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REVIEW 8.5 23.11.2016

(Dynamit, RH 355, 2016)

WAKRAT - Wakrat

Earache/Warner (27:51) Das Klischee lebt. Jedenfalls kommt man nicht umhin, die neue Band von Tim Commerford unmittelbar mit Rage Against The Machine in Verbindung zu setzen. Dafür sind die Anarcho-Attitüde, die unbändige Energie, das rhythmische Niveau und die eingestreuten Licks und Sound-Effekte von Gitarrist Laurent Grangeon einfach zu nahe an den L.A.-Ikonen. Aber what the fuck (um mal im typischen WAKRAT-Slang zu bleiben), wen kümmert das schon? Commerford, dessen Basslinien und erstaunlich passabler Gesang hier die Musik bestimmen, hat ja schließlich jedes Recht dazu. Das Trio spielt im weitesten Sinne High-Energy-Alternative-Punkrock (die meisten Titel sind in drei Minuten durchgebrannt), aber auf eine Art, die man als neu empfinden kann, erfrischend und aufregend. Es klingt nach Proberaum, nach spontan rausgekotzten Slogans und dynamischen, handgemachten Songs, die ohne unnötigen Ballast auskommen. Wie oft hat man davon schon gelesen, doch am Ende wurden im Studio trotzdem technische Eiertänze aufgeführt - hier nicht! WAKRAT klingen tatsächlich roh und ungeschliffen, erinnern sogar ein wenig an die ruppigen Anfangstage von The Police, auch wenn deren Songwriting-Niveau kaum erreicht wird (das von R.A.T.M. im Grunde ebenfalls nicht). Keine Dekaden-Offenbarung also, aber ein supermarkantes Debüt mit tödlichen Schrapnellen wie ´Generation Fucked´, ´The Thing´, ´Knucklehead´ und ´Sober Addiction´. Wer immer auf die Schnapsidee kommen sollte, sich dieses Trio ins Vorprogramm zu holen, hat schon verloren.

REVIEW 8.5 26.10.2016

(Dynamit, RH 354, 2016)

THE ANSWER - Solas

Napalm/Universal (49:32) Obwohl die bisherigen fünf Alben der Nordiren im Allgemeinen stets als gut befunden wurden, versteckte sich die hochtalentierte Band immer zu sehr hinter ihren allzu offensichtlichen Blues- und Classic-Rock-Einflüssen (AC/DC, Led Zeppelin). Zu diesem Fazit kam man endlich selbst und wagt mit „Solas“ (Gälisch für „Licht“) einen Neuanfang, der zudem von persönlichen Schicksalsschlägen angetrieben wird. So seltsam es klingen mag, aber der Überlebenskampf von Sänger Cormac Neesons Neugeborenem hat nicht nur die Thematik des neuen Albums beeinflusst (Kampf zwischen Licht und Dunkelheit), sondern auch die Bedeutung der Band, wenn nicht sogar deren Philosophie des Musizierens neu definiert. THE ANSWER besinnen sich auf ihre gälisch-irischen Wurzeln, machen politische Anspielungen, auf die Rory Gallagher stolz gewesen wäre, und trauen sich musikalische Experimente mit deftigen Folk-Einflüssen und modernen Produktionsmitteln zu, die - und das ist das Besondere - in betont einfache, knackige Songs münden. Das mutige Titelstück könnte man mit seinem Drumloop noch als Verbeugung vor den neueren Soloalben eines Robert Plant definieren, aber bereits bei ´Beautiful World´ treffen harte Riffs auf die Kino-Breitwandsounds des ehemaligen Massive-Attack-Produzenten Neil Davidge. Danach geht´s wunderschön in Richtung Irish Folk. Die epische Schlachthymne ´Battle Cry´ endet mit Samba-Trommeln aus der Sepultura-Schule, ´In This Land´ (mit starker Mandoline!) hat das Zeug zur neuen irischen Rock-Nationalhymne, während das atmosphärische ´Thief Of Light´ und das bluesige ´Being Begotten´ die unendlich grünen Weiten Irlands vertonen. Dazwischen hat man mit ´Untrue Colour´ einen höchst eingängigen Riffrocker platziert, bevor die lockere Uptempo-Nummer ´Left Me Standing´ für gute Laune sorgt und ´Real Life Dreamers´ den Geist alter U2-Hymnen beschwört. Das Experiment ist gelungen: „Solas“ ist ein Muss für Fans der irischen Rockmusik!

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