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REVIEW 28.08.2019, 08:00

(Album, RH 388, 2019)

ROSE TATTOO - On Air In ´81 - Live At The BBC & Other Transmissions

Eine nette Resteverwertung aus dem Hause Repertoire ist dieses CD/DVD-Pack, das zwei Live-Aufzeichnungen aus dem französischen („Live On Chorus“, mäßige VHS-Clubshow-Aufzeichnung) und deutschen Fernsehen („Musikladen“, Radio Bremen, Top-Qualität) beinhaltet, die die Tatts 1981 als adrenalingeputschte Punk-Blueser in Höchstform zeigen. Einfach unvergleichlich, wie die Aussie-Raubeine vor dem steifen, sitzenden Studio-Publikum ihre Show abziehen. Beim zweiten Titel brennen die beiden Gitarristen im Asi-Stil lässig ihre Zigaretten ab, während die Angst spürbar wird, der kahlköpfige, tätowierte Schreihals könnte irgendwem zu nahe kommen. Und doch finden sich zwei Rockfans im Studio, die zur ´Suicide City´-Lärm-Orgie Discofox tanzen und Angrys berühmtes Mikro-Strangulieren als ekstatischen Höhepunkt aus nächster Nähe sehen durften. Im Gegensatz zum Fernsehzuschauer, der erst wieder dabei ist, als der Sänger von einem Roadie aufgesammelt wird und mit letzten Kräften ins Mikro röchelt. So legendär das auch ist, die Krönung der Veröffentlichung ist die Audio-Aufnahme, die Tommy Vance in seiner Friday Rock Show im selben Jahr sendete. „Live At The BBC“ mit vier Highlights des Debüts mag zwar letztlich nur die immergleichen Titel repräsentieren, aber besser als mit dem analogen State-of-the-art-Studio-Equipment der britischen Radio-Fachleute klang es nie, zumal die Band mehr als deutlich im Saft steht. Schließlich wollte man dem europäischen Publikum beweisen, dass der Rock´n´Roll-Hammer auf dem fünften Kontinent hängt. Beeindruckend!

REVIEW 22.11.2017

(Album, RH 367, 2017)

ROSE TATTOO - Tatts: Live In Brunswick

Ja, ist denn heut´ schon Weihnachten? Der dämliche Werbespruch von Mauschelkaiser Franz passt tatsächlich auf diese Veröffentlichung. Eine der besten Livebands dieses Planeten (zumindest deren dreckigste und räudigste Vertreter) schenkt uns endlich für eine Handvoll Euronen ein offizielles Live-Dokument ihrer Hochphase. Das ist sogar wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen, Brothers and Sisters! Wir erinnern uns: Natürlich gab es schon Live-Aufnahmen der Tatts, aber erst als sie von den Wackenern und SPV gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wiederentdeckt wurden. Zuvor musste man sich eine Kopie des legendären „Live At The Boggo Road Jail“-VHS-Videos (aus Australien) besorgen oder zu den Glücklichen zählen, die die „Reading Rock“-Radiosendung von 1981 als Bootleg besitzen. Eine Platte, die man freilich nur zu Feiertagen mit Samthandschuhen auflegt. Womit wir beim Thema wären, Brothers and Sisters, denn auch „Live In Brunswick“ präsentiert die legendäre Besetzung Anderson/Wells/Riley/Leach/Royall in Höchstform. Die Argumente für den Erwerb der Scheibe sind glasklar: zum einen die Mischung aus punkeingespritzten Dampfhammer-Rockern (´Assault And Battery´, ´Tramp´, ´Out Of This Place´) und unsterblichen Pub-Hymnen (´We Can´t Be Beaten´, ´Rock´n´Roll Is King´, ´One Of The Boys´, ´Branded´, ´Rock & Roll Outlaw´, ´Scarred For Life´), zum anderen die herrliche Gesangs-Phrasierung von Gary „Angry“ Anderson. Er soll ein wahnsinnig netter und sozial eingestellter Typ sein, klingt aber wie ein Vollblut-Asi mit zähnebleckendem Pitbull, der dir in einer finsteren Gasse von Melbourne jederzeit ein Messer zwischen die Rippen stechen würde. Man denke nur an die Geschichte von ´Butcher & Fast Eddie´, die hier natürlich auch ein Highlight ist. Sogar der Sound ist transparent und druckvoll, was für eine Aufnahme von 1982 einem kleinen Wunder gleichkommt. Das waren noch Zeiten, Brothers and Sisters!

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