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REVIEW 18.08.2004

(DVD - Musik, RH 208, 2004)

ZEBRAHEAD - The Show Must Go Off: Zebrahead Live At The House Of Blues

ZEBRAHEAD mischen fröhlichen Cali-Punk mit Party-Rock und HipHop-Elementen zu einem originellen Crossover-Sound. Diese DVD, mittlerweile der zwölfte Teil von Kung Fu's "The Show Must Go Off"-Serie, präsentiert die Band bei einem Konzert in L.A. nicht so hochglanzpoliert wie auf ihren Studioscheiben, sondern weitaus roher und flotter. Passend dazu trägt Gitarrist Greg einen mächtigen Iro (tierisch! - Red.). Die Wurzeln des Fünfers scheinen also eindeutig im Punk-Bereich zu liegen, wenngleich die kleine Breakdance-Einlage beim HipHop-lastigen 'I'm Money' auch live von der Offenheit der Musiker kündet. Sänger/Gitarrist Justin albert in Muttis Küchenkleid über die Bühne, und auch sonst ist den Jungs die Spielfreude jederzeit anzumerken. Erstaunlich, wie gut sie ihre Instrumente trotz der permanenten Hampelei beherrschen. Das Konzert wurde aufwändig mitgefilmt und kann aus neun separat anwählbaren Perspektiven verfolgt werden, wobei die Bildregie im Normalmodus stets eine gute Wahl bietet. Auch der Sound ist prima. Lediglich die Specials sind etwas spärlich: Als "Extra Footage" gibt es kurze Backstage-Impressionen, bei denen die Musiker sich gekonnt zum Affen machen, ein paar dümmliche Kommentare, ein Fotoalbum und einige Links. Da die Band es bislang noch nicht auf deutsche Bühnen geschafft hat und die Aussicht darauf auch nicht gerade groß ist, bietet diese DVD eine gelungene Ersatzdroge.

REVIEW 8.5 24.03.2004

(Dynamit, RH 203, 2004)

ZEBRAHEAD - MFZB

(52:25) Nach acht Jahren, in denen man sich vor allem über Strandpartys und Playboy-Bunnys definierte, haben auch die ewigen Sunny-Boys ZEBRAHEAD häufig genug in den schattigen Ecken des Lebens gestanden, um das eigene Grinse-Image leid zu werden. Zermürbende Beziehungskrisen und der jahrelang prophezeite, aber nie eingetretene große Durchbruch haben die fünf Kalifornier auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und das dritte, nach dem Fanclub der Band benannte Album überraschend rau, hart und wütend ausfallen lassen. Für eine lupenreine Hardcore-Abrissbirne wie ´Type A´ hätten sich ZEBRAHEAD früher nie und nimmer aus dem Strandkorb bequemt, und auch der Rest der Scheibe ist durchdrungen von Aggressionen, die allerdings vom ansonsten unverändert gebliebenen Grundsound der Kapelle besser in positive Energie umgemünzt werden, als es eine Psychotherapie je könnte. Das grimmige Dampfablassen passt perfekt zum detailverliebten, technisch hochwertigen Pop-Punk/Groove-Metal/HipHop-Crossover und schenkt uns phänomenale Härtner-Hits wie ´Rescue Me´, ´Blur´, ´Into You´, ´Let It Ride´, ´Runaway´ oder die absolute Überhymne ´Hello Tomorrow´. Greg Bergdorfs an Tom Morello (Audioslave) angelehnte Gitarrenexperimente sind immer noch ein wichtiger Bestandteil der Zebramagie, lassen die Herrschaften wie erwachsenere Blink-182 und Crazy Town klingen und halten Konkurrenten à la 311 locker auf Distanz. Wie reibungslos die mannigfaltigen Einflüsse der Amis ineinander greifen, zeigt sich am eindrucksvollsten bei ´Alone´, das Iron-Maiden-Licks und Rage-Against-The-Machine-Raps so selbstverständlich Händchen halten lässt, als würden Steve Harris und Zack de la Rocha sich mindestens einmal pro Woche zum Grillen treffen. Eine Lehrstunde in Sachen Toleranz, Weltoffenheit und Ohrwurmmelodien!

REVIEW 8.5 17.01.2001

(Dynamit, RH 165, 2001)

ZEBRAHEAD - Playmate Of The Year

(50:22) Das lebensfroheste Album des Monats verbirgt sich ganz weit rechts im Verkaufsregal, nur wenige Zentimeter vom ZZ Top-Sortiment entfernt. Die kalifornischen Sonnyboys ZEBRAHEAD lassen es sich auch auf ihrem zweiten Silberteller wieder mit 'nem herrlich erfrischenden Crossover-Cocktail aus Westcoast-Punkrock, Sonnenschein-Raps, Groove-Metal, lupenreinem Pop und Tom Morello-verdächtigen Gitarrenspielereien gutgehen. Die abgefahrenen Sechs-Saiten-Experimente wurden im Vergleich zum Debüt "Waste Of Mind" zwar etwas zurückgeschraubt (man verlässt sich lieber auf fetten Riff-Drive), und der Titeltrack ist 'n bisschen arg cheesy und pubertätsblöd geraten, ansonsten liefern die bekennenden Playboy-Fans aber wieder ausnahmslos Hits ab. Die Refrains sind durchweg grandios und absolut Strandparty-tauglich, die Songs werden in angenehm zügigem Tempo die Kokospalme hochgejagt, und die hochtalentierten Instrumentalisten schaffen es bei aller Eingängigkeit, "Playmate Of The Year" mit vielen versteckten Feinheiten abzuschmecken. Als Appetitanreger eignen sich ganz besonders die Hymnen 'Wasted' und 'What's Goin' On'', eingefleischte ZEBRAHEAD-Fans werden hingegen bei der mit Bläsern und Percussion-Instrumenten aufgepeppten Latino-Nummer 'Livin' Libido Loco' die Ohren am weitesten aufsperren. Bleibt mir eigentlich nur noch, mich Buffos Tipp aus dem Interview mit dem Fünfer anzuschließen: Hockt euch zu den Klängen dieses Sahnealbums mit einem kunterbunten Longdrink auf die weit aufgedrehte Heizung, schließt die Augen und düst ab in die Südsee. Aber bitte aufpassen, dass das Popöchen nicht anschmort!

REVIEW 8.5 21.12.1998

(Dynamit, RH 140, 1998)

ZEBRAHEAD - Waste Of Mind

Wie man sich doch irren kann: Ich hätte wirklich Stein und Bein geschworen, daß bei ZEBRAHEAD mindestens ein Mucker meiner Florida-Faves Saigon Kick sein "Unwesen" treibt, erinnern besonders die ohrwurmartigen, poppigen Refrains auf "Waste Of Mind" doch stark an die in Europa leider nie besonders erfolgreiche Band um Vocalist/Gitarrist Jason Bieler. Beheimatet sind die fünf "Zebraköpfe", die übrigens Pornolegende Ron Jeremy (ja, der mit dem Pete Steele-mäßigen Riesenrüssel) zu ihren größten Fans zählen, jedoch in Orange County/Kalifornien, also einer Gegend, wo sich Punkrockacts normalerweise nur so tummeln. Mit diesem Sound hat die Combo um Sänger Justin Mauriello und Rapper Ali Tabatabaee allerdings nicht viel an der Hutkrempe. Das Quintett setzt auf seinem von Howard Benson (u.a. Motörhead, Sepultura) druckvoll und transparent produzierten Zweitwerk vielmehr auf eine mit Scratches, Loops und Samples aufgemotzte, cool groovende Mischung aus Rock-, Rap-, HipHop-, Metal-, Pop- und Reggae-Elementen, die sich schon nach der ersten Hörprobe hartnäckig in meinen Lauschwerkzeugen festsetzte und diese seitdem nicht mehr verlassen hat. Als besonders hartnäckiger Ohrenkneifer entpuppte sich dabei das Karibik-Flair verbreitende 'Move On', das - wie mindestens ein halbes Dutzend weiterer Nummern - das Zeug dazu hat, auf MTV und Viva heavy zu rotieren. Heavy Metal-Puristen, die Intoleranz als Passion pflegen, werden dieses kunterbunte Allerlei zwar hassen wie die Pest, ich für mein Teil habe aber schon lange, lange keine amtlichere Crossover-Scheiblette mehr in die Griffel bekommen. Genug der Worte: Jetzt beame ich mich erst mal an einen tropischen Sandstrand, wo mir spärlich bekleidete Schönheiten zu den Klängen von "Waste Of Mind" nicht nur einen tropischen Longdrink nach dem anderen servieren, sondern mich auch anderweitig verwöhnen. (Halt! Wir kommen mit! - Red.)

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