ReviewAlbum

Band
BLINK-182 
Kategorie
Album 
Heft
RH #171 
Titel
Take Off Your Pants And Jacket 
Note
7.5 

„Take Off Your Pants And Jacket“ rauschte schon vor einigen Wochen direkt auf die Pole-Position der deutschen und amerikanischen Album-Charts, was beweist, dass BLINK 182 - kommerziell betrachtet - momentan die absolute Nummer eins unter den Kiddie-Punk-Bands sind. Ob sie das nun verdient haben oder nicht, sollte jeder für sich entscheiden. Fakt ist jedoch, dass „Take Off Your Pants And Jacket“ eine gelungene Scheibe ist.
BLINK 182 haben nicht den Fehler gemacht, wie Green Day in Midlife-Crisis-lastige Singer/Songwriter-Trantütigkeit abzustürzen, und sind anders als The Offspring immer noch jung genug, um mit ihrem Bubi-Sound nicht peinlich zu wirken. Zudem BLINK 182 längst nicht so albern zu Werke gehen, wie ihr Image und der dämliche Albumtitel suggerieren. Die meisten Songs haben bei aller Frische einen melancholischen Touch und klingen so gar nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen. Durch das fast gänzliche Fehlen von richtig schnellen Tracks entfalten sich diese Stimmungen deutlich besser als bei diversen Hoppel-Core-Kollegen.
Die Produktion ist zudem eine meisterliche Gratwanderung zwischen punkiger Schludrigkeit und Major-League-Rock. Wenn man bedenkt, wie beschissen das Trio live oft klingt, ist dies umso beeindruckender. Die Texte greifen ein weites Spektrum ab, sind mal nachdenklich, mal persönlich und mal einfach nur doof. Aber auch hier ist der Grundtenor weniger infantil, als man denkt.


Jan Jaedike 7.5