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REVIEW 7.0 21.07.2004

(Album, RH 207, 2004)

STEEL PROPHET - Beware

(48:05) Nachdem das letzte STEEL PROPHET-Album „Unseen" mehr oder weniger der einzige Ausfall in der bisher tadellosen Discografie der Kalifornier war und anschließend Sänger Rick Mythiasin die Band verließ, durfte man gespannt sein, ob die Truppe die Kurve bekommt. Um es vorwegzunehmen: Die Kurskorrektur zurück zu den eigenen Stärken ist nur bedingt gelungen. Zum einen macht der neue Sänger Nadir D´Priest (ex-London) einen guten Job. Seinen charismatischen Vorgänger kann er aber erwartungsgemäß nicht vergessen machen. Zum anderen klingen einige der zehn Songs etwas zu uninspiriert und durchschnittlich und schneiden im Vergleich zu den zahlreichen Klassikern der Vergangenheit deutlich schlechter ab, während andere Nummern wiederum erstklassigen anspruchsvollen, melodischen US-Power-Metal bieten. Hinzu kommen eine eher schwache Produktion und ein Cover, das einer Band wie STEEL PROPHET unwürdig ist und mehr zu den Legionen klischeetriefender Spaghetti-Metalbands passen würde. Wirklich schade, dass die Jungs um Mastermind Steve Kachinsky nicht mehr auf die Reihe bekommen haben und ebenso wie Jeff Waters mit Annihilator nicht in der Lage sind, ihr begnadetes Potenzial abzurufen. Im Direktvergleich mit der neuen New-Eden-Scheibe, bei der mit Rick Mythiasin und Horacio Colmenares zwei ehemalige STEEL PROPHET-Mitglieder mitwirken, schneidet „Beware" deutlich schwächer ab. So sind sieben Punkte für eine Band, die bereits dreimal unsere Richterskala angeführt hat, fast schon ein Verriss.

REVIEW 9.5 25.04.2001

(Album des Monats, RH 168, 2001)

STEEL PROPHET - Book Of The Dead

(40:52) Okay, die Produktion ist 'n bisschen schwach auf der Brust. Und wenn man jetzt noch zugibt, dass sich 'Church Of Mind' eher unspektakulär seinen Weg durch die Speaker bahnt, hat man auch schon alle Kritikpunkte angebracht. STEEL PROPHETs fünfte Scheibe (EPs und Compilations nicht mitgerechnet) lässt jeden echten Metaller mal wieder Zombie-like vor dem noch nicht geöffneten Plattenladen verzweifelt an der Fensterscheibe kratzen, bevor er endlich sein Exemplar in den Händen hält. Dabei gehen Kachinsky & Co. diesmal noch einen Tick Maiden-mäßiger als gewohnt zur Sache, was vor allem beim superben 'Escaped' hörbar wird, das noch nicht Eingeweihte auf der beiliegenden Dynamit-CD anchecken können. 'When Six Was Nine' ist der vielleicht eingängigste Track, den die Jungs bisher fabriziert haben, 'Burning Into Blackness' eine famose Halbballade, die vor allem Mikro-Knuddelbär Rick Mythiasin genügend Spielraum gibt, um sich zu entfalten, die Gitarren von 'Tragic Flaws' hätten auch Murray/Smith (Maiden) oder Matheos/Aresti (Fates Warning) nicht besser hinbekommen, und mit 'Ruby Dreams (Faith And Hope)' findet sich eine tolle neue Version des "The Goddess Principle"-Krachers auf der CD. Da der Rest nicht nennenswert abfällt, sind hier weitere Worte überflüssig. STEEL PROPHET sind eine der ganz wenigen Bands, deren gesamtes Schaffenswerk nicht einen einzigen Durchhänger kennt. Es ist an der Zeit, dies zu honorieren. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Bands wie Maiden oder den alten Fates Warning anfangen kann, MUSS hier einfach zugreifen und eine neue Lieblingsband entdecken. Alle anderen bewegen sich sowieso schon seit einigen Minuten sabbernd wie Untote Richtung Stadtmitte, um das Ding grunzend und hechelnd abzugreifen. Aber das hatten wir ja schon...

REVIEW 9.5 19.01.2000

(Dynamit, RH 153, 2000)

STEEL PROPHET - Messiah

Jaaaaaaaa! Das ging ja schneller als erwartet. Nachdem STEEL PROPHETs letztes Langeisen "Dark Hallucinations" in der Szene überraschend gut aufgenommen wurde, legen die Götter mit "Messiah" nun bereits ihr viertes Album vor. Und dieses ist erneut nicht von dieser Welt und bietet leicht progressiven Power Metal, der mal wieder als Lehrstunde für all jene Combos herhalten müßte, die diese Musik noch immer mit Tralala-Gesäusel gleichsetzen. Hier gibt's weder Kitsch noch Uniformen - und unnötiges und überzogenes Klassik-Gefiedel überläßt man lieber Combos wie Rhapsody Veneziano. Stattdessen bollern sich Kachinsky & Co. durch elf grandiose Smasher, die die gesamte Bandbreite abdecken. 'Goddess Arise' ist das 'Strange Encounter' von "Messiah", 'Earth And Sky' eine bewegende und kein bißchen kitschige (Halb-)Ballade, der Titelsong ein echter Hit, 'Vengeance Attained' beginnt als diffiziler Stampfer (ja, das gibt's!), und der Rest hält dieses Niveau mühelos. Scheint so, als stünde das nächste Jahrtausend (gähn!) ganz im Zeichen des echten Metal, der mit Bands wie eben Steel Prophet oder Jacob's Dream gerade seine Söhne auf die Schlachtfelder der Musikwelt losläßt. Gut so, denn bekanntlich ist der Krieg noch lange nicht gewonnen. Wird Zeit, daß STEEL PROPHET in dieser Hinsicht zumindest mal bei CNN Staub aufwirbeln, denn auf die etablierten Musiksender wird man wohl auch diesmal nicht setzen können. Keine Frage, Metal schreibt sich mit zwölf Buchstaben: STEEL PROPHET!

REVIEW 9.5 24.02.1999

(Dynamit, RH 142, 1999)

STEEL PROPHET - Dark Hallucinations

STEEL PROPHET - zwei Worte, die im Metal-Underground fast gottgleichen Charakter haben. Und das zu Recht. Wer erinnert sich nicht an das überragende "Inner Ascendence"-Demo, das Ende der Achtziger nahezu alle Tränen getrocknet hat, die nach John Archs Trennung von Fates Warning geflossen sind" Mit "Dark Hallucinations" knüpft man nun an eben dieses Jahrhundertwerk an und liefert das bisher beste Album der Bandgeschichte ab. Ich habe in den letzten Jahren wirklich wenige Scheiben gehört, die den Achtziger-Spirit dermaßen gekonnt einfangen, ohne antiquiert zu wirken. Die Gitarrenarbeit von Steve Kachinsky ist nicht von dieser Welt und emotional wie ein Kieslowski-Film (schon die Soli wären Höhepunkte auf manch anderer Scheibe) (fehlt eigentlich nur noch 'ne Schimanski-Session - Red.), Sänger Rick Mythiasin läßt mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen, und dazu kommen noch Songs, die zu Tönen gewordenes Glück darstellen. Und dabei ist es völlig egal, ob man nun die beiden melodisch überragenden Opener 'Montag' und 'New Life' anspielt, das speedige 'Strange Encounter' (wer bei diesem Riff nicht an Agent Steel denkt...) oder das eher gemächliche, mit einem perfekten Maiden-Break versehene 'The Secret' durch die Anlage pustet. 'We Are Not Alone' könnte zur neuen Hymne für alle X-Files-Süchtigen werden, und 'Spectres', der offizielle Rauskicker, nicht besser gewählt sein.Dazu kommt, daß man auf der Erstauflage zwei Bonussongs abliefert, wobei der eine Helloweens 'Ride The Sky' ist und der zweite - Überraschung! - der beste Metal-Song aller Zeiten: das kongenial interpretierte 'The Apparition' vom besten Metal-Release aller Zeiten, Fates Warnings "The Spectre Within"! Wie heißt es bei 'Strange Encounter' so schön und treffend? "And for a moment I was free again..."

REVIEW 8.5 21.06.1995

(Dynamit, RH 98, 1995)

STEEL PROPHET - The Goddess Principle

STEEL PROPHET aus Kalifornien sind in 'True Metal'-Kreisen bereits seit Jahren Kult, obwohl sie mit 'The Goddess Principle' erst jetzt ihr Debütalbum veröffentlichen. Der Grund für ihre Popularität im Underground ist das 'Inner Ascendence'-Demo aus dem Jahre '88, das sogar als Bootleg-CD in der Szene kursierte. Jetzt also - sieben Jahre nach der Produktion jenes Tapes - haben STEEL PROPHET endlich einen Plattenvertrag in der Tasche und servieren uns mit 'The Goddess Principle' eine Scheibe, die besonders Fates Warning- und Helstar-Fans begeistern dürfte. Stilistisch bewegen sich die mit zahlreichen Early-Maiden-Breaks durchsetzten Songs im progressiven Power Metal-Bereich, wobei STEEL PROPHET allerdings viel bodenständiger und nachvollziehbarer klingen als beispielsweise Dream Theater. Sänger Rick Mythiasin erinnert an eine Mischung aus John Arch, Helstars James Rivera und Lizzy Borden, auch wenn er die Klasse des ehemaligen Fates Warning-Frontgottes nicht ganz erreicht. Aber Mythiasin ist verdammt nah dran und deshalb zweifellos ein echter Glücksgriff für die Kalifornier, die mit dieser Scheibe vor zehn Jahren eine wahre Lawine ausgelöst hätten. Anyway: Auch wenn STEEL PROPHET heutzutage etwas altbacken klingen, werden sie ihre Käufer finden - nämlich unter jenen, die noch immer regelmäßig alte Fates Warning- oder Helstar-Klassiker aus dem Regal ziehen. Schön, daß es noch solche Bands gibt. Wer die Scheibe im Laden nicht findet, kann sich an Hellion Records, Postfach 1445, 25504 Itzehoe wenden.

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