ReviewDynamit

Band
MEGADETH 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #63 
Titel
Countdown To Extinction 
Erscheinungsjahr
1992 
Note
9.0 

Seien wird doch mal ehrlich - er angestrebte Superstarstatus ist nach "Rust In Peace" und einer vor allem erschreckend schwachen Tournee ausgeblieben, "Rust In Peace" war kein Kultalbum, eher eine Ansammlung von Killerriffs, die mal besser, mal schlechter zusammenpaßten. Musikalisch sind MEGADETH zweifelsohne top, das belegt auch "Countdown To Extinction". Die Rhythmussektion mit dem knallhart trommelnden Nick Menza und dem routinierten Dave Ellefson ist beinahe traumhaft. 'Symphony Of Destruction' belegt das mit einem super Groove, in dem sich Dave Mustaine und Marty Friedman furztrockene Riffs aus dem Handgelenk schütteln. Die alte, coole Rotzlöffelstimme von Mustaine ist auch wieder da, leider allerdings immer noch zu selten. Zuvor hatte das Quartett mit dem etwa dreiminütigen 'Skin 0' My Teeth' die Marschroute für "Countdown To Extinction" angegeben: Die Songs sind kürzer, kompakter, weniger verspielt und erheblich melodiöser. Die Titelnummer fällt schon fast etwas zu weich aus, der mit einer schönen Leadgitarre unterlegte Chorus will aber nicht mehr aus dem Kopf. Ebensowenig das schnelle 'High Speed Dirt' oder die brillante Instrumentalpassage mit den Doppelleads in 'Ashes In Your Mouth'. Mit 'Sweating Bullets' wird auch das bluesige Rock'n'Roll-Feeling früherer Coverversionen nicht vergessen, während 'This Is My Life' auf MEGADETH-typischen Harmoniefolgen aufbaut, wie man sie bei 'Mary Jane' oder 'In My Darkest Hour' zu schätzen gelernt hat. Alles in allem ist "Countdown..." ein kompaktes Album mit einigen Geniestreichen, das mehr songschreiberisches Niveau als der Vorgänger an den Tag legt. Die ersten drei Alben bleiben aber unerreicht. (9)


Holger Stratmann 9.0