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REVIEW 7.5 26.06.2002

(Album, RH 182, 2002)

PAIN - Nothing Remains The Same

Peter Tägtgrens liebstes Steckenpferd geht mit ?Nothing Remains The Same? in die dritte Runde. Zwar hat der schwedische Muster-Workaholic nach ein paar unterdurchschnittlichen Live-Darbietungen mit PAIN sehr am eigenen Ruf gekratzt, doch ist die Mischung Rammstein meets Abba meets Teenie-Chartbreaker meets rotzige Gitarren nach wie vor sehr unterhaltsam. Ob das jedoch die sträfliche Vernachlässigung von Hypocrisy rechtfertigt (das letzte Album war bestenfalls halbfertig!), sei heftig in Frage gestellt. Noch dazu, wo dieses Mal die unentrinnbaren Hooks und Ohrwürmer vom ´Suicide Machine´- und ´End Of The Line´-Kaliber fehlen. Auf der Habenseite stehen das cool groovende ´Just Hate Me´, bei dem Tägtgren mit Britney ?Dumpfbacke? Spears-Produzent Max Martin zusammengearbeitet hat, und das hypnotisch melancholische ´Expelled´ mit seinen interessanten Harmonien, die förmlich nach einem Remix im Hypocrisy-Format schreien. Gänzlich in die Hose ist die Beatles-Bearbeitung ´Eleanor Rigby´ gegangen, die auch von einem Kammerorchester nicht gerettet werden konnte. Da bleibe ich doch lieber beim Original. Wer schon seit Februar oder März im Besitz einer schwedischen Ausgabe von ?Nothing Remains The Same? ist, dem werden jetzt noch ein Mpeg-Video und drei Bonus-Tracks geboten, von denen vor allem das psychedelische ´Hate Me´ den Zweitkauf schmackhaft macht. Als Endergebnis sind also drei überdurchschnittliche Tracks, ein Totalausfall und viel Meterware zu vermerken. Diese Statistik ist bei ?The Rebirth? noch viel positiver ausgefallen, was unserem Lieblings-Peter doch ein wenig zu denken geben und Anstoß zur ungeteilten Hingabe an seine Todesblei-Roots sein sollte.

REVIEW 8.0 17.05.2000

(Dynamit, RH 157, 2000)

PAIN - Rebirth

Peter Tägtgren bläst mit poppigen Hartwurstsounds zum Generalangriff auf die Zappelbuden des Kontinents - und damit auf Ottonormaltanzmäuschen mit Heavy-Schlagseite. Der Hypocrisy-Chef, vielbeschäftigte Producer-Guru und Dorf-Bürgermeister hat in seiner spärlichen Freizeit ein Album im Alleingang eingespielt und -programmiert, das alle Anhänger von Achtziger-Wave-Mucke mit griffigen, eingängigen Melodien zum Run auf die Plattenläden animieren könnte - vorausgesetzt, die Gemeinde empfindet die Machart von "Rebirth" nicht als überholt. Die Mischung aus Elementen der Sisters Of Mercy, Anne Clark und Ultravox bis hin zu den Holzschuhtanz-Exzessen der Rednexx ist in jedem Fall gelungen, zumal die Hooks der meisten Songs problemlos zünden. (Dass das Label-Info von einer Mischung aus "heftigstem Metall mit Techno" faselt, ist ein guter Witz, mehr nicht). Als Produzent hat Tägtgren hier jedoch kein Meisterwerk an die Wand genagelt. Die Sounds & Samples sind mehrheitlich zu schwammig geraten. Ultimatives Geballer klingt anders. Da liegt er deutlich hinter Leuten wie Jürgen Engler (Die Krupps) zurück. Und in innovativer Hinsicht hat die Scheibe gar nix zu melden. Trent Reznor leiert sich Songs wie den verhinderten Karl May-Filmsoundtrack '12:42' zum Aufwärmen vor dem Frühstück raus. Dennoch: Der Unterhaltungsfaktor erreicht dank des starken Melody-Writings hohe Werte auf der Rappel-Skala. Das Potential für einen Chartbreaker ist in jedem Fall vorhanden. Haut euch mal die Ohrwürmer 'Dark Fields Of Pain' und 'End Of The Line' aufs Ohr und entscheidet selbst.

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