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REVIEW 7.5 28.08.2019, 08:00

(Album, RH 388, 2019)

SONATA ARCTICA - Talviyö

PLUS-MINUS SONATA ARCTICA, einstmals als ernsthafte Alternative zu Stratovarius gefeiert, polarisieren seit einigen Jahren nicht nur redaktionsintern zunehmend. Holger findet´s zu verschwurbelt und kitschig, Boris generell doof, Alex schmilzt bei den mitunter zuckersüßen Melodien und Gesangslinien nur so dahin, und für Simon können die Finnen eh nix verkehrt machen, die Zehn ist ihnen sicher. Ich gebe gerne zu, dass mich der letzte Output der Truppe um Frontmann Tony Kakko („The Ninth Hour“) im Jahr 2016 aufgrund seiner Unzugänglichkeit ebenfalls ziemlich ratlos zurückgelassen hat, obwohl ich die Band eigentlich schätze. Auf „Talviyö“ rudert die Truppe jetzt ein Stück weit zurück und geht etwas weniger „progressiv“ und mehr straight-forward zu Werke, Experimente (wie etwa das Bowie-eske ´The Last Of The Lambs´ oder das mit seinen Keyboard-Spuren in Gothrock-Gefilden wildernde ´Who Failed The Most´) gibt´s natürlich trotzdem noch zur Genüge, das gehört ja auch irgendwie dazu. Insgesamt ist SONATA ARCTICA mit „Talviyö“ vielleicht kein Karriere-Highlight, aber zumindest ein grundsolides Album gelungen. Jens Peters 7,5 „Grundsolide“ ist bekanntlich ein Euphemismus für „scheiße“ oder... Kakko? Okay, der war schlecht, aber bei so viel austauschbarer Musik drängen sich Synonyme auf - gerade in einer Zeit, in der wöchentlich hörbare Melodic-Platten erscheinen. Als eine von vielen skandinavischen Genre-Bands, die bereits nach dem ersten Album hätten abdanken dürfen, weil ihr kreatives Pulver verschossen war, sind SONATA ARCTICA nicht erst seit gestern in der völligen Beliebigkeit angekommen. Ob Fans „Talviyö“ besser Finnen (sorry, ich hör´ ja schon auf...) werden als die letzten zwei, drei Weichmacher der Gruppe, spielt für die weitere Rock-Welt - von Metal möchte man nicht sprechen - im Grunde keine Rolle, denn dort schlagen so einige junge Wilde wie alte Hasen höhere Wellen als dieses Geplätscher satter Handwerker, die einzig und allein von einem großen Label im Gespräch gehalten werden. Andreas Schiffmann 4

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