Suche

Durch das Setzen eines Bandnamens in Anführungszeichen sind detailliertere Ergebnisse möglich.

REVIEW 9.0 17.09.2008

(Dynamit, RH 257, 2008)

TRIVIUM - Shogun

Roadrunner/Warner (66:29) Es spricht für das scheinbar grenzenlose Selbstvertrauen des Florida-Quartetts, dass es bereits in Vorab-Interviews verkündete, das vierte Album würde „das Beste aus den Vorgängerscheiben vereinigen“. Und im Gegensatz zu diversen Genrekollegen lassen TRIVIUM dieser großen Ankündigung auch Taten folgen, denn die Band hat Recht: Geschickt verbindet sie traditionelle Thrash-Metal-Einflüsse mit der Brutalität der ersten Alben, schafft es aber noch dazu, dem extrem ausgefeilten Songmaterial mit bisher ungeahnter Melodiösität das Sahnehäubchen aufzusetzen. So avanciert „Shogun“ zum perfekt geglückten Spagat zwischen Tradition und Moderne und verblüfft den Hörer bei jedem weiteren Durchlauf mit seiner enormen Detaildichte. Von den ersten akustischen Klängen des Openers ´Kirisute Gomen´, der sich zu einem derben Riff-Gewitter mit eingängigem Chorus entwickelt, bis zu den letzten Tönen des gut elfminütigen, progressiv angelegten Titeltracks, in dessen Verlauf mehr als einmal Heafys Vorliebe für Queen zum Vorschein kommt, zelebriert die Band ein wahres Ideen-Feuerwerk. Das mit einem mächtigen Refrain versehene ´Down From The Sky´ wartet im Mittelteil urplötzlich mit einem an Pantera erinnernden Riff auf, ´Throes Of Perdition´ ist eine Thrash-Abrissbirne mit brillanter Melodieführung, und ´The Calamity´ besticht durch kommerzielles Potenzial. Diese souveräne und niemals aufgesetzt wirkende stilistische Vielfalt macht „Shogun“ unterm Strich zum bisher besten Album der Bandhistorie und vermittelt eine Ahnung von den fast unbegrenzten musikalischen Möglichkeiten der Bandmitglieder.

REVIEW 8.5 20.09.2006

(Album des Monats, RH 233, 2006)

TRIVIUM - The Crusade

(57:35) Wohl kaum ein anderes Metal-Album ist weltweit in den letzten Monaten mit solcher Spannung erwartet worden wie „The Crusade“. Und das völlig zu Recht, denn der Vorgänger „Ascendancy“ war der nahezu perfekte Brückenschlag zwischen Old-School-Hartwurst und modernem Metalcore und positionierte die blutjunge Truppe um Aushängeschild Matthew Kiichi Heafy (v./g.) ganz oben in sämtlichen „What´s hot?“-Listen. Metalcore? Ja, der war tatsächlich mal wichtiger Bestandteil des TRIVIUM-Sounds - wovon man auf „The Crusade“ allerdings nahezu nichts mehr merkt. Stattdessen orientiert sich die Truppe dermaßen an Metallicas schwarzem Album, dass man sich ungläubig an die Lauscher fasst. Ist das noch Heafy, oder ist das schon Hetfield? Vor allem die erste Hälfte der neuen Platte atmet mit Stücken wie ´Ignition´ und ´Detonation´ den Geist der Thrash-Legende. „Thrash“ ist allerdings auch irreführend, denn TRIVIUM setzen vor allem auf Midtempo und zwingende Refrains, und wenn den Jungs der Schalk im Nacken sitzt, darf´s auch gerne schon mal grenzwertig werden: ´Anthem (We Are The Fire)´ tönt wie sein Titel und feiert mit Hingabe die frühen Mötley Crüe (!), und das sehr gemächliche und pathetische ´This World Can´t Tear Us Apart´ ist dermaßen auf zweite Single geeicht, dass man sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Das Schönste daran ist aber, dass TRIVIUM das, was sie machen, völlig ernst meinen. In Zeiten, in denen schlicht alles ironisiert wird und nichts mehr das sein darf, was es ist, eine mehr als willkommene Abwechslung! Was Mastodon momentan für den Underground darstellen, sind TRIVIUM für den Mainstream: die neue Speerspitze, der neue Impulsgeber.

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.