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REVIEW 7.5 16.02.2000

(Album, RH 154, 2000)

NOCTE OBDUCTA - Taverne - Im Schatten schäbiger Spelunken

Jessas! Sachen gibt's... Ich kann mich noch gut an den ersten finsteren Streich dieser Rabauken erinnern, dem ich eher mal gar nix abgewinnen konnte. Um so überraschter war ich von der früher als erwartet losgetretenen zweiten akustischen Lärmbelästigung, die fast schon, hüstel, äh, kommerziell ausgefallen ist. Halt! Stop! Von Auswimpen kann hier nicht die Rede sein. Im Grundsatz hat sich nämlich nicht viel verändert, da über weite Strecken immer noch rasender Black Metal mit heiserem und hysterischem Gebelle abgefeuert wird. Nur, der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und genau da tun sich Feinheiten auf, die ich den grimmig dreinblickenden Gesellen nie zugetraut hätte. Mehr als einmal - vor allem natürlich beim, äh, Instrumental 'Ratten im Gemäuer' - wird auf Gesang verzichtet. Dafür rücken unglaublich stimmig und gänsehauterzeugend inszenierte leise (!) Momente in den Vordergrund, die zum längeren Verweilen in der "Taverne" einladen. In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft - und auch die eigentliche Stärke der Scheibe, zumal die in den entsprechenden Passagen vermittelte Stimmung mächtigst aufs Gemüt drückt. Das steht in krassem Kontrast zu dem wider Erwarten strukturiert konzipierten Geknüppel und ergibt unterm Strich eine coole und zumindest phasenweise wirklich faszinierende Black Metal-Scheibe. Die 'Prinzessin der Nachtschatten' ist gar einer der besten und stimmungsvollsten Songs, die das unchristliche Genre in den letzten Jahren ausgespien hat. Sogar die oft schwurbelig geratenen und auf Herrn Lovecraft bezogenen lyrischen Ergüsse passen dazu wie der Bierkrug aufs Auge. Fazit: In dieser Spelunke würden selbst Chtulhu und seine finsteren Kumpels das eine oder andere Bierchen zischen. Und denen werde ich jetzt erst mal Gesellschaft leisten. Cheers!

REVIEW 8.5 24.02.1999

(Album, RH 142, 1999)

NOCTE OBDUCTA - Lethe (Gottverreckte Finsternis)

Nachdem sich der Rummel um die Shooting-Stars Agathodaimon mittlerweile einigermaßen gelegt hat, steht mit NOCTE OBDUCTA bereits die zweite hoffnungsvolle Mainzer Black Metal-Kapelle in den Startlöchern. Und dabei spielt die Tatsache, daß Agathodaimons Sathons und Matthias R. im NOCTE OBDUCTA-Line-up aushilfsweise für Bass und Schlagzeug verantwortlich sind, überhaupt keine Rolle. NOCTE OBDUCTA ist nämlich das alleinige Baby von Marcel Va. Traumschänder, der fast das gesamte Material dieses ca. einstündigen Erstlingswerks im Alleingang komponiert und getextet hat und damit die Meßlatte für weitere Alben bereits äußerst hoch legt. NOCTE OBDUCTA stehen für infernalischen Black Metal, der handwerklich über jeden Zweifel erhaben ist und durch sein sehr morbides Feeling den passenden Soundtrack für einen Horrorfilm abgeben würde. Im zumeist sehr aggressiven Songmaterial bilden immer wieder atmosphärisch düstere Keyboardpassagen einen guten Kontrast zu den krassen, teilweise schon fast hysterisch klingenden Vocals. Das Riffing erweist sich als äußerst effektiv, verleiht den Songs den nötigen Druck und sorgt darüber hinaus auch noch für einen hohen Wiedererkennungswert. Hier wird definitiv kein 08/15-Black Metal zelebriert, sondern viel Wert auf Abwechslungsreichtum und Qualität gelegt, ohne dabei irgendwie "un-true" oder gar wimpy zu klingen. Warum man allerdings vor dem Abschlußtrack 'N.D.' erstmal eine zwölfminütige Pause über sich ergehen lassen muß, erschließt sich mir noch nicht so ganz...

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