal Dance' bekommen eine ordentliche Frischzellenkur verpasst und sorgen dafür, dass das Publikum sich singend und bangend in den Armen liegt. Nach diesem Inferno bedürfen die nächsten, etwas ruhigeren Songs allerdings einiger einleitender Worte. So klärt John Bush das Publikum darüber auf, dass ARMORED SAINT sich im Vergleich zu vielen anderen Los-Angeles-Combos immer durch einen europäischeren Einfluss abgehoben hat. Zudem habe die Band schon damals ihren musikalischen Horizont durch das Hören von Acts wie Stevie Wonder oder Earth, Wind & Fire erweitert. Dementsprechend war man sich 1991 auch nicht zu schade, mit 'The Truth Always Hurts' einen Song mit bluesiger Note zu veröffentlichen, der auch 2018 live wunderbar funktioniert. Ähnliches lässt sich über 'Another Day' sagen, das John als einen Höhepunkt in dem Schaffen des 1990 verstorbenen Saint-Gitarristen und damaligen Hauptkomponisten Dave Prichard sieht. Mit 'Symbol Of Salvation' folgt ein weiterer Hit, bei dem John den Publikumsbereich betritt und das Ende des Songs von der zum Balkon führenden Treppe singt. Danach geht es ins Kuriositäten-Kabinett des Longplayers: 'Hanging Judge' basiert laut Bush zwar auf der ersten Songidee, die Dave Prichard für „Symbol Of Salvation“ geliefert hat, fand bisher aber nie den Weg ins Set. 'Warzone' haben die Kalifornier auch nicht alle Tage im Programm, während man den folgenden Track am liebsten komplett ausgespart hätte. Bush dazu: „Das nächste Lied hielten wir nicht für besonders gelungen, haben es nie gespielt und mussten es uns komplett neu draufschaffen. Am liebsten hätten wir darauf verzichtet. Erst beim Proben wurde uns bewusst, dass das ziemlich toll klingt! Vorhang auf für unseren 'Arena-Rock-Song' namens 'Burning Question'!“ Die Publikumsreaktionen zeigen allerdings, dass die Fans den Track schon lange in ihre Herzen geschlossen haben. Bei 'Tainted Past' streifen die Musiker hingegen noch mal akustisches Terrain, bevor das knallharte 'Spineless' dem regulären Set ein Ende setzt.

Foto: Thorsten Seiffert

Auf die üblichen Zugabe-Spielchen verzichtet das Quintett bewusst und legt lieber direkt noch zwei Songs nach, anstatt sich vom Publikum erneut auf die Bühne klatschen zu lassen. Vor der ersten Zugabe macht Bush klar, dass ARMORED SAINT keine Rock-Dinosaurier sein wollen und deswegen immer bemüht sind, starke neue Songs zu veröffentlichen. Dass ihnen das zweifelsohne gelungen ist, stellt 'Win Hands Down' unter Beweis, das eine der euphorischsten Publikumsreaktionen des Abends erhält. Mit 'Can You Deliver' schlägt die Truppe dann die Brücke zurück zum Debüt und entlässt nach zwei Stunden ein Publikum voller freudestrahlender Gesichter in die Sonntagnacht.

Foto: Thorsten Seiffert

Setlist

March Of The Saint
Long Before I Die
Chemical Euphoria
Symbol Of Salvation
Reign of Fire
Dropping Like Flies
Last Train Home
Tribal Dance
The Truth Always Hurts
Half Drawn Bridge
Another Day
Symbol Of Salvation
Hanging Judge
Warzone
Burning Question
Tainted Past
Spineless

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Win Hands Down
Can U Deliver

Bands:
ARMORED SAINT
GREYDON FIELDS
Autor:
Ronny Bittner

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