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REVIEW 8.0 22.05.2019, 08:00

(Album, RH 385, 2019)

GLORYHAMMER - Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex

(PLUS-MINUS) GLORYHAMMER bleiben ihrer Linie treu und schicken die Helden ihrer Science-Fantasy-Saga mit dem dritten Album durch einen interstellaren Terrorvortex, um ferne Galaxien unsicher zu machen. Das textliche Konzept hinter dem epischen Power Metal der Truppe, die musikalisch gerne mal in frühen Rhapsody-Gefilden wildert (und dabei treffsicherer als alles ist, was Turilli und seine Mannen nach „Dawn Of Victory“ im Jahr 2000 veröffentlicht haben...), ist auch auf „Legends From The Galactic Terrorvortex“ herrlich schwachsinnig, was Puristen mit Sicherheit erneut sauer aufstoßen wird. Beispiele gefällig? Bitte sehr, hier kommen ein paar Songtitel: ´Power Of The Laser Dragon Fire´, ´Legendary Enchanted Jetpack´, ´The Land Of Unicorns´ - ernst gemeint ist hier bis auf die Musik nix, und der Blödsinn setzt sich auch in Bandfotos und Bühnenshows fort. Und warum auch nicht? Das Leben ist schließlich schon ernst genug, und der Erfolg gibt der Truppe schließlich Recht... Jens Peters 8 Frühe Rhapsody? GLORYHAMMER dürften sich glücklich schätzen, wenn sie nur knapp an der Qualität des Songwritings von „Legendary Tales“ kratzen oder metallisches Breitwandkino mit ansatzweise der gleichen Klasse produzieren könnten, wie es die Italiener auf „Symphony Of Enchanted Lands“ (und danach nicht wieder) geschafft haben. Dass die Band ihre Vorbilder außerdem schamlos beklaut, wiegt umso schwerer, als sie nicht kapiert, worum es den Fantasy-Metal-Pionieren ging - nämlich einen im besten Sinn eskapistischen, utopischen Weltentwurf. Dessen naiv ernstem Kitsch begegnen die Kopisten mit unsäglicher Ironie, die bekanntlich selbst den geistlosesten Schrott rechtfertigen soll. So etwas nennt man dann „postmodern“, was sich im Fall von „Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex“ prima als Afterprodukt der Gegenwartskultur verstehen lässt. Andreas Schiffmann 3

REVIEW 7.5 17.04.2019, 08:00

(Album, RH 384, 2019)

PARAGON - Controlled Demolition

Teutonen-Power, wie sie im Buche steht: PARAGON, beheimatet im schönen Hamburg, zocken ihren Power- und Speed Metal seit beinahe 30 Jahren so, wie er in Deutschland Tradition hat - also pfeilschnell, ohne Keyboards, mit ordentlich viel Doublebass, im besten Sinne klischeebeladenen Texten und generell Eiern aus Stahl. Das zwölfte Album der Truppe, bei der sich das Besetzungskarussell nach der Veröffentlichung von „Hell Beyond Hell“ wieder mal (auch dafür sind PARAGON bekannt) gedreht hat, bietet Futter für Fans von Truppen wie Iron Savior, Accept oder alten Grave Digger. Wer diese Art von Heavy Metal mag, weiß, was er zu tun hat - und wer nicht, der im Grunde auch. Bang that head that doesn´t bang! 3 Fragen an PARAGON-Bassist Jan Bünning: Jan, nach der Veröffentlichung von „Hell Beyond Hell“ hat sich das PARAGON-Besetzungskarussell erneut gedreht, und Gitarrist Günter Kruse ist nach siebenjähriger Pause wieder eingestiegen. Wie kam es dazu? »Kurz bevor wir für „Hell Beyond Hell“ ins Studio wollten, hat uns unser damaliger Gitarrist Wolfgang Tewes verlassen. Der Ausstieg kam recht überraschend und hat uns nicht nur vor das Problem gestellt, auf ein paar Songs verzichten zu müssen, sondern natürlich auch schnell Ersatz für Aufnahmen und Shows zu brauchen. Der Kontakt zu Bandgründer Martin war nie wirklich abgerissen, PARAGON sind ja auch sein Baby. Er hat dann sehr kurzfristig im Studio und sogar als Songwriter für einen Track ausgeholfen. Leider war es ihm aufgrund von anderen Verpflichtungen nicht möglich, Shows mit uns zu spielen. Deswegen war kurz nach den Aufnahmen schon Günny für die Auftritte am Start. Jetzt ist er wieder permanent dabei.« Über die Jahre wart ihr fast alle - also Günny, Martin und du - mal weg, seid aber letzten Endes doch wieder bei der Band gelandet. Woher kommt die Anziehungskraft, die euch alle zurück ins Boot geholt hat? »Eine Band ist ja so was wie eine Beziehung mit vielen Leuten, in unserem Fall mit fünf Partnern. Da gibt es immer persönliche oder auch künstlerische Gründe, die dazu führen, dass man getrennte Wege geht. Allerdings ist der Pool von Musikern in Hamburg recht überschaubar, der unsere Songs spielen kann und auch Bock darauf hat und dann auch noch menschlich gut in die Band passt. Ich war zwar für eine kurze Zeit mit den anderen zerstritten, aber insgesamt sind wir wie eine große Familie. Man freut sich immer, wenn man sich wiedersieht. Im Grunde haben wir zurzeit sechs Leute in der Band: Günny spielt alle Shows, Martin kümmert sich nach wie vor um Songwriting und Recording. Die Chemie ist besser als früher.« 2020 können PARAGON ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Habt ihr schon konkrete Pläne für diesen freudigen Anlass? Er lacht: »Das war schon mit dem 25-jährigen Jubiläum schwierig, da haben wir „Law Of The Blade“ in voller Länge gespielt und auch ein paar Gäste eingeladen. Wir sollten vielleicht schon mal mit der Planung anfangen, einen Saal mieten und ein paar Gäste einladen. Ich denke, dass wir auf alle Fälle etwas in Hamburg machen werden.«

REVIEW 8.0 17.04.2019, 08:00

(Album, RH 384, 2019)

HARDLINE - Life

Dass Johnny Gioeli nicht nur einer der besten Hardrock-Sänger unserer Zeit, sondern auch ein ausgemachtes Arbeitstier ist (im vergangenen Jahr hat der Mann nicht nur die aktuelle Langrille seines Hauptarbeitgebers Axel Rudi Pell vorgelegt, sondern auch ein Soloalbum sowie eine Kollaboration mit Dead-Daisies-Drummer Deen Castronovo eingetütet), ist beileibe keine Neuigkeit; mit einer neuen HARDLINE-Platte hätte ich zu diesem frühen Zeitpunkt trotzdem nicht unbedingt gerechnet. „Life“ knüpft musikalisch an das bisherige Schaffen der verdienten AOR-Amis an, ist gefühlt aber weniger balladenlastig als der direkte Vorgänger „Human Nature“ aus dem Jahr 2016. HARDLINE zocken voll mainstreamkompatiblen, fluffigen Hardrock mit großen Melodien, noch größeren Gesangslinien und angenehm wenig Kitsch. Wenn euch diese Platte gefällt, solltet ihr unbedingt auch das Debüt „Double Eclipse“ anchecken, immerhin eine der geilsten Hardrock-Platten der Neunziger. Ach so: Das Queen-Cover hätte zumindest ich trotzdem nicht gebraucht... 3 Fragen an HARDLINE-Frontmann Johnny Gioeli: Johnny, du warst in letzter Zeit alles andere als untätig: ARP, Gioeli-Castronovo, Crush 40, dein Soloalbum... Wie hast du zwischen all diesen Verpflichtungen noch Zeit gefunden, ein neues HARDLINE-Album aufzunehmen? Er lacht: »Ich habe einfach überhaupt nicht mehr geschlafen. Nein, Spaß beiseite: Das hat eine Menge Planungsarbeit erfordert. Ich mag es, beschäftigt zu sein, und ich lebe, um Musik zu machen. Meistens stehe ich schon vor Sonnenaufgang auf, das ist eine seltsame Zeit für einen Rockmusiker. Morgens bin ich aber am produktivsten, deshalb habe ich mich da ans Songwriting gesetzt. Nachmittags wurde dann aufgenommen. Man muss dazu sagen, dass ich bei den Aufnahmen nicht hundert Stunden mit einem Song vertrödele. Normalerweise ist eine Platte in fünf Tagen fertig eingesungen.« Im vergangenen Jahr sind sowohl euer Drummer Francesco Jovino als auch euer Gitarrist Josh Ramos ausgestiegen. Was war da los? »Die beiden sind zusammen durchgebrannt und haben geheiratet... (lacht). Nein, Quatsch. Die beiden sind nicht von sich aus ausgestiegen, ich habe sie höflich um ihren Ausstieg gebeten. Es gab keinen Stress. Die beiden sind tolle Musiker, aber Cesco hatte mit terminlichen Konflikten zu kämpfen, und Josh und ich waren unterschiedlicher Meinung darüber, wie man eine Band heutzutage führen muss. Ich respektiere die beiden sehr und hoffe, es geht ihnen gut.« Wie bist du auf die neuen HARDLINE-Mitglieder gestoßen? Er grinst schief: »Anna Portalupi (b.) habe ich auf Seite sieben eines Magazins namens „Russian Brides For Sale“ gefunden... Schreib das bloß nicht, sonst steigt sie gleich wieder aus! Mit Mario Percudani (g.) und Marco Di Salvia (dr.) habe ich bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Die beiden sind so talentiert, dass einem vor Neid beinahe die Eier abfallen. Wir sind eine gute Truppe, finde ich...«

REVIEW 7.0 17.04.2019, 08:00

(Album, RH 384, 2019)

DEVIL´S GUN - Sing For The Chaos

(PLUS-MINUS) Bullet kommen aus Schweden (genauer: Växjö), zocken Heavy Metal und klingen ein Stück weit wie Accept. DEVIL´S GUN kommen aus Schweden (genauer: Växjö und Stockholm), zocken Heavy Metal und klingen mehr als nur ein Stück weit wie Bullet. Damit ist im Grunde auch schon alles gesagt, Echt-Metall-Connaisseure wissen, was sie zu tun haben, und ich kann Feierabend machen. Nein, im Ernst: Der Växjö-Fünfer kredenzt seinen Stahl traditionell, mit zahlreichen Referenzen an die Großen des Genres - an Judas Priest und Accept also -, und Shouter Joakim Hermansson klingt in seinen besten Momenten tatsächlich fast wie ein junger Udo Dirkschneider. In Sachen Songwriting schlagen sich DEVIL´S GUN gut, aber nicht überragend, es fehlen (noch) die großen Hits. Fette Bonuspunkte gibt´s derweil dafür, dass die Schweden mit ´Queen Of Destruction´ und ´To The Devil´ gleich zwei Songs über unsere Mandy auf der Platte untergebracht haben - reife Leistung! Jens Peters 7 Um zu erkennen, dass das Schaffen von „uns Udo“ der Haupteinfluss von DEVIL´S GUN ist, braucht man nicht erst den vielsagenden Songtitel ´Tear Down The Wall´ anzumerken, denn Frontmann Hermanssons überdrehtes Pumuckl-Geschrei winkt vom Start weg mit dem Zaunpfahl. Der Knackpunkt dabei? Halbgare Folk-Anspielungen (´Sing For The Chaos´) und labbriger Straßenköter-Punk (´Queen Of Destruction´) - ganz zu schweigen von der Rockabilly-Entgleisung ´Alligator Fuckhouse´ - verhehlen nicht, dass dieses allzu simpel und verkrampft zusammengeschweißte Stahlblech arg rostig ist. So billig wirkten nicht mal Vanize und Danton. Andreas Schiffmann 3,5

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