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REVIEW 9.0 22.05.2013

(Album, RH 313, 2013)

WARLORD - The Holy Empire

Sons Of A Dream (55:24) Es gibt wenige Bands in der Szene, die trotz sehr überschaubarer Diskografie ein solches Standing in der Underground-Szene haben wie WARLORD. Jeder Ton, den Gitarrengenie Bill Tsamis komponierte, wird gottgleich verehrt - in den allermeisten Fällen absolut zu Recht. Nachdem man im Jahr 2002 mit Joacim Cans am Mikro ein überraschend gutes Comeback vorlegte („Rising Out Of The Ashes“), wurde es schnell wieder viel zu still im Bandcamp. Nun liegt endlich das seit der Bandgründung 1980 tatsächlich erst dritte Studioalbum vor, und bereits nach wenigen Sekunden wird klar: Das alles klingt so sehr nach WARLORD, dass man denkt, es wäre 1983 und es läuft zum ersten Mal ´Winter Tears´ oder ´Deliver Us´. Tsamis´ Gitarre singt, soliert, brilliert wie keine zweite, die Arbeit von Champions-League-Schlagwerker Mark „Thunderchild“ Zonder ist so variabel und packend, wie man es von all seinen Aufnahmen kennt, und Sänger Richard Anderson alias Damien King III reiht sich mit seiner angenehmen, unaufdringlichen Stimme ein in die Liste der gutklassigen, niemals überragenden WARLORD-Sänger. Die allgegenwärtige Epik der teilweise aus den frühen Achtzigern stammenden, allerdings komplett neu aufgenommenen und arrangierten (sowie, nicht ganz unwichtig, gut produzierten!) Songs wie ´Thy Kingdom Come´, ´Father´ oder ´Night Of The Fury´ ist bei den ersten Hördurchgängen beinahe erdrückend, aber niemals überfordernd oder kitschig. Mit ´Kill Zone´ ist der bis dato wohl härteste und „untypischste“ WARLORD-Song auf der Scheibe (Gast am Mikro ist hier Giles Lavery, sonst in Diensten von Dragonsclaw), und der abschließende Titelsong ist die wohl perfekte Mischung aus WARLORD und Lordian Guard. Lange Rede, ganz viel Sinn: WARLORD-Anhänger werden Freudensprünge machen, wenn sie „The Holy Empire“ zum ersten Mal hören. Denn WARLORD sind endlich zurück - und zwar mit einem Paukenschlag! Kontakt: www.warlord-official.com

REVIEW 8.5 24.07.2002

(Album, RH 183, 2002)

WARLORD - Rising Out Of The Ashes

Als vor einigen Monaten die ersten WARLORD-Demos auftauchten, zu denen der etatmäßige Hammerfall-Frontmann Joacim Cans sein Scherflein in Form der Vocals beitrug, hielt sich die Euphorie in Grenzen. Im Nachhinein betrachtet lag das sicherlich eher an der Verbohrtheit der Fans (ja, auch der Verfasser dieser Zeilen bekennt sich schuldig) als an Joacim selbst. Der Schwede macht nämlich objektiv gesehen einen prima Job - zumal ja auch „Deliver Us“ und „And The Cannons Of Destruction Have Begun...“ eher von „soften“ Vocals veredelt wurden. Das Schönste ist aber, dass das perfekte Zusammenspiel von Emo-Gitarrengott William Tsamis und Wunderdrummer Mark Zonder nach wie vor hundertprozentig funktioniert. Der werte US-Banger darf auf „Rising Out Of The Ashes“ ein ganzes Füllhorn an ausschweifenden Melodien beklatschen, die tatsächlich nach WARLORD - und nur nach WARLORD - klingen. Songs wie das famose ´Invaders´ oder das eingängige ´Enemy Mind´ (schönes Wortspiel mit dem im Englischen oft gebrauchten Ausdruck „enemy mine“) brauchen sich nicht hinter dem Achtziger-Material der Band zu verstecken, und die von Tsamis selbst verbrochene, äußerst organisch-warme Produktion klingt wie Achtziger-Vinyl und damit absolut passend. Was allerdings etwas albern rüberkommt, ist das konsequente Verschweigen von Lordian Guard, der eigentlichen Nachfolgeband von WARLORD. Weder auf der Homepage noch im CD-Info finden sich Hinweise, dass ´Battle Of The Living Dead´, ´Winds Of Thor´, ´War In Heaven´ und ´My Name Is Man´ mitnichten brandneue Tracks sind. Die Stücke gab´s alle schon auf diversen Lordian Guard-Veröffentlichungen. Das verlangt - genau wie das eher unnötige Remake des „Deliver Us“-Klassikers ´Lucifer´s Hammer´ - nach ´nem halben Punkt Abzug. Ein Pflichtkauf ist „Rising...“ aber dennoch.

REVIEW 8.5 27.01.1985

(Album, RH 10, 1985)

WARLORD - And The Cannons Of Destruction Have Begun...

Wenn es darum ginge, die ungewöhnlichste HM-Band zu küren, hätten WARLORD sicherlich gute Chancen, weit vorne dabei zu sein. Teilweise erinnert die konzertante Musik mit ihrer Mischung aus Metal-Gitarren und Keyboards stark an Gruppen wie Saga oder Rush, trotzdem drohen WARLORD nie in deren musikalische Bereiche herabzusinken, da sie deutlich härter sind. Das Album beginnt mit einem gesprochenen Intro, wie es ja auch Manowar meist bevorzugen. Dann hämmert gleich mit 'Lucifer's Hammer' ein Heavy-Stück mit Ohrwurmcharakter los. Das folgende 'Lost And Lonely Days' ist schon fast das Gegenteil davon, damit hätte die Band wahrscheinlich sogar Chancen in der Hitparade. Weiter sind auf der ersten Seite noch die Stücke 'Black Mass' und 'Soliloquy' vertreten, gute Songs, die sich dem Niveau der LP anpassen. Seite zwei ist deutlich härter, die Tracks 'Aliens' und 'Deliver Us From Evil' sind stark, das schnelle 'Child Of The Damned' ist der Höhepunkt der LP. Aufmerksamen Lesern dürfte aufgefallen sein, daß bis auf 'Soliloquy' und ein kurzes Instrumentalstück alle Tracks bereits vorher auf den beiden EPs veröffentlicht worden waren. Wer noch nicht im Besitz dieser beiden Scheiben ist, der sollte bei diesem Album auf jeden Fall zugreifen - ich glaube, jeder, der sich mit diesem Stück Vinyl etwas intensiver beschäftigen kann, wird den Reiz der LP erkennen. Von meiner Seite gibt's 'ne 8,5 dafür.

REVIEW

(Album)

WARLORD - And The Cannons Of Destruction Have Begun...

Wenn Hammerfall in den letzten Jahren etwas Gutes hatten, dann, dass sie als große Fans dabei behilflich waren, WARLORD wieder zurück in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu befördern. Mittlerweile gibt es sogar Gerüchte, dass die Epic Metal-Götter wieder existieren - und zwar mit Joacim Cans (!) als Sänger. Doch zurück zu den Anfängen: Nach der Sechs-Track-EP „Deliver Us“ von 1983 (vier Songs stehen auch auf „And The Cannons...“) veröffentlichten Destroyer (alias Bill Tsamis, später Lordian Guard), Thunder Child (alias Mark Zonder, mittlerweile Fates Warning), Sentinel (alias Diane Kornarens, später Sahara) & Co. bereits ein Jahr später ihr LP-Debüt, das als „Soundtrack“ zum gleichnamigen bandeigenen Video gedacht war. Das Zelluloid-Machwerk ist mittlerweile fast unmöglich aufzutreiben, die LP gibt´s zumindest noch als CD-Re-Release, während die Original-Vinyls vor allem aufgrund der großen Nachfrage heutzutage stattliche Preise erzielen. Das ist aber auch kein Wunder, denn Tracks wie ´Lost And Lonely Days´, ´Black Mass´, ´Aliens´, ´Child Of The Damned´ oder ´Deliver Us From Evil´ sind nach wie vor der beste Epic Metal, den man sich vorstellen kann, und rulen mit überragenden Melodien und einer einzigartigen, düsteren und kauzigen Atmosphäre, die von KEINER Band jemals reproduziert werden konnte. Technisch ist das Ding ebenfalls mächtig erhaben, und vor allem ein wunderschöner, melancholischer Song wie ´Lost And Lonely Days´ sorgt auch 17 Jahre später noch für eine zentimeterdicke Gänsehaut. WARLORD waren zwar immer der Prototyp einer Kultband, dürften aufgrund ihrer unübertroffenen Hooklines aber auch für Otto Normalmetaller goutierbar sein. Denn ein ordentliches Stück Filet verschmäht doch wohl keiner, oder?

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