Dass OPETH mit dem neuen Album „Heritage“ einen Schnitt machen würden, konnte man mit etwas Fantasie erwarten. Die Death-Metal-Roots sind komplett gekappt, stattdessen fließt lupenreiner Prog-Hardrock aus der 5.1-Anlage des Stockholmer Atlantis-Studios.
Manchmal hilft eine Mini-Umfrage im Bekannten- und Kollegenkreis, um eine neue Platte genau einschätzen zu können. Ergebnis: Niemand hört OPETH in erster Linie wegen ihrer Death-Metal-Einflüsse, fast alle freuen sich auf den ausschließlich „cleanen“ Gesang, längere Akustik-Strecken und das Wechselspiel zwischen „hart“ und „zart“, das die Band letztlich berühmt gemacht hat. Die neue Schweden-Retro-Welle mit Graveyard und Ghost hat OPETH ermutigt, dem Siebziger-Jahre-Hardrock konsequent zu huldigen und die Verzerrung bei den Gitarren zurückzufahren. Zusammen mit den psychedelischen Keyboards von Per Wilberg (der seinen Abschied von der Band noch vor den Aufnahmen verkündete) ergibt sich ein wesentlich homogeneres Gesamtbild als beim Vorgänger „Watershed“, der in erster Linie als originelles Kontrastprogramm glänzte.
An dieser Entwicklung hatte der mit allerlei Vintage-Equipment zugestellte Aufnahmetempel, unauffällig im Erdgeschoss eines Wohngebiets in der Stockholmer Innenstadt platziert, selbstredend seinen Anteil. Kaum zu glauben, dass in dieser unaufgeräumten, mitunter engen Hütte jeder schwedische Musiker von Rang und Namen aufgenommen hat. Ganz oben auf der Liste: (natürlich!) Abba. OPETH arbeiteten mit natürlichen...
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| 20.11.2021 | Köln | E-Werk | ![]() |