Suche

Durch das Setzen eines Bandnamens in Anführungszeichen sind detailliertere Ergebnisse möglich.

REVIEW 8.0 25.10.2017

(Album, RH 366, 2017)

NIGHT VIPER - Exterminator

Listenable/Edel (42:18) Die wenigsten Newcomer-Bands, die Old-School-Sounds nacheifern, wollen das Rad neu erfinden. Auch NIGHT VIPER, die Zweitband von The-Order-Of-Israfel-Mastermind Tom Sutton, bilden da keine Ausnahme: Das Riffing auf dem Zweitwerk „Exterminator“ ist stark an Metallicas „Kill ´Em All“ und alte Judas Priest angelehnt, während die Produktion schön natürlich und live tönt. Was der Truppe allerdings ein Alleinstellungsmerkmal im mittlerweile immer unübersichtlicheren Retro-Markt beschert, sind die Vocals: Mit Sofie-Lee Johansson hat die schwedische Combo eine hervorragende Sängerin in ihren Reihen, die dem Songmaterial mit ihrer melodisch-rockigen Stimme einen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Hört euch nur mal ´No Escape´, ´Summon The Dead´ oder ´Exterminator´ an! Stärker und origineller als so manch anderes, was in letzter Zeit von namhafteren Bands unter der Retro-Flagge veröffentlicht wurde! 3 Fragen an NIGHT VIPER-Gitarrist Tom Sutton und -Sängerin Sofie-Lee Johansson: Die Gitarrenarbeit auf „Exterminator“ erinnert erneut stark an Metallicas „Kill ´Em All“. Was fasziniert euch so sehr an dem Metallica-Debüt? Tom: »Ich bin ein bisschen obsessiv, was Metallica angeht, aber „Kill ´Em All“ ist etwas ganz Besonderes. Ich habe mir schon oft gewünscht, dass Metallica und Slayer sich erst ein Album später weiterentwickelt hätten. Ich liebe die Kombination von frühem Thrash, purem Heavy Metal und sogar Rock´n´Roll. Es klingt so frisch und aufregend. Diese Art von Riffs auf „Kill ´Em All“ ist ein großer Einfluss für mich, man kann zu allem auf dem Album bangen. Pure Energie und Enthusiasmus fliegen aus den Boxen. Außerdem passen diese Riffs sehr gut zu Sofie-Lees Vocals.« Was ist der größte Gesangseinfluss von Sofie-Lee? Sofie-Lee: »Meine größte Gesangsgöttin ist Jinx Dawson von Coven. Jedes Mal, wenn ich unsicher bin, wie ich singen soll, frage ich mich: „Was hätte Jinx getan?“ Meistens entwickelt es sich doch in eine andere Richtung, aber ihr Einfluss ist groß. Ich bin ein großer Melodie-Fan und höre viel Siebziger-Pop und -Rock. Ich bin nicht so sehr von Metal-Sängern beeinflusst, aber meine Favoriten sind Alex Savage von Witch Cross, Kate de Lombaert von Acid, Christine Davis von Christian Mistress und Paul Merrell von Jaguar.« Warum hat Emil Ridderstolpe die Band verlassen, und wie seid ihr auf Johan Frick als Ersatz gestoßen? Sofie-Lee: »Emils Hauptband waren immer Ill Wicker, eine tolle Psychedelic-Folkrock-Band, der er schon vor seiner Zeit bei NIGHT VIPER beigetreten war. Nach einer Zeit kam es immer wieder zu Terminschwierigkeiten, und Emil verließ uns im Guten, um uns mehr Möglichkeiten für Auftritte mit einem neuen Gitarristen zu geben. Johan kommt aus demselben Freundeskreis, er war unsere erste Wahl als neuer Leadgitarrist, zockte aber noch bei Lethal Steel. Wir spielten einige Shows mit dem ehemaligen Horisont-Gitarristen Kristofer Möller, bevor Johan sich dazu entschied, nach Göteborg zu ziehen und sich uns anzuschließen. Wir könnten nicht glücklicher sein. Er ist ein toller Freund und großartiger Gitarrist, und besonders seine Leadgitarren-Arbeit bläst uns immer wieder weg.« (rb)

REVIEW 4.0 16.12.2015

(Album, RH 344, 2015)

NIGHT VIPER - Night Viper

Svart/Cargo (38:32) Ist es fair, mit einem Debütalbum hart ins Gericht zu gehen? Darf man das, soll man das? Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, selbst wenn bei NIGHT VIPER mit Tom Sutton (The Order Of Israfel, Horisont) ein alter Bekannter die Saiten schrubbt. Und wenn man sich von einem Einstand ungestümen Elan erwartet, wird man von „Night Viper“ auch nicht enttäuscht. Das Problem des Quintetts aus Göteborg ist eher ein anderes, und wir reden jetzt nicht mal davon, dass Sängerin Sofie Lee Johansson keine Leuchte ihrer Zunft ist. Geschenkt! Wirklich nervig ist, dass in letzter Zeit so eine Art Wettbewerb ausgebrochen zu sein scheint, welche Band jetzt die meisten Metallica- und Judas-Priest-Platten gehört hat und wer den edlen und reinen Geist der angeblich goldenen Ära des Heavy Metal am - ganz wichtig! - authentischsten reproduziert. Man kann das jetzt entweder als Ehrfurcht vor den echten Werten sehen oder als Bankrotterklärung einer jungen Garde ohne eigene Ideen. Ja, ja, ich weiß schon: It´s only Rock´n´Roll. But I don´t like it. 4 Wenn dir die Retro-Schiene generell nicht zusagt, Wolfgang, solltest du nicht darüber urteilen. Dass du Spreu und Weizen auf diesem Feld schlecht differenzieren kannst, verdeutlicht dein irrtümlicher Verweis auf Priest und Metallica, obgleich meiner mit Iron Maiden NIGHT VIPER freilich auch nicht als Innovatoren ausweist. Der Punkt ist folgender: Die Songs dieses Debüts sind hörbar sorgfältig ausgearbeitet, erstaunlich vielseitig (das zähe ´Curse Of A Thousand Deaths´, das forsche ´Run For Cover´) und schürfen darum tiefer als die zweifellos zu vielen Widerkäuer vor allem aus Skandinavien. „Night Viper“ besteht den Langzeittest einwandfrei. Man muss nicht alles über einen Kamm scheren, denn zwischen Grotte und Gipfel ist viel Platz, den dieser Verein im gehobenen Mittelfeld besetzt - und dabei einfach Spaß macht. 7.5

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.