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REVIEW 18.03.2020, 08:00

(Album, RH 395, 2020)

METAL CHURCH - From The Vault

Machen wir uns nichts vor: Das erträumte Qualitätscomeback ist METAL CHURCH mit der Rückkehr von Mike Howe noch nicht gelungen. Zwei ordentliche Alben, drei bis fünf sehr gute Songs - zu wenig, um den alten Heiligenschein wieder auf 1.000 Watt zu bringen. Auf dieser nun vorliegenden „From The Vault“-Kollektion lässt sich die kompositorische Fallhöhe am besten am neu eingespielten „Hanging In The Balance“-Reißer ´Conductor´ studieren. Riffs wie in Stein gemeißelt, gnadenlos perfekt arrangiert von Kurdt Vanderhoof und Craig Wells. 27 Jahre her. Ob Vanderhoof sein altes Mojo noch mal findet? Die drei neuen Songs lassen die Hoffnung zumindest weiterglimmen. ´Dead On The Vine´ ist ein Doublebass-Dübel alten Schlages, auch ´For No Reason´ mit seinem geschmackvollen Cleangitarren-Refrain und das leicht angeproggte ´Above The Madness´ hätten die jüngsten Scheiben aufgewertet. Vom Rest des hier zusammengestellten Materials lässt sich dies nicht behaupten. Die fünf Überbleibsel der „Damned If You Do“-Sessions rauschen hier rein, da raus, an den Coverversionen von ´Please Don´t Judas Me´ (Nazareth), ´Green Eyed Lady´ (Sugarloaf) und ´Black Betty´ (Ram Jam) werden sich wohl nur Komplettisten laben. Bitter wird´s bei den kraftlosen Neu-Versionen von ´Badlands´ und ´Fake Healer´ (mit Queensryches Todd La Torre als Co-Sänger), die beiden „XI“-Bonustracks ´The Enemy Mind´ und ´The Coward´ setzen den unspektakulären Schlusspunkt. Kirchgänger bleiben positiv!

REVIEW 7.5 21.11.2018, 08:00

(Dynamit, RH 379, 2018)

METAL CHURCH - Damned If You Do

„Damned if you do, damned if you don´t“? Ja, ein bisschen. Wie bei ALLEN Alben der Seattle-Legende seit „Hanging In The Balance“ von 1993 (!) gilt natürlich auch beim Kauf des frischesten Drehers: 1999 hat mit dem Comeback „Masterpeace“ ein neues Zeitalter begonnen, das - damit muss man sich einfach abfinden - qualitativ ein anderes ist als die Anfänge; Maßstäbe setzende Songs wie ´Metal Church´, ´Beyond The Black´, ´Watch The Children Pray´ oder ´Date With Poverty´ schreibt man eben wahrscheinlich nur in der eigenen Sturm-und-Drang-Phase. Die besten Stücke von „Damned If You Do“, der Titeltrack, das ungewöhnlich arrangierte ´The Black Things´ oder der Hit des Albums, das melodisch sehr konzentrierte ´Revolution Underway´, bewegen sich dabei auf dem Niveau der stärksten 45 Minuten des 2016er Vorgängers „XI“ - was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, das man bei der diesmaligen Gesamtlänge weitere Abstriche in Kauf nehmen muss, denn die aktuelle Dreiviertelstunde kommt leider nicht ohne Ausfälle aus, bereits das an dritter Stelle platzierte ´By The Numbers´ ist ein kleiner Stinker, und ´Guillotine´ oder ´Monkey Finger´ tönen nicht überzeugender, eher im Gegenteil. Was auch „Damned If You Do“ letzten Endes aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit rettet, sind neben ´ner Handvoll wirklich gelungener Kompositionen dementsprechend die immer noch unnachahmlichen Vocals von Mike Howe sowie das Erste-Sahne-Gitarrenspiel Kurdt Vanderhoofs - und selbst Letzteres muss man sich ein wenig erarbeiten, denn die dumpfe Produktion entpuppt sich ebenfalls nicht gerade als förderlich. Aber auch das kennen wir ja seit mittlerweile beinahe 20 Jahren...

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