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REVIEW 8.0 18.08.2010

(Album, RH 280, 2010)

SPIRITUAL BEGGARS - Return To Zero

InsideOut/EMI (52:49) Treffender hätte der Titel der aktuellen SPIRITUAL BEGGARS-Scheibe nicht ausfallen können, denn das siebte Album der Bandhistorie markiert tatsächlich einen stilistischen Neuanfang. Geschuldet ist das neben den musikalischen Vorlieben von Michael Amott vermutlich vor allem dem neuen Sänger Apollo Papathanasio (Firewind), dessen Stimmfarbe sich deutlich von der seiner Vorgänger Spice und JD (Grand Magus) unterscheidet und ihre Wurzeln eher im Classic- oder Siebziger-Jahre-Rock als in Stoner- oder Schweinerock-Gefilden hat. Zwar waren diese Einflüsse schon auf dem Vorgänger-Album „Demons" in den Hintergrund gerückt, aber diesmal ist der Kurswechsel endgültig, wie bereits das Keyboard-Intro klarmacht, das extrem an Rainbow-Großtaten wie ´Tarot Women´ oder ´Gates Of Babylon´ erinnert, ehe mit ´Lost In Yesterday´ ein Sabbath-artiger Stampfer das Album eröffnet. Was folgt, ist ein musikalisch hochklassiger Parforceritt, in dem sich atmosphärische Hammond-Orgel-Passagen, brillante Gitarrenparts und der erstklassige Gesang von Apollo gegenseitig zu kompositorischen Höchstleistungen pushen. Hier stimmt die Mischung aus Atmosphäre (´Spirit Of The Wind´), Mitgehnummern (´Star Born´, ´A New Dawn Rising´) und Verbeugungen vor den ganz großen Classic-Rock-Bands. ´Coming Home´ geht problemlos als Thin-Lizzy-Hommage über die Ziellinie, ´Concrete Horizon´ erinnert an die Michael Schenker Group zu „Assault Attack"-Tagen - die Liste ließe sich fortsetzen, würde aber den Rahmen sprengen. ´Return To Zero´ ist nicht nur ein fantastisches Rockalbum, sondern ganz nebenbei auch noch perfekt vertonte Musikgeschichte. Dieses Prädikat haben nicht viele Alben verdient.

REVIEW 8.5 16.10.2002

(Album, RH 186, 2002)

SPIRITUAL BEGGARS - On Fire

Es gibt nicht viele Bands, bei deren Sounds man das Gefühl hat, mitten im Proberaum zu hocken und von den Jungs mit einer gleichzeitig ungehobelten und handwerklich versierten Klasse-Session weggedonnert zu werden. „On Fire" erinnert in seiner Unbekümmertheit, Frische und Explosivität an „Ain´t Life Grand", das letzte Album von Slash´s Snakepit. Hier knistern die Marshalls auf halb elf, hier dröhnt der Overdrive, hier knurrt und schwummert die Hammond-Orgel, hier klöngelt der Bass, hier knüppelt ein Könner, und mitten in der verräucherten Bude kickt der Sangesmann mit seiner schwerblütigen Grizzly-Stimme den Staub aus der Polstergarnitur. Die elf Nummern von „On Fire" stehen buchstäblich in Flammen und sind durch die Bank Paradebeispiele dafür, dass sich Siebziger-Retro-Klänge nicht auf vergilbte Jammer-Arien beschränken müssen. Nein, die Schweden haben nach dem gefeierten „Ad Astra" erneut das Kunststück fertig gebracht, die Vibrationen von Deep Purple, Black Sabbath, Led Zeppelin, Molly Hatchet oder Rainbow aufzugreifen und dennoch dank ihrer swingenden Grooves und derben Streetrock-Drives eigenständig und modern zu klingen, unterstützt vom Wichtigsten, was ein starkes Album haben muss: unwiderstehlichen Hooks. ´Tall Tales´, ´Street Fighting Saviours´ oder ´Dance Of The Dragon King´ rumpeln in schönster Klotzrock-Manier durch die Speaker, der Ohrwurm ´Fools Gold´ degradiert überproduzierte Rocker wie HIM zu zahnlosen Tanzmuckern, und Midtempo-Hymnen wie ´Look Back´ oder ´Black Feathers´ nehmen dich mit auf eine Entdeckungsreise ins Land der Lavaströme.

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