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REVIEW 26.09.2018

(Album, RH 377, 2018)

NOFX - Ribbed Live In A Dive

Während Knalltüten wie Campino seit Jahrzehnten dieselbe Bühnenmoderation pflegen, ist ein Gig von NOFX bis heute ein unberechenbares Vergnügen. Zugegeben, im Gegensatz zu früher sind Mike Burkett und Kollegen unabhängig vom Drogenstand geflissentlich professionell, und selbst zu Hochzeiten des Promillepegels auf der Bühne hatten sie ihren rotzigen Melodycore im Karnickelficktempo erstaunlich gut im Griff. Was tatsächlich immer anders verläuft, ist die Kommunikation mit dem Publikum. Fat Mike muss nicht behaupten, auch nach 35 Jahren noch Freude an seinem Tun zu haben, er zeigt es jedes Mal. Bei diesem Konzert von 2012, auf dem sie ihren Klassiker „Ribbed“ am Stück und werkgetreu spielen, begrüßt er zu Beginn alle „unter 35 Jahren“ und warnt sie schon mal, dass die Band „heute viel verkacken“ werde, da es sich bei der Platte von 1991 um einen „schwer zu spielenden“ Brocken halte. Fortan freuen sich die Berufsjugendlichen über jeden Song, den sie unfallfrei auf die Bretter bekommen haben. Sehr vergnüglich zu hören. Die Angeberei vom „schwer zu spielenden“ Album ist dabei nicht einmal gelogen. Nach den eher hingespuckten „Liberal Animation“ und „S&M Airlines“ markierte „Ribbed“ den Übergang zu einer Band, die echte Songs mit zwingenden Hooks, verspielten Details und jenen Kniffen während des Affentempos zockte, die Bands wie Lagwagon oder Strung Out prägen sollten, auf deren beiläufige Kompetenz damals einige Garagen-Punks seltsamerweise giftig neidisch waren. Die Aufnahme selbst ist, wie immer bei der „Live In A Dive“-Reihe, sensationell und vermittelt die Präsenz des Gigs bei gleichzeitig süffiger Mischung.

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