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REVIEW 8 20.03.2019, 08:00

(Dynamit, RH 383, 2019)

KETZER - Cloud Collider

»Wir mussten uns vielleicht erst mal von gewissen Erwartungen freispielen, um den eigenen Weg gehen zu können«, wird KETZER-Gitarrist Marius alias Executor von Mandy im „Lauschangriff“ im letzten Rock Hard zitiert. Will wahrscheinlich meinen: Ihrem vor allem in der Anmutung juvenilen Black-Thrash, den sie auf ihren ersten beiden Platten „Satan's Boundaries Unchained“ und „Endzeit Metropolis“ offeriert haben, haben sie mit „Starless“ von 2016 ja quasi selbst eins mit dem Holzhammer übergebraten - einem eher filigran gearbeiteten wohlgemerkt, mit Gothrock-Verzierungen, die die Rheinländer in dieselbe Schublade verfrachteten, in der sich auch Secrets Of The Moon, In Solitude, Morbus Chron, Grave Pleasures und vor allem Tribulation wohlfühlen respektive wohlgefühlt haben. Diese Suche war spannend, aber anscheinend nur ein (weiterer) Zwischenschritt, „klassischer“ Thrash spielt drei Jahre später sowieso keine merkliche Rolle mehr, und auch den Goth hört man nur noch, wenn man denn unbedingt will. KETZER heute sind dagegen eine auf die Herangehensweise bezogen „moderne“ Extrem- und Black-Metal-Band, relativ stil- und prinzipientreu, sie haben nicht das Zerfahrene, Dissonante im Sound, das z.B. die ganzen Isländer auszeichnet, sie sind auch nicht so schnell wie Mgla oder so was, aber man kann sie durchaus in eine Reihe mit Watain stellen, sogar mit Behemoth, vielleicht auch Bölzer, Zugänglichkeit konterkariert auf „Cloud Collider“ eben niemals diese nicht zu erklärende „Underground-Zugehörigkeit“, die man halt nur „versteht“, wenn man aus genau jenem stammt. Dass in diesem Zusammenhang ausgerechnet Proscriptor McGovern von Absu Gastvocals zum starken 'No Stories Left' beisteuert, passt, aber auch ohne Hilfe kommen KETZER sehr gut über die Runden: 'Walls', der Titeltrack und 'This Knife Won't Stay Clean Today' (!) zeugen davon, der Opener 'Keine Angst', gleichzeitig „key track“ des Albums, noch mehr. Nach wie vor: relevante Band!

REVIEW 8.5 27.01.2016

(Dynamit, RH 345, 2016)

KETZER - Starless

Schon klar: Wenn Musiker eine Entwicklung durchmachen und ihren Sound (deutlich) verändern, muss man das als Fan nicht gut finden, wir leben schließlich in einem freien Land. Lächerlich ist allerdings der auch im Falle von KETZER zu beobachtende Furor gewisser, hüstel, „Szene-Gänger“, die meinen, sich die Deutungshoheit über eine Band anmaßen zu können, weil sie in der Lage sind, das Debüt (war eh das Beste) bis auf den letzten Ton mitzupfeifen, oder ihr Anno Tobak mal ´nen schweineraren Patch aus Pythonleder abgekauft haben. KETZER im Speziellen sind nun, seitdem die Single ´Starless´ im Netz kursiert, doofe Hipster aus der Großstadt, Trendreiter sowie unnahbar - und eben nicht mehr die netten Black-Thrasher von nebenan. „Schuld“ daran hat ein deutlich differenzierteres Songwriting, das aktuelle Strömungen aufnimmt, sehr oft gen Goth und Dark Wave lugt und damit beinahe zwangsläufig an die aktuellen Alben von Secrets Of The Moon, In Solitude, Morbus Chron, Grave Pleasures und vor allem Tribulation (mit denen man 2013 auf Tour war) erinnert: Die Gitarren auf allen zehn „Starless“-Songs sind „offen“, progressive Arrangements überwiegen, ruhige Parts haben mehr als Alibi-Funktion, und der (nach wie vor harsche) Gesang vermittelt mehr als Wut und Hass. Nicht immer funktioniert das so gut, dass man die dritte Platte der Kölner in Klassiker-Regionen verorten müsste; in erster Linie der Titeltrack sowie die beiden Hits ´Shaman´s Dance´ und ´Godface´ zeigen aber eindrücklich, dass KETZER tatsächlich genau wissen, wohin sie wollen, und machen schlicht und einfach Lust auf mehr und neugierig auf die Zukunft. Was auch immer uns da erwartet.

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