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REVIEW 6.5 28.08.2019, 08:00

(Album, RH 388, 2019)

STATUS QUO - Backbone

Der Titel („Rückgrat“, schreckliche Grafik übrigens) ist schon eine Ankündigung, an der sich STATUS QUO messen lassen müssen. Natürlich ist die Band auch ohne Rick Parfitt denkbar, jeder ist bis zu einem gewissen Grad ersetzbar, und dass Francis Rossi etwaige Unkenrufe nicht jucken würden, hat er ja bereits in seiner Biografie ausführlich dargelegt, inklusive zarter Hinweise, dass sein langjähriger Partner ohnehin schon gesundheitlich angeschlagen war. „Mit oder ohne Parfitt, wo ist da der Unterschied?“, hört man ihn klammheimlich sagen. Kein Problem. Trotzdem ist das Album nicht der Wahnsinn, was wahrscheinlich an meinen geistesgestörten Erwartungen liegt, meine einstigen Lieblinge könnten doch noch mal zum Sound der Siebziger zurückkehren und staubtrockenen Jam-Heavy-Rock zelebrieren, der die Blues Pills oder Graveyard aus den Stiefeln kippen lässt. Oder wenigstens altersgerechten Bluesrock, was ja auch schon was wäre. Jedenfalls etwas anderes als die Weiterführung der fröhlichen Schunkel-STATUS QUO mit ein bisschen mehr Drive. Aber genau das ist es ja letztlich, was es auch live ohne Parfitt war. Die Songs sind durchweg okay, Melodien, Gitarren und Refrains gehen ins Ohr, es gibt keine peinlichen Katastrophen wie ´Margherita Time´ oder ´In The Army Now´, aber es ist auch eine zumeist zuckersüße Soße ohne Biss, Schlagzeug-Extravaganzen oder gar schmutzige Rock-Riffs. Mainstream-Pop-Rock, gefällig, aber zahnlos.

REVIEW 28.08.2019, 08:00

(Album, RH 388, 2019)

ROSE TATTOO - On Air In ´81 - Live At The BBC & Other Transmissions

Eine nette Resteverwertung aus dem Hause Repertoire ist dieses CD/DVD-Pack, das zwei Live-Aufzeichnungen aus dem französischen („Live On Chorus“, mäßige VHS-Clubshow-Aufzeichnung) und deutschen Fernsehen („Musikladen“, Radio Bremen, Top-Qualität) beinhaltet, die die Tatts 1981 als adrenalingeputschte Punk-Blueser in Höchstform zeigen. Einfach unvergleichlich, wie die Aussie-Raubeine vor dem steifen, sitzenden Studio-Publikum ihre Show abziehen. Beim zweiten Titel brennen die beiden Gitarristen im Asi-Stil lässig ihre Zigaretten ab, während die Angst spürbar wird, der kahlköpfige, tätowierte Schreihals könnte irgendwem zu nahe kommen. Und doch finden sich zwei Rockfans im Studio, die zur ´Suicide City´-Lärm-Orgie Discofox tanzen und Angrys berühmtes Mikro-Strangulieren als ekstatischen Höhepunkt aus nächster Nähe sehen durften. Im Gegensatz zum Fernsehzuschauer, der erst wieder dabei ist, als der Sänger von einem Roadie aufgesammelt wird und mit letzten Kräften ins Mikro röchelt. So legendär das auch ist, die Krönung der Veröffentlichung ist die Audio-Aufnahme, die Tommy Vance in seiner Friday Rock Show im selben Jahr sendete. „Live At The BBC“ mit vier Highlights des Debüts mag zwar letztlich nur die immergleichen Titel repräsentieren, aber besser als mit dem analogen State-of-the-art-Studio-Equipment der britischen Radio-Fachleute klang es nie, zumal die Band mehr als deutlich im Saft steht. Schließlich wollte man dem europäischen Publikum beweisen, dass der Rock´n´Roll-Hammer auf dem fünften Kontinent hängt. Beeindruckend!

REVIEW 8,5 24.07.2019, 08:00

(Dynamit, RH 387, 2019)

THE NEW ROSES - Nothing But Wild

Hut ab - der Vierer aus Wiesbaden konnte sich bis jetzt mit jedem Album steigern, und Shows mit Größen wie den Scorpions oder Kiss sind ja weiß Gott auch keine schlechten Referenzen. THE NEW ROSES machen jetzt also Ernst und legen mit „Nothing But Wild“ einen beeindruckenden 13-Tracker ab, der tatsächlich bis zum Ende hochwertig rockt und so etwas wie „Füllerware“ gar nicht erst anbietet. Ganz im Gegensatz zu so manch „etablierter“ Band, muss man an dieser Stelle dringend einfügen. Die „Neurosen“ (kicher...) spulen von vorne bis hinten das Repertoire des breitbeinigen US-Rock ab, Kiss werden öfter mit Ohohoho-Stadionchören „zitiert“, manches erinnert aufgrund der angenehm angerauten Stimme von Sänger/Gitarrist Timmy an die besten Momente von Cinderella, aber auch Freunde von AOR-Göttern wie Bryan Adams ('Heartache') kommen auf ihre Kosten. Und ab und zu blitzt sogar eine Prise Rotzrock auf. Trotz des engen Rahmens wechseln sich alle Härtegrade permanent ab, wobei sich der schmissige Opener 'Soundtrack Of My Life' und die tolle Sommer-Single 'Down By The River' als größte Ohrwürmer entpuppen. Die Kunst der Deutschen besteht darin, NIEMALS auch nur ein Quentchen „deutsch“ zu klingen. Als Redakteur wartet man förmlich darauf, der Band endlich eine Peinlichkeit reinwürgen zu können - vergebens. Ob es am Ende reicht? Bis jetzt sind alle Bands aus diesen Breitengraden, die amerikanischer als Amerikaner sein wollten, krachend gescheitert. Selbst Pink Cream 69, die ihre Sache schon sehr gut machten... „Nothing But Wild“ ist beängstigend perfekt, für meinen Geschmack fast etwas zu aalglatt, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Hier reiht sich Hit an Hit!

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