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REVIEW 7.0 19.02.2020, 08:00

(Album, RH 394, 2020)

WISHBONE ASH - Coat Of Arms

Zusammen mit Thin Lizzy gelten WISHBONE ASH bekanntlich als die Erfinder des Twin-Guitar-Sounds, mit dem sie spätere Acts wie Judas Priest und Iron Maiden nicht unwesentlich beeinflusst haben. Mit dem aktuellen Studioalbum „Coat Of Arms“ feiern Andy Powell und seine Mitstreiter ihr 50-jähriges Jubiläum. (Nicht mehr mit dabei ist seit geraumer Zeit Gründer und Bassist Martin Turner, der parallel seine eigene Version von WISHBONE ASH betreibt.) Der Drittling „Argus“ von 1972 zählt gemeinhin als Meilenstein im Schaffen der Band. Die Messlatte liegt also hoch. Und „Coat Of Arms“ beginnt tatsächlich mit einem wahren Paukenschlag, dem hymnenhaften ´We Stand As One´, das vor fantastischen Gitarrenduellen nur so strotzt. ´Too Cool For AC´ changiert gekonnt zwischen Bluesrock und Boogie. ´Back In The Day´ ist ein straighter Rocker. Aber natürlich geht es nicht in diesem Härtegrad weiter: Der Titelsong klingt eher Westcoast-mäßig, ist aber aufgrund seiner interessanten Gitarrenharmonien ebenfalls nicht uninteressant. Linientreuen Hardrock muss man auf „Coat Of Arms“ tatsächlich mit der Lupe suchen. WISHBONE ASH spielen nach wie vor nach ihren eigenen Regeln. Experimente inbegriffen: ´Empty Man´ wandelt mit seiner Folk-Lastigkeit auf den Spuren von Jethro Tull. Die kitschige Ballade ´Floreana´ ist dagegen verzichtbar. Dennoch ist „Coat Of Arms“ insgesamt ein recht gelungenes Alterswerk geworden.

REVIEW 7.0 23.04.2014

(Album, RH 324, 2014)

WISHBONE ASH - Blue Horizon

Solid Rockhouse/Intergroove (59:07) Auch bei WISHBONE ASH verhält es sich nicht anders als bei fast allen anderen verdienten Rock- und Metal-Legenden, die nach drei, vier oder sogar fast fünf Jahrzehnten noch immer oder wieder am Start sind: Man freut sich, dass sie ihre Aktivitäten noch nicht eingestellt haben, um sie und ihre Hits noch mal live zu erleben, gelangt aber (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) bei aktuellen Studio-Outputs immer recht schnell zur Gewissheit, dass der glorreiche Schatten der eigenen Vergangenheit doch eine Spur zu groß ausfällt. Keine Sorge, wer unangefochtenen Szene-Ikonen wie Iron Maiden oder Thin Lizzy zu ihrem Signature-Sound verholfen hat, muss sich sicherlich nicht nachsagen lassen, seinen eigenen Legendenstatus lediglich einer gehörigen Portion Glück zu verdanken zu haben, und liefert dementsprechend auch im gesetzen Alter keinen Scheißdreck ab. Und in den wishbonigsten Momenten, wie z.B. beim Opener ´Take It Back´, dem proggigen ´American Century´ oder dem entspannten ´Tally Ho´, wenn Andy Powell (v./g.) und seine Bandkollegen mit mehrstimmigen Gitarrenharmonien und unverwechselbaren Melodien ihren ureigenen Stallgeruch verbreiten, macht „Blue Horizon“ richtig Spaß. Beim reichlich zahmen Bluesrocker ´Deep Blues´ und dem nicht minder zahn- und inspirationslosen ´Mary Jane´ fragt man sich dann aber doch, ob sie nicht versehentlich beim letzten Reformhausbesuch zusammen mit der Haftcreme für die Dritten und einer ordentlichen Pulle Melissengeist im Einkaufskorb des Rollators gelandet sind. Der wirklich wunderbare Titeltrack begeistert dann allerdings wieder mit grandios gefühlvollen Gitarrenmelodien und einem lockeren Spagat zwischen Pop-Prog, Folk und Classic Rock. Alles in allem ist der 24. Studio-Output von WISHBONE ASH eine durchaus gefällige Angelegenheit mit wenigen wirklich grauhaarigen Momenten.

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