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REVIEW 3.0 17.09.2003

(Album, RH 197, 2003)

OMEN - Eternal Black Dawn

In retro veritas - die guten Zeiten kommen wieder? Quatsch mit Soße. Nach Metallica und Tank schmiert mit OMEN in diesem Jahr bereits die dritte Achtziger-Legende übel ab. Allerdings hatte ich nach dem in der Tat unterirdischen Rohrkrepierer "Re-Opening The Gates" nichts anderes erwartet. Aber auch die Reaktion von Boris (warum stehen unter der doch sehr verhaltenen Pluskritik eigentlich acht Zähler, Meister?) kommt nicht überraschend. Dafür schwört unsere rheinische Frohnatur einfach zu sehr auf klassischen US-Power-Metal, wie ihn die Band aus L.A. vor knapp zwei Dekaden auf den Genreklassikern "Battle Cry", "Warning Of Danger" und "The Curse" in Vollendung zelebrierte. Davon kann 2003 noch nicht einmal im Ansatz die Rede sein, denn leider ist nicht nur das von "Bo" völlig zu Recht kritisierte Medley für die Füße, sondern die komplette Scheibe. Und das von A wie Artwork bis Z wie Zusammenspiel. Was mich an "Eternal Black Dawn" aber am meisten stört, ist die völlig missratene Produktion, die Bandleader Kenny Powell (g.) zu verantworten hat. Dabei leben wir - Apple-Rechnern und ProTools sei Dank - in einem Zeitalter, in dem sich auch mit wenig Schotter in jeder Besenkammer eine vernünftige Produktion fahren lässt. Aber auch hinsichtlich der neuen Songs präsentieren sich OMEN ähnlich dröge, rückständig und uninspiriert wie auf dem Vorgänger. So konnte ich auch nach einem guten Dutzend Hörproben keinen einzigen halbwegs passablen Song ausfindig machen. Zudem ist Sänger Kevin Goocher stimmlich mindestens so weit von Kultsirene J.D. Kimball entfernt wie die Frankfurter Eintracht von der Qualifikation für die Champions League. Unter Daseinsberechtigung verstehe ich was anderes. War früher vielleicht wirklich alles besser? Im Falle von OMEN, Tank und dieser anderen komischen Loser-Kapelle schon.

REVIEW 7.5 25.06.1997

(Album, RH 122, 1997)

OMEN - Reopening The Gates

Meine Güte - es muß schon Jahre her sein, daß ich auf ein Album so heiß war wie auf das OMEN-Comeback. Und jetzt muß ich feststellen, daß die Vorfreude unberechtigt war. Allein schon deshalb, weil es schlicht und ergreifend kein OMEN-Album ist, auch wenn die offiziellen Angaben dies energisch behaupten. Außer dem blanken Namen und der Tatsache, daß Kenny Powell am Start ist, verrät "Reopening The Gates" in keinster Weise irgendeine Verwandtschaft mit der Kult-Kapelle, die OMEN in den Achtzigern zweifellos war. Die Kröte, daß der göttlichste (mitnichten der beste) Heavy Metal-Shouter aller Zeiten - natürlich J.D. Kimball - bei diesem "Comeback" nicht das Mikro schwingen würde, haben wir ja schon sehr früh schlucken müssen. Und man muß Kennys 18jährigem Sohnemann Gregg bescheinigen, daß er den Mikro-Job durchaus beachtlich erledigt. Die Enttäuschung ist jedoch, daß von Kennys typischen, rasenden Gitarrenläufen nicht einmal mehr Spurenelemente auszumachen sind. Das Material auf "Reopening The Gates" bewegt sich komplettamente im Midtempo-Bereich, dabei stets bemüht, einen Fuß in die New Age-Metal-Ecke zu wuchten. Die Songs sind nach mehrfachem Hören zwar mehrheitlich alles andere als übel und graben sich nach einiger Zeit sogar nachhaltig ins Gehör ('Chained', 'Crushing Day'), aber Kenny hätte vielleicht mal bei seinen eigenen Nummern 'Into The Arena' oder 'Make Me Your King' nachhorchen sollen, wie schleppender Metal in Perfektion zu klingen hat. Ich denke, die Crux ist folgende: Bei den ersten drei OMEN-Alben, "Battle Cry", "Warning Of Danger" und "The Curse", die allesamt für meinen Geschmack zu den besten 20 Metal-Alben aller Zeiten zählen, war dieser mit einem begnadeten Talent gesegnete Kenny Powell mit vollem Herzen bei der Sache. Danach hat er versucht, den bis dahin ausgebliebenen, großen Erfolg zu suchen - und hat sein Näschen in den Wind gehängt. Daß er seinen Riechkolben schleunigst zu einem Facharzt tragen sollte, ist die eine Sache, daß er sich selber zu verleugnen scheint, allerdings einfach nur traurig, denn grundsätzlich wären ihm immer noch magische Momente am Fließband zuzutrauen. So aber haben wir es einfach nur mit einem von vielen recht guten neuen Metal-Alben zu tun (na ja, angesichts des beschissenen Sounds und der alles andere als superben Songs kann man wohl kaum noch von "recht gut" sprechen - mr). Daß es unter dem Namen OMEN erscheint, halte ich dennoch für bedenklich...

REVIEW 7.0 16.12.1988

(Album, RH 30, 1988)

OMEN - Escape To Nowhere

Laut Kollege Kühnemund haben wir es mal wieder mit einer seiner zahllosen Überscheiben zu tun, Kollege Stratmann beklagt die ideenlosen Songstrukturen. Kühnemund verweist erbost auf die begnadete Stimme Coburn Pharrs. Zitat: "Das ist der Stoff, aus dem man neue Metal-Helden schmiedet." Stratmann kritisiert erneut die fehlenden Spannungsmomente. Die Meinungen bezüglich der neuen OMEN-LP sind also recht unterschiedlich, aber in jeder der oben aufgeführten Äußerungensteckt ein Funken Wahrheit. Tatsache ist, daß "Escape To Nowhere" sich deutlich von den drei (rechnet man die EP nicht mit) vorhergegangenen Alben unterscheidet. Zwar hatten diese Scheiben in der Presse überschwengliche Reviews geerntet, aber der große Durchbruch blieb dem kalifornischen Quartett bis heute verwehrt. Man beschritt also neue Wege, um endlich die Früchte der langjährigen harten Arbeit zu ernten, nahm mit Coburn Pharr einen Sänger in die Gruppe, der zwar eine weitaus bessere Stimme besitzt als sein Vorgänger, andererseits aber auch nicht so markant wie dieser klingt. Lange Rede, kurzer Sinn 'Escape To Nowhere' ist trotz (oder grade wegen) der überragenden Gesangsleistungen ein Album geworden, das in einigen Stücken jegliche Überraschungsmomente vermissen läßt und mir nicht mehr als sieben Punkte wert ist. Besonders hervorzuheben sind eigentlich nur der Opener 'It's Not Easy' und das Remake des Golden Earring-Klassikers 'Radar Love'.

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