Festivals & Live Reviews


Pic: earMUSIC

Festivals & Live Reviews 17.09.2019, 12:03

ALICE COOPER - Mannheim, SAP Arena

Der Mann denkt scheinbar noch nicht ans Aufhören. Statt eine Abschiedstournee anzukündigen, geht ALICE COOPER unter dem Motto „Ol'Black Eyes Is Back“ auf Europatour und unterstreicht damit eindrucksvoll, dass er noch lange nicht auf's Altenteil gehört.

Nachdem sich der Bühnenvorhang in der Mannheimer SAP Arena öffnet, zeigt sich die beeindruckende Dekoration des Frankenstein-Castles mit mehreren Ebenen und liebevollen Einrichtungsgegenständen. Alice macht sofort klar, wer hier der Hausherr ist und lädt mit seiner eingespielten Truppe (Tommy Henriksen, Glen Sobel, Nita Strauss, Chuck Garric und Ryan Roxie - dreifach Gitarrenpower) zu einer Zeitreise durch die ewig lange Diskografie des Shockrockers. Dabei gibt es mit der 20 Songs umfassenden Setlist, die elf seiner Alben abdeckt, einige Überraschungen, denn mit Nummern wie 'My Stars' und 'Roses On White Lace' hat wohl niemand gerechnet. Wie viele Hits der Altmeister im Archiv hat, zeigt sich darin, dass Stücke wie 'Hey Stoopid', 'Welcome To My Nightmare', 'Cold Ethyl, 'Lost In America', 'House Of Fire', 'Brutal Planet', 'Halo Of Flies', 'Elected' und 'Only Women Bleed' nicht im Programm auftauchen und auch die brandneue „The Breadcrumbs“-EP außen vor bleibt. Und damit sind wir auch beim einzigen Kritikpunkt des Abends, denn die Spielzeit beträgt nicht mal 90 Minuten und so wäre noch Gelegenheit für das eine oder andere der genannten Stücke gewesen. Wer darauf wetten will, welcher „Rock-Dinosaurier“ wohl am längsten durchhalten wird; ich würde auf Vincent Damon Furnier setzen. Zwar mögen die Haare gefärbt sein, psychisch und körperlich ist der 71-jährige Amerikaner in beeindruckender Form. Neben seinen Aktivitäten mit der eigenen Band ist er noch mit den Hollywood Vampires und seiner Radio-Show (das Beste beim unsäglichen Radio Bob) aktiv und plant bereits für 2020 seine Headliner-Rolle bei der Rock-Meets-Classic-Tour. Respekt! Welche große Öffentlichkeitswirkung der Amerikaner heute noch besitzt, zeigt sich am nächsten Morgen, als im ZDF-Morgenmagazin ein Interview und Konzertbericht zum heutigen Abend zu sehen sind.

Anteil an dem gelungenen Abend hat auch die Vorband. Mit BLACK STONE CHERRY wird einmal mehr ein gelungener Opener geboten und auch dem Management der Truppe aus Kentucky kann man dazu gratulieren, zum wiederholten Mal einen tollen Slot an Land gezogen zu haben. Im Mittelpunkt des Auftritts stehen die diversen Singleauskopplungen, Höhepunkt ist aber der Jam bei 'Cheaper To Drink Alone' mit klasse Conga-Einsatz und Instrumententausch. Die Show machen dabei statt Frontmann Chris Robertson Gitarrist Ben Wells und Basser John Lawhon, wobei letzterer einen beeindruckenden Aktionsradius hat: Der Kerl sprintet, hüpft, humpelt und rennt über die Bühne und es ist ein Wunder, dass er dabei keinen seiner Kollegen über den Haufen rennt. Genau so sieht unbändige Spielfreude aus und letztlich demonstriert das Quartett (bei dem auch Drummer John Fred Young körperlich ans Limit geht), dass man die Zukunft der Südstaaten-Hardrocks ist.

SETLIST ALICE COOPER

Feed My Frankenstein
No More Mr. Nice Guy
Bed Of Nails
Raped And Freezin'
Fallen In Love
Muscle Of Love
I´m Eighteen
Billion Dollar Babies
Poison
Roses On White Lace
My Stars
Devil's Food
Black Widow Jam
Steven
Dead Babies
I Love The Dead
Escape
Teenage Frankenstein
---
Under My Wheels
School's Out

Bands:
ALICE COOPER
BLACK STONE CHERRY
Autor:
Wolfram Küper

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