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REVIEW 8.5 25.09.2019, 08:00

(Dynamit, RH 389, 2019)

ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER - Out Of The Dark

Mein lieber Herr Gesangsverein! Nach gut 30 Minuten Musik auf dem Debüt und noch nicht mal 30 Minuten auf dessen Nachfolger nun fast 33 (!) auf Album Nummer drei: Robert Pehrsson, ehemaliger Gitarrist von u.a. Death Breath, Imperial State Electric und Slingblade, will´s anscheinend wissen. Im Ernst: Die würzige Kürze verhindert im Falle „Out Of The Dark“ natürlich keinen Jubel, denn sie liegt in der Natur der Siebziger-Sache, auch die Vorbilder des 43-Jährigen kamen lieber gewaltig als ausufernd, hier wie dort brauch(t)en echte Hits manchmal noch nicht mal 180 Sekunden, um den Anker zu werfen. Der High-Energy-Rock des selbstbetitelten 2013er Erstlings musste schon auf „Long Way To The Light“ von 2016 ziemlich reinem Classic Rock mit den Eckpfeilern Kiss, Thin Lizzy und Survivor weichen, und auch diesmal macht bereits das Electric-Light-Orchestra-Cover ´Surrender´ klar, wo der Hase hoppelt, am schönsten gelingt der hundsalte Radio-Rock ganz am Anfang mit ´Careless Lover´ und dem partiellen Foreigner-Soundalike ´All I Need Is Not To Need You´ (geiler Diane-Warren-Gedächtnis-Titel!). Ganz neu hingegen ist der leichte Power-Pop-Einschlag hinten raus. Vielleicht muss man ´Everybody´s Here´ und vor allem ´Pick Me Up´ nicht unbedingt einen latenten Frühneunziger-Indie-Einschlag attestieren, das wäre ja ein Bärendienst, andererseits: Beim Hören denke ich tatsächlich mehr an Revolver und unschrammeligere Lemonheads und weniger an die Hellacopters oder meinetwegen Journey und Boston. Aber Captain Hook meint, das wäre okay, und was Captain Hook sagt, stimmt!

REVIEW 8.0 26.10.2016

(Dynamit, RH 354, 2016)

ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER - Long Way To The Light

High Roller/Soulfood (29:34) 29:34 Minuten? So fuckin´ what!? 30:05 Minuten dauerte das selbstbetitelte 2013er Debüt von ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER, und dieses ist damals völlig verdient auf der Pole-Position des Rock-Hard-Soundchecks gelandet - wer braucht´s schon lang, wenn´s dann nicht richtig hart wird? Wobei „hart“ im Falle vor allem des neuen Drehers nicht so wirklich das passende Adjektiv ist, denn Pehrsson, der schwedische Klassegitarrist, der u.a. bereits bei Death Breath, Imperial State Electric und Slingblade gespielt hat und nach wie vor einen bewundernswert eigenen Ton fährt, hat dem High-Energy-Rock à la The Hellacopters noch deutlicher abgeschworen und offeriert ein lupenreines Classic-Rock-Album, das sich irgendwo zwischen Kiss ´75, Thin Lizzy ´76 (´Distant Bound´ ist wahrscheinlich eines der „echtesten“ Lizzy-Generika ever), Survivor ´79 und Springsteen ´82 (´The Somber Sleeps´) einpendelt und dabei auch auf die Schützenhilfe der halben (Underground-)Szene seines Heimatlandes baut (Nicke Andersson, Joseph Tholl, Jakob Ljungberg, Robert Eriksson, Jonas Wikstrand...). Die basische und zurückgefahrene, trotzdem knackfrische Produktion knüpft an die erste Solo-Talentprobe an, das Songmaterial erreicht bei aller durchgehenden Güte - einen „Ausfall“ gibt´s weiß Gott nicht - allerdings nicht ganz die melodische Durchschlagskraft des 2013er Materials, einen solchen nachhaltigen Überraschungscoup legt man vielleicht auch nur einmal im Leben hin. Und wer diese Worte jetzt lediglich für das „Schönschreiben“ eines „irgendwie ja schwächeren“ zweiten Albums hält, sollte sich einfach vom bärig guten „Long Way To The Light“-Opener ´Send Her My Love´ überzeugen lassen - ein Stück, das man garantiert nicht mehr so schnell aus den ungewaschenen Lauschern bekommt...

REVIEW 9.5 20.11.2013

(Album des Monats, RH 319, 2013)

ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER - Robert Pehrsson´s Humbucker

High Roller/Soulfood (30:05) Seit ca. zwei Jahrzehnten ist ROBERT PEHRSSON als Gitarrist in der schwedischen Szene aktiv und Anhängern von Bands wie Death Breath, Thunder Express, Imperial State Electric oder Slingblade ein Begriff. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er nun beschlossen, sich nicht weiter mit der Rolle des Sidekicks zufriedenzugeben, und er haut mal eben ein Soloalbum raus, das Fans des typisch schwedischen High-Energy-Rock Freudentränen in die Augen treibt und es ohne Wenn und Aber mit einem absoluten Genre-Highlight wie „High Visibility“ von The Hellacopters aufnehmen kann. Stimmlich ist Robert seinem besten Kumpel Nicke Andersson gar nicht unähnlich, dazu kommen sein unglaublich ausgeprägtes Gespür für brillante Melodien, die sich nicht nur auf unmittelbar in den Gehörgängen festklebende Refrains wie bei ´Serious´ oder ´Who Else Is On Your Mind´ beschränken, und zahlreiche geschmackssichere, exzellente, gerne zweistimmig vorgetragene Leadgitarren-Licks, die Songs wie ´Haunt My Mind´, ´Serious´ und ´Mezmerizing Shadows´ einen unverwechselbaren Signature-Stempel aufdrücken und mit betörendem Thin-Lizzy-Vibe glänzen. Dass Robert für „Humbucker“ mit Nicke Andersson, Dolf De Borst und Tomas Eriksson (Imperial State Electric), Peter Stjärnvind (Nifelheim, Black Trip), Joseph Tholl (Enforcer, Black Trip), Robert Eriksson (ex-The-Hellacopters), Olle Dahlstedt (Entombed) und Johan Bäckman (Necrocurse) zudem eine ganze Armee an schwedischen Szenegrößen zur Unterstützung ins Studio locken konnte, ist bei der außergewöhnlichen Klasse der neun Songs fast schon eine unbedeutende Randnotiz. Und bevor wieder die notorischen Nörgler auf den Plan treten und an der zu kurzen Spielzeit von ca. einer halben Stunde herummeckern: Beschwert ihr euch auch, wenn eure Frau/Freundin von der Shopping-Tour im rattenscharfen Minirock nach Hause kommt, dass sie viel zu viel Kohle für viel zu wenig Stoff ausgegeben hat? Na also! Und das sagt Robert Pehrsson zu „Humbucker“: »Wow! Ich bin total von den Socken, sehr glücklich und unheimlich stolz, dass meine Scheibe zum „Album des Monats“ gekürt wurde! Das bedeutet mir sehr viel, weil es meine erste Soloplatte ist. Ich habe einige von euch dieses Jahr auf dem Rock Hard Festival getroffen, als ich dort mit Slingblade gespielt habe. Es war eine großartige Show, und vor allem sollte man die fantastische Party danach nicht vergessen. Nachdem ich meine letzte Band Dundertåget verlassen und ein bisschen Zeit hatte, nahm mein Soloalbum Gestalt an. High Roller Records machten mir ein Angebot, allerdings war ich zunächst unsicher, ob es schon der passende Zeitpunkt hierfür wäre. Aber Nicke Andersson und ein paar andere Freunde überredeten mich, es zu machen, und boten mir gleichzeitig Hilfe bei Drums und Bass an. Es hat fast ein Jahr gedauert, die Scheibe aufzunehmen. Es kamen Tourneen dazwischen, meine Mutter wurde krank und starb traurigerweise während dieser Zeit, und schlussendlich ging auch noch meine langjährige Beziehung in die Brüche. Es war also ein ziemlich turbulentes Jahr, und diese Dinge haben ganz sicher ihre Spuren auf dem Album hinterlassen. Auch wenn es letztendlich lange gedauert hat, bis das Album fertig war, habe ich mir in dieser Zeit immer wieder gesagt, dass ich es durchziehe, denn am Ende würde ich sicherlich stolz und froh darüber sein. Und jetzt fühlt es sich wirklich gut an.« DISKOGRAFIE Robert Pehrsson´s Humbucker (2013) DIE PATEN Falls euch folgende Bands zusagen, werdet ihr auch mit „Humbucker“ eine Menge Spaß haben: The Hellacopters * Thin Lizzy * Imperial State Electric * The Doits * The Sewergrooves * Gluecifer * The Solution * Dundertåget * Thunder Express * Radio Birdman * The Hydromatics * The Nomads * The Datsuns * MC5 * Michael Monroe * Backyard Babies * Bloodlights * The Peephows * ZZ Top * Deep Purple * Led Zeppelin * Rainbow * Neil Young * Tom Petty & The Heartbreakers * Dinosaur Jr. * Kiss * Fleetwood Mac * UFO

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